Das Sprechende Denkmal: Fünf neue Denkmale aus Westfalen erhalten eine Stimme

Eine Tuchwerkstatt, die zur Flüchtlingsunterkunft wurde, ein 500 Jahre altes Rathaus, das fast einem Parkplatz weichen musste und ein revolutionärer Kommunikationsweg, der den Grundstein für eine schnelle Informationsübermittlung legte: In der Podcast-Reihe „Das Sprechende Denkmal“ erzählen historische Bauwerke aus der Ich-Perspektive von ihren eigenen, spannenden Geschichten. Dadurch bringen sie den Hörerinnen und Hörern Wertevorstellungen und Haltungen nahe, die sich auch auf die heutige Zeit übertragen lassen. Im Rahmen einer neuen Kooperation hat WestLotto zusammen mit dem Westfälischen Heimatbund (WHB) fünf neue Episoden der Reihe veröffentlicht, die auf der Webseite www.sprechendes-denkmal.de verfügbar sind.

(Fotos: Westlotto)
(Fotos: Westlotto)

In den fünf- bis sechsminütigen Folgen präsentieren die Autobahnkirche in Exter, das Bügeleisenhaus in Hattingen, die Telegrafenstation Oeynhausen in Nieheim, die Wendener Hütte in Wenden und das Historische Rathaus in Werne spannende, interessante und überraschende Fakten aus ihrer Vergangenheit und Gegenwart. So berichtet beispielsweise das Bügeleisenhaus von seinen vielfältigen Rollen im Laufe der Zeit: zunächst als Tuchwerkstatt, dann als Metzgerei und später als Flüchtlingsunterkunft. Außerdem erzählt es die bedrückende Geschichte der jüdischen Familie Cahn, die kurz vor dem Zweiten Weltkrieg das Gebäude verkaufen musste und anschließend deportiert und ermordet wurde.

Bauwerk mit Botschaft

Direkt zur Webseite Das Sprechende Denkmal.
Direkt zur Webseite Das Sprechende Denkmal.
„Jedes dieser historischen Bauwerke hat eine Botschaft für uns, aus der wir in der heutigen Zeit etwas lernen können“, sagt WestLotto-Unternehmenssprecher Axel Weber. Als Zeugen ihrer Zeit verdeutlichen die Denkmäler, warum es sich lohnt, in ihren Erhalt zu investieren: „Die Gebäude zeigen Haltung und repräsentieren Werte, die unseren Weg zu einer demokratischen und offenen Gesellschaft darstellen.“

Die WHB-Verbandszeitschrift „Heimat Westfalen“ hatte im Vorfeld um Empfehlungen für neue „Sprechende Denkmäler“ gebeten – und die Leserinnen und Leser haben fleißig geliefert: Über 50 Denkmal-Vorschläge haben die Redaktion erreicht. Aus den Einsendungen wurden nun fünf Podcast-Episoden, quer über Westfalen verteilt, realisiert. Alle Folgen sind ab sofort über die Webseite www.sprechendes-denkmal.de und über alle gängigen Podcast-Plattformen abrufbar. Zudem wird vor jedem Denkmal ein QR-Code angebracht, mit dessen Hilfe sich die jeweilige Episode direkt vor Ort auf das Smartphone streamen lässt.

Leserinnen und Leser schlagen vor

„Denkmäler sind durch ihre Geschichten ein unvergleichliches Beispiel dafür, wie sich gesellschaftliches Zusammenleben über die Jahrhunderte hinweg verändert hat“, sagt Silke Eilers, Geschäftsführerin des WHB. „Diese Erinnerungen an die Vergangenheit gilt es zu bewahren, denn wir können viel aus ihnen lernen. Deshalb freuen wir uns, dass nun fünf Lieblingsdenkmäler der ‚Heimat Westfalen‘-Leserschaft eine Stimme bekommen haben.“

Das Sprechende Denkmal entstand 2020 in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz zum 50. Geburtstag der GlücksSpirale. Aus den Erlösen der Lotterie wird neben dem Sport und der Wohlfahrt auch der Denkmalschutz gefördert. Inzwischen wurde das Projekt um weitere Kooperationspartner erweitert. Über 40 Episoden mit Denkmälern aus ganz NRW sind so mittlerweile produziert worden.