Final Table im Five-Diamond Teil 2

[key:alex]

Von anfangs 555 Teilnehmern sind nun für sechs Spieler die zwei Millionen und das goldene Bracelet in greifbare Nähe gerückt. Sechs Spieler der Weltklasse! Und hier die Liste derer, die sich um 12 Uhr mittags – High Noon – zur letzten Entscheidungsschlacht zusammenfinden:

Sitz Nr. 4 – Joanne JJ Liu (Palo Alto, CA, USA) – $ 3.630.000
Sitz Nr. 1 – Darrell Dicken (Waterloo, IA, USA) – $ 3.510.000
Sitz Nr. 3 – Rehne Pedersen (Aalvong, Denemark) – $ 3.225.000
Sitz Nr. 5 – Phil Laak (Los Angeles, CA, USA) – $ 2.505.000
Sitz Nr. 6 – Doyle Brunson (Las Vegas, NV, USA) – $ 2.030.000
Sitz Nr. 2 – Joe Cassidy (Costa Mesa, CA, USA) $ 1.755.000

Joanne Liu konnte ihre Führung behaupten. Mit knappem Vorsprung, von etwas mehr als 100.000 Chips, ist sie – mathematisch gesehen – knapper Favorit im letzten Rennen.

Patrik Antonius aus Helsinki Darrell Dicken und Patrik Antonius hatten am Vortag ein dramatisches Entscheidungsspiel ausgefochten. Antonius war Chip-Leader. Nur er und Dicken, der im Internet weltweit als „Gigabet“ bekannt ist, sahen einen Flop von Js – 7d – 5d. Auf Dickens Erhöhung, vor dem Flop, hatte Antonius mit einem Reraise geantwortet.

Raise, Reraise und dann dieser Flop. Wem von den beiden konnte er helfen? Dicken brachte als erster einen Einsatz. Antonio nahm sich Zeit! Und er ging All-in!

Beide Spieler offenbarten ihr Blatt. Kd – Jd von Antonius erschien keineswegs als große Überraschung. Toppaar mit erklassigem Kicker und Vierflush. Doch dann sahen wir das Blatt von Dicken: 7c – 5h – zwei Paare!

Die Chancen lagen bei etwa 50:50. Als 9h im Turn und As als River folgten, wurde Dicken zum Chip-Leader und Antonio verblieb mit 400.000. Der schwere Rückschlag führte keineswegs zum Tilt und Antonio konnte sich, trotz eines missglückten Bluffs gegen Joe Cassidy, behaupten. 9s – 6d – 5d- Qh – Jd lagen am Tisch. Die Höhe des Pots betrug $ 500.000. Cassidy hielt nichts besseres als Ad – 7c (Ace High) und setzte $ 100.000. Als Antonius auf $ 300.000 erhöhte, wäre dies wohl ein berechtigter Anlass zum Passen gewesen. Doch Cassidy passte nicht! Er ging mit und gewann gegen Antonius‘ Ah – 3d. Die Sieben war der bessere Kicker!

In Amerika genießt Patrik Antonius nur einen sehr geringen Bekannheitsgrad. Anders in Europa. Als regelmäßiger Teilnehmer bei der European Pokertour, gelang ihm im September ein dritter Platz beim Barcelone Open.

Joe Cassidy durfte sich übrigens, trotz dieses unglaublichen Erfolges, als Siebenter aus dem Turnier verabschieden und kassierte damit $ 144.995. (Der Final Table wird Short-Hand, mit nur sechs Teilnehmern, gespielt.)

Phil Laak aus Los Angeles Abgsehen von Doyle Brunson, mit dem wir bereits bestens vertraut sind, ist Phil Laak der bekannteste unter den amerikanischen Spielern. Sein Markenzeichen: Eine Sportjacke mit Kapuze, hinter der er, in Entscheidungsbegegnungen, sein Gesicht restlos verstecken kann.

Haben Sie Phil Laak schon einmal beobachtet, wenn er sich, nach gewonnenem Pot, die graue Jacke noch immer tief vor das Gesicht gezogen, weit über den Tisch beugt und, mit beiden Händen, ähnlich einem riesigen Insekt, die verstreuten Chips einschaufelt? Vermutlich ist dieses Gehabe der ausschlaggebende Grund für seine Beliebtheit. Seine bisherigen Turniererfolge halten sich in gewissen Grenzen. In den WSOP 2005 erzielte er einen zweiten Platz im $ 2.500 Pot-Limit-Hold’em und ein Jahr zuvor, im Februar 2004, durfte er den Sieg des „WPT Invitational“ für sich verbuchen.

Bemerkenswert ist die relative Ausgeglichenheit des Feldes. Werfen Sie einen Blick auf die Verteilung der Chips! Antonius‘ Stack (1,7 Millionen), an sechster und letzter Stelle liegend, beträgt knapp die Hälfte dessen von Chip-Leader, JJ Liu (3,6 Millionen). Wem immer es als ersten gelingen sollte, seinen Stack zu verdoppeln, katapultiert sich damit in eine Spitzenposition, die ihm den Sieg um vieles näher bringt. Mit Sicherheit wird es ein – für Spieler und Zuseher gleichermaßen – spannungsgeladener Tag werden.

Morgen werde ich über den Ausgang berichten

Ihr Alex Lauzon