Lotto informiert: Spieleinsätze bei Lotto Baden-Württemberg steigen deutlich

Jahresplus von 9,6 Prozent auf 909,7 Mio. Euro / Geschäftsführerin Marion Caspers-Merk vorsichtig optimistisch für 2014

Die Baden-Württemberger haben 2013 deutlich mehr für staatliche Lotterien und Sportwetten ausgegeben als im Jahr zuvor. Die Spieleinsätze bei Lotto Baden-Württemberg stiegen um 79,8 Mio. Euro bzw. 9,6 Prozent auf 909,7 Mio. Euro. Durchschnittlich pro Kopf und Woche gerechnet, versuchte jeder Baden-Württemberger mit 1,66 Euro sein Glück in einer der angebotenen Spielarten. Insgesamt kamen so 113,9 Mio. Spielaufträge zusammen. Geschäftsführerin Marion Caspers-Merk zeigte sich nach ihrem ersten Jahr an der Spitze des Landesunternehmens erfreut über das Ergebnis: „2013 war für uns ein Jahr des Wandels, das wir erfolgreich gemeistert haben.“ Der Zuwachs bei den Spieleinsätzen ist vor allem auf die Änderungen im Lotto 6aus49 zurückzuführen. Seit Mai 2013 gibt es beim beliebtesten deutschen Glücksspiel eine neue Gewinnklasse, die Zusatzzahl wurde gestrichen und der Spieleinsatz auf ein Euro pro Spielfeld erhöht. Im Juli wurde zudem die Ziehungssendung ins Internet verlegt. „Das war tatsächlich eine kleine Lotto-Revolution“, blickte Caspers-Merk zurück. „Die Zahlen zeigen aber, dass die Veränderungen bei den Lottospielern gut ankommen.“ Auch bei der europäischen Lotterie Eurojackpot lagen die Spieleinsätze 2013 deutlich im Plus. Die Lotto-Chefin betonte: „Nach verhaltenem Start kommt der Eurojackpot immer besser in Schwung. Wir sind zuversichtlich, dass dieses Spielangebot jetzt endgültig den Durchbruch schafft.“

442 Mio. Euro an die Spielteilnehmer ausgeschüttet / Gemeinwohl profitiert mit 374 Mio. Euro von den Erträgen

Die Staatliche Toto-Lotto GmbH schüttete 2013 insgesamt 442 Mio. Euro an die Spielteilnehmer im Land aus. Ausgezahlt in 100 Euro-Scheinen entspricht das einem Gewicht von etwa 4.500 Kilogramm oder einer Fläche von rund sieben Fußballfeldern. Für das Land erzielte das Glücksspielunternehmen rund 363 Mio. Euro. „Im Schnitt überweist Lotto Baden-Württemberg also jeden Tag etwa 1 Million Euro an das Land zur Förderung des Gemeinwohls“, erläuterte Caspers-Merk. „Der Dank dafür gebührt den vielen Millionen treuen Lottospielern, den eigentlichen Mäzenen.“ Der Gesamtbeitrag ans Land setzt sich zusammen aus 153 Mio. Euro Lotteriesteuer und 210 Mio. Euro an Zweckerträgen. 132 Mio. Euro davon setzt das Land über den Wettmittelfonds zur Förderung des Sports, der Kunst und Kultur, der Denkmalpflege und des Sozialbereichs in Baden-Württemberg ein. Aus den Erträgen der Rentenlotterie Glücksspirale gingen weitere rund 11 Mio. Euro zu gleichen Teilen an die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, den Deutschen Olympischen Sportbund bzw. den Landessportverband Baden-Württemberg, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bzw. die Denkmalstiftung Baden-Württemberg sowie an das Land zur Förderung von Umwelt- und Naturschutzprojekten.

