Geschichtlicher Rückblick Las Vegas (Teil 12)

Reinhold Schmitt
ISA-GUIDE Chefredakteur (V.i.S.d.P.)
E-Mail: info@isa-guide.de


Das heutige Stichwort lautet “Fremont Street Experience”. Unter diesem Begriff ist das Gebiet zwischen Vegas Boulevard und Main Street zu verstehen, der Bereich, bei dem ein Hotelcasino nach dem anderen steht und das als „Downtown“ von Las Vegas bezeichnet wird.
Um dieser Casino Meile einen neuen Anstrich zu verleihen, entschieden sich die Betreiber und Behörden gemeinsam, diese fünf Blocks an der sogenannten „Glitter Gulch“ permanent autofrei zu machen und dort eine 27 Meter hohe und 460 Meter lange Kuppel, bestehend aus rund 2 Millionen Glühbirnen zu errichten, welche durch eine 350.000 Watt Soundanlage ergänzt wurde.

Die Kuppel der Fremont Street Experience in Betrieb. (Foto: Jean-Christophe Benoist / CC BY 3.0)

Die Kuppel der Fremont Street Experience in Betrieb. (Foto: Jean-Christophe Benoist / CC BY 3.0)

Dieses Projekt, welches “Fremont Street Experience” genannt wurde, sollte die Touristen wieder zurück an den Ort bringen, an dem einst alles begonnen hatte. 1995 war dieses Hightech-Projekt, als Kooperation zwischen elf Downtown Hotels und der Stadt Las Vegas, fertiggestellt. Die Casinos Binion’s Horseshoe, El Cortez, Fitzgerald’s, Golden Nugget, California Hotel, Fremont, Golden Gate, The Plaza, Las Vegas Club, Mainstreet Station und das Four Queens. Sie übernahmen die Finanzierung über die Hotelsteuern und gleichzeitig wurden durch die Stadt Las Vegas mittels Verkehrsgebühren, die Kosten für die neue Verkehrsregelung finanziert.

Die Kosten für den laufenden Betrieb der Lichtshow, sowie die Programmierung und das Soundspektakel bezahlen die Partnerhotels anteilsmäßig. Das Programm ändert sich stündlich und ist ein Mix von Lichtspiel, Musik und Film. Eine Show dauert rund 5-8 Minuten und ist etwas vom sehenswertesten, was Las Vegas zu bieten hat. Inzwischen wurden die Glühbirnen durch energiesparende LEDs ersetzt die auch ein wesentlich größeres Farbspektrum darstellen können und weit geringere Wartungskosten verursachen.

Die Freemont Street bei Tag. (Foto: Mike Russell / CC BY-SA 3.0)

Die Freemont Street bei Tag. (Foto: Mike Russell / CC BY-SA 3.0)

Das Ziel dieser Bemühung war es, die Touristen wieder zurück nach Downtown zu bringen und diesen Stadtkern neu zu beleben. Downtown Las Vegas hatte in den vergangenen Jahren unglaubliche Schwierigkeiten mit den Veränderungen am Strip mitzuhalten. Ein neues Superhotel nach dem anderen wurde auf dem Strip gebaut und zog die Touristen scharenweise an. In Downtown dagegen ging langsam das Geld aus und die Besucher begannen, diese Gegend, welche auch aufgrund der hohen Kriminalitätsrate berüchtigt war, zu meiden.

Mit der Fremont Street Experience ist es den Verantwortlichen sehr erfolgreich gelungen, den Niedergang von Old Vegas abzuwenden und die Fremont Street wieder zu beleben. Bis heute hat sich die Gegend, die von Einheimischen auch “Straße der Träume” genannt wird, erstaunlich gut entwickelt und die ständige Gegenwart von Sicherheitspersonal gewährleistet das man sich sicher und unbeschwert auf die Fremont Street Experience bewegen kann.

Eingang zum Neonopolis direkt an der Freemont Street. (Foto: WTStoffs / CC BY-SA 3.0)

Eingang zum Neonopolis direkt an der Freemont Street. (Foto: WTStoffs / CC BY-SA 3.0)

2002 wurde eine weitere Attraktion in der Nähe der Fremont Street Experience fertiggestellt. Neonopolis, ein 100 Millionen Dollar teurer 23.000 qm großer Unterhaltungskomplex mit Einkaufsmeile, Bars, Restaurants einem Kino und fast 5 Kilometern an Neonröhren. Nachdem der Komplex in den Jahren seit seiner Eröffnung immer wieder mit schlechten Zahlen zu kämpfen hatte, wurden 2011 umfassenden Renovierungsarbeiten gemacht. Es eröffnete mit neuen Geschäften und Restaurants. Inzwischen scheint sich Neonopolis auf einem guten Weg zu befinden.

Downtown Las Vegas, erreicht der Besucher am besten mit dem Bus oder Taxi. Die Hotels verfügen meistens über eine Parkgarage, die aber bei den hohen Besucherzahlen kaum mehr ausreichend sind. Es kann also durchaus passieren, dass Sie dort und das ist für Las Vegas höchst ungewöhnlich, keinen Parkplatz bekommen. Als Gast eines dortigen Hotels haben sie solche Probleme natürlich nicht, hier nutzen Sie einfach das vom Hotel angebotene Valet Parking und müssen sich um nichts weiter kümmern.

