Stellungnahme der Novomatic AG zu Artikeln des „SonntagsBlick“ vom 23.6. und 30.6.2002

Stellungnahme der Novomatic AG zu Artikeln des „SonntagsBlick“ vom 23.6. und 30.6.2002

Im Schweizer Boulevardblatt „SonntagsBlick“ sind am 23.6 und 30.6.2002 zwei Artikel unter den Überschriften „Gefährliches Spiel mit den Casinos“ sowie „Spielautomaten für Russenmafia“ veröffentlicht worden, die unter anderem Vorwürfe gegen unser Unternehmen sowie unsere Konzerntochtergesellschaft „Austrian Gaming Industries GmbH“ (AGI) zum Inhalt haben, wonach unsere Unternehmen

– „im Verdacht“ stehen sollen, „in Russland mit dubiosen Partnern zusammenzuarbeiten“,

– einen „russischen Ableger“ und Kontakte zu einem angeblichen „russischen Paten“ zu haben,

– und über „Firmen Geschäfte abwickeln, die zum russischen Mafia-Clan von Mikhail Mirislashvili“ gehören sollen.

Der Inhalt dieser Artikel ist in der Ausgabe der österreichischen Tageszeitung „Der Standard“ vom 1.7.2002 teilweise wiedergegeben worden.

Diese völlig haltlosen, unbewiesenen und offensichtlich vor dem Hintergrund der jüngst in der Schweiz erfolgten und für unsere Schweizer Konzernschwestergesellschaft äußerst erfolgreichen Konzessionsvergaben für 4 Spielbanken kreditschädigenden Behauptungen, veranlassen uns zur folgenden Stellungnahme:

1. Im Zuge des Verfahrens zur Vergabe von Spielbankkonzessionen in der Schweiz, aber auch noch vor Erscheinen der inkriminierten Artikel des „SonntagsBlick“ hat unsere Schweizer Konzernschwestergesellschaft der Eidgenössischen Spielbankenkommission alle relevanten – auch den russischen Markt betreffenden – Informationen offengelegt. Das von der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) eingeschaltete Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartment hat in einer offiziellen Stellungnahme die erhobenen Anschuldigungen ausdrücklich als unbegründet zurückgewiesen und ausgeführt, dass diese Vorwürfe sich “nach Untersuchung durch die ESBK, für die die Dienste des Bundesamtes für Polizei beigezogen worden waren, als blosse Behauptungen erwiesen” haben (Pressemitteilung der ESBK).

2.Unsere Tochtergesellschaft AGI produziert und exportiert – wie auch andere international ausgerichtete Unternehmen der Branche – Glücksspielautomaten für den Weltmarkt (und damit auch für den russischen Absatzmarkt) unter Einhaltung höchstmöglicher Qualitäts- und Sicherheitsstandards;

3.Unter strikter Beachtung dieser Standards wird für internationale Märkte, so auch des russischen Marktes, bestimmtes Glücksspielequipment – unserer grundsätzlichen Absatzpolitik folgend – nur an solche Abnehmer zu marktüblichen Konditionen veräußert, die nachweislich über die für deren Betrieb erforderlichen nationalen Bewilligungen verfügen;

4.Eine Person namens „Mikhail Mirislashvili“ und dessen allfällige wirtschaftlichen und/oder sonstigen Verbindungen sind uns erst im Zuge von Erhebungen der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) zur Kenntnis gelangt; es ist im übrigen für uns auch trotz Einhaltung kaufmännisch höchster Sorgfaltsmaßstäbe objektiv nicht nachvollziehbar, ob und in welchem Zusammenhang eine Person dieses Namens mit Unternehmen unserer Geschäftspartner tatsächlich, rechtlich oder wirtschaftlich, in unmittelbarem oder mittelbarem Zusammenhang steht oder nicht;

5.Weder wir selbst noch ein – unmittelbar oder mittelbar mit unserer Konzerngesellschaft verbundenes – Unternehmen hat bzw. haben einen “russischen Ableger”, vielmehr sind wir auf dem russischen Glücksspielmarkt operativ nicht tätig; wir oder ein Unternehmen unserer Gruppe halten auch keine wie immer gearteten Beteiligungen an russischen Unternehmen;

6.Da wir uns gegen diese Art der Rufschädigung nicht anders zur Wehr setzen können, werden wir bzw. unsere Schweizer Konzernschwestergesellschaft ACE Admiral Casinos & Entertainment AG sämtliche zu Gebote stehenden rechtlichen Schritte gegen die Urheber dieser haltlosen Anschuldigungen einschließlich derjenigen Personen, die diese oder ähnlich unbegründete Vorwürfe gegen uns oder ein konzernverbundenes Unternehmen oder deren Organe verbreiten, einleiten. Als erste Maßnahme wird die Erstattung einer Strafanzeige an die zuständige Staatsanwaltschaft vorbereitet.

Gumpoldskirchen, am 3.7.2002

Anmerkung der Redaktion [key:ISA] Casinos:

Siehe Artikel:

Lizenzvergabe unter der Lupe

Wiedererwägungsgesuch der Casino Kursaal Locarno SA abgelehnt

Pressemitteilung der ESBK