47 Lotto-Sechser und 13 neue Millionäre im Südwesten

Das abgelaufene Jahr wird den Lottofreunden im Südwesten in guter Erinnerung bleiben: Sie erzielten 47 Mal den sprichwörtlichen „Sechser“. Das waren vier Volltreffer mehr als im Vorjahr. In der neu eingeführten Lotto-Gewinnklasse „Zwei Richtige mit Superzahl“ gab es allein in Baden-Württemberg über fünf Millionen Treffer, die jeweils fünf Euro einbrachten. 13 Südwest-Tipper stiegen 2013 in den Club der Millionäre auf. Den höchsten Einzelgewinn des Jahres erzielte Anfang Mai ein Glückspilz aus dem Kreis Freudenstadt. Die sechs Richtigen in Kombination mit der Superzahl brachten ihm über 14,2 Mio. Euro ein. Daneben gab es vier weitere Millionengewinne im Lotto 6aus49. Je drei Gewinne im siebenstelligen Bereich wurden in der Zusatzlotterie Spiel 77 und der exklusiven Landeslotterie Silvester-Millionen erzielt. Über eine monatliche Sofortrente der Glücksspirale dürfen sich zwei Spielteilnehmer aus dem Land freuen. Die Rente entspricht einem Barwert von 2,1 Mio. Euro. Der größte baden-württembergische Einzelgewinn in der europäischen Lotterie Eurojackpot glückte Ende März einem Spieler aus dem Main-Tauber-Kreis. Er kassierte über 583.000 Euro. 54 Tipper gewannen im abgelaufenen Jahr in der Zusatzlotterie Super 6 je 100.000 Euro. Treffsicher waren auch die Toto-Freunde: Zwei Fußballexperten aus Tübingen und Stuttgart strichen im Auswahltipp 6aus45 mit je 170.000 Euro die höchsten Einzelgewinne des Jahres ein.

Internet-Lotto: 70.000 Kunden registriert / Annahmestellen bleiben wichtigster Vertriebspartner

Seit September 2012 kann man seinen Tipp im Internet wieder bei Lotto Baden-Württemberg abgeben. Rund 70.000 Kunden haben sich seither auf www.lotto-bw.de registriert und in einer der Lotto-Annahmestellen im Land identifiziert. 2013 lagen die Internet-Spieleinsätze bei 20,3 Mio. Euro. Gemessen an den Gesamteinsätzen entspricht dies einem Anteil von etwa 2,2 Prozent. „Mittelfristig streben wir einen Online-Anteil von etwa fünf Prozent an. Die Lotto-Annahmestellen sind und bleiben der wichtigste Vertriebsweg für uns“, erläuterte Caspers-Merk. Im November startete das Unternehmen seinen grundlegend überarbeiteten Online-Auftritt. Die übersichtliche Struktur der neuen Seite ermöglicht dem Nutzer eine mühelose Navigation. Mit einem Klick geht es direkt zu den Spielscheinen. Zur bequemeren Tippabgabe kommen verbesserte und neue Zusatzfunktionen. Bereits seit August können Smartphone-Nutzer in Baden-Württemberg auch von unterwegs ihren Lotto-Tipp abgeben. Das neue, für mobile Endgeräte optimierte Web-Portal macht dies möglich. Im Frühjahr wurde die Seite www.lotto.de technisch an die Homepage von Lotto Baden-Württemberg angebunden. Lottospieler aus dem Südwesten können ihren Tipp so auch über die Zentralseite des Deutschen Lotto- und Totoblocks abgeben.

Erweitertes Sportwetten-Angebot

Im August verbesserte das Unternehmen seine Sportwette ODDSET. Geboten wird seitdem ein umfangreicheres Angebot mit mehr Wettformen, besseren Kombinationsmöglichkeiten und höheren Quoten. Dazu wurden neue Wettscheine ausgegeben. „Wir waren zuletzt im Segment der Sportwetten immer weniger wettbewerbsfähig. Deshalb musste ODDSET attraktiver werden. Das erweiterte und verbesserte Angebot war ein erster Schritt in Richtung einer Trendwende“, so Geschäftsführerin Caspers-Merk. Nach der Umstellung stabilisierten sich die Spieleinsätze bei der Sportwette. Sie lagen im ersten Halbjahr mit 12,6 Prozent noch deutlich im Minus. Am Jahresende steht ein kleinerer Rückgang von 3,3 Prozent. Auch 2013 blieb die Vergabe der Sportwettenlizenzen durch das bundesweit zuständige Hessische Innenministerium aus. „Die Lizenzvergabe verzögert sich immer weiter. So wird die Umsetzung des Glücksspieländerungsstaatsvertrags verschleppt. Darüber sind wir sehr verärgert. Es muss endlich gehandelt werden“, kritisierte Caspers-Merk.