Während wir uns dem Jahr 2000 näherten, war langsam aber sicher ein Punkt erreicht, an dem der Größer-Besser-Teurer-Wahn seine Grenzen erreichte. Das Bellagio ist ein gutes Beispiel dafür. Errichtet dort wo einst das Dune Hotel stand, war es bei seiner Eröffnung das schönste und teuerste Hotelcasino der Welt. Für 1,6 Milliarden Dollar wurde ein Hotel gebaut, welches an Klasse und Eleganz selbst heute, kaum noch zu überbieten ist.

Das Bellagio Las Vegas bei Nacht. (Foto: Patrick Pelster / CC BY-SA 3.0 de)

Das Bellagio Las Vegas bei Nacht. (Foto: Patrick Pelster / CC BY-SA 3.0 de)

Bestehend aus einem 35stöckigen dreiflügeligen Hotel-Komplex mit insgesamt 3.950 Zimmern, sollte es als Vorlage das Nord italienische Dorf Bellagio dienen, welches an den Lago die Como angrenzt. Der See, der vor dem Bellagio eigens angelegt wurde, entspricht nicht ganz dem Original aus Italien, aber die Wassershow ist beeindruckend. Wenn nachts die Lichter ausgehen und die Musik erklingt, während die Wasserfontänen in die Höhe schießen, dann bleibt Las Vegas für einen Augenblick stehen. Hunderte von Schaulustigen säumen die Szene, selbst der Verkehr rollt langsamer wie gewöhnlich. Es ist wohl eines der wichtigsten Attraktionen, die Las Vegas so einzigartig machen deswegen jährlich Millionen von Touristen immer wieder dort hinreisen.

Das “Bellagio Hotel und Casino”, welches unter der Ägide von Mirage Resorts, welche später mit der MGM Grand Gruppe zu MGM Mirage fusionierte, gebaut wurde, ist bis heute eines der schönsten und in jeder Hinsicht hervorragenden Casinos der Welt. Das Bellagio hat den AAA Five Diamond Award fünfzehn Jahre in Folge gewonnen und war damit das erste Hotelcasino in Las Vegas das diesen Award mehr als zehnmal hintereinander gewonnen hat. Das Bellagio ist an Perfektion kaum noch zu überbieten, hier wurde nichts dem Zufall überlassen. Angefangen bei den öffentlichen Toiletten in denen stehts ein Mitarbeiter präsent ist bis hin zu allgegenwärtigem Sicherheitspersonal. Ursprünglich sollte das Bellagio nur für Gäste über 18 Jahre sein, doch diese Regelung wurde später aufgehoben.

Die Fountains of Bellagio. (Foto: Photographersnature / CC BY-SA 3.0)

Die Fountains of Bellagio. (Foto: Photographersnature / CC BY-SA 3.0)

Eleganz und Klasse haben allerdings ihren Preis. Und so liegt das Bellagio mit Übernachtungskosten von 300 bis 500 Dollar pro Nacht doch deutlich im oberen Preissegment. Für Profispieler besteht natürlich immer die Option eine kostenlose Suite angeboten zu bekommen.

An den Spieltischen? Nun, wer überrascht ist, dass es im Bellagio Tische mit 1.000 Dollar Minimum Bet am Black Jack gibt, der sollte erst mal in den High-Limit Bereich gehen, wo an den Baccarat Tischen mit 50.000 Dollar Chips gespielt wird. Oder in den High-Limit Slot Bereichen, bei dem man 500 Dollar oder mehr pro Spiel setzen kann. Dort gibt es schokoladen-überzogene Erdbeeren, frische Melonen oder Ananas als kostenlose Erfrischung für den Spieler. Ein Eldorado für jeden der gerne großes Risiko beim spielen eingeht.
Für die regulären Spieler, die nur ein paar Dollar verlieren oder gewinnen möchte, gibt es auch genügend Spielmöglichkeiten zur Auswahl. Es stehen unzählige Spieltische mit fünf Dollar Limit bereit und Spielautomaten an denen man mit 5 Cent pro Spiel etwas riskieren kann – quasi für jeden Normalverbraucher.

In Las Vegas hält das Glück nicht immer ewig. Wie die Spielerstadt die Immobilienkrise überstanden hat und welche Projekte in dieser Zeit angegangen wurden, erfahren Sie im nächsten Teil.

Hier finden Sie eine Übersicht aller bisher erschienen Teile unseres Las Vegas Rückblicks.

Hinweis: ISA-GUIDE veröffentlicht auf Ihrem Internet-Portal verschiedene Artikel, Analysen, Kolumnen, Reportagen, Publikationen, Urteile, Interviews und Nachrichten, die aus unterschiedlichen Quellen stammen. Verantwortlich für den Inhalt ist allein der Autor.
Werbung