Stuttgarter Initiative: Lotteriegesellschaften und Landessportverbände bauen Zusammenarbeit aus

Die deutschen Lotteriegesellschaften und die Landessportverbände intensivieren ihre Zusammenarbeit. Am Jahresende wurde ein gemeinsames Positionspapier bundesweit verabschiedet. Im September war bei einem Treffen in der Stuttgarter Lotto-Zentrale eine entsprechende Vereinbarung zunächst zwischen den Lotteriegesellschaften von Baden-Württemberg, Bayern, Rheinland-Pfalz und dem Saarland und den Spitzen der Landessportverbände bzw. -bünde aus dem Südwesten beschlossen worden. Eine inhaltlich nur leicht ergänzte Version fand im Anschluss die Zustimmung aller 16 deutschen Lotteriegesellschaften und Landessportbünde. In der Vereinbarung geht es insbesondere um die Unterstützung des Sports aus Lotteriemitteln. „Die Förderung des Sports aus den Reinerträgen der staatlichen Lotterien und Wetten ist seit Jahrzehnten bewährt. Über die Haushalte der Länder erhält der organisierte Sport pro Jahr bundesweit etwa 500 Millionen Euro. Dieses einmalige Erfolgsmodell ist in der breiten Öffentlichkeit noch zu wenig bekannt. Wir brauchen deshalb Fürsprecher für die gemeinwohlorientierte Regelung“, brachte es Caspers-Merk auf den Punkt.

Präventionsbeirat gegründet

Zur Weiterentwicklung des Spieler- und Jugendschutzes richtete das Unternehmen im November einen Präventionsbeirat ein. Das Gremium besteht aus fünf Experten aus dem Gebiet der Präventionsarbeit. Es soll den Austausch mit externen Interessensvertretern intensivieren und das Sozialkonzept des Unternehmens weiter verbessern. Der Präventionsbeirat wird regelmäßig zweimal im Jahr zusammenkommen und ergänzt die bisherigen Maßnahmen des Unternehmens in der Spielsuchtprävention. „Wir freuen uns, anerkannte Experten aus dem Gebiet der Präventionsarbeit für unseren Beirat gewonnen zu haben. Sie werden uns auf dem wichtigen Feld der Spielsuchtprävention und beim Jugendschutz mit Rat und Tat zur Seite stehen“, fasste Caspers-Merk zusammen.

Ausblick

Für die Spieleinsätze im Jahr 2014 ist die Lotto-Chefin vorsichtig optimistisch. „Am Jahresende könnte ein kleines Plus stehen. Ein Unsicherheitsfaktor in unserem Geschäft sind immer die Jackpots. Wir müssen auch abwarten, wie sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Land entwickeln. Es ist ein Trugschluss, dass sich die Menschen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten verstärkt dem Glücksspiel zuwenden.“ Laut Caspers-Merk ist im Jahresverlauf als weiterer Schritt der langfristig angelegten Online-Strategie die Einführung einer Lotto-App geplant. Um zu verhindern, dass Internetspieler weiterhin zu kommerziellen oder nicht-lizenzierten Anbietern abwandern, möchte sie den Registrierungsprozess auf der eigenen Website erleichtern. „Hier ist ein einheitliches, länderübergreifendes Verfahren dringend notwendig“, so Caspers-Merk. Auch die seit Jahren bestehenden Vollzugsdefizite bei der Bekämpfung des illegalen Glücksspiels im Internet sollen beseitigt werden. „Die Aufsichtsbehörden sind jetzt gefordert. Der Vollzug gegenüber Online-Glücksspielanbietern ohne gültige Lizenz muss effektiver werden. Im Glücksspieländerungsstaatsvertrag sind dafür geeignete Maßnahmen gesetzlich festgeschrieben. So können zum Beispiel Finanzinstitute dazu verpflichtet werden, Geldtransaktionen zu den nicht-lizenzierten Anbietern zu unterbinden“, erläuterte sie abschließend.

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