Historische Begräbnisstätte auf Schloss Benkhausen wiederhergestellt

Neuer Rundweg ist ab sofort der Öffentlichkeit zugänglich

Paul Gauselmann (4. v. r.) eröffnet feierlich den neuen Rundweg vor den Toren von Schloss Benkhausen im Beisein von (v. l.) Nicole Schröder (Gauselmann AG), Addi Schaefer (Bürgerverein Gestringen e.V.), Kirsten Beste (Geschichtsverein Benkhausen e.V.), Max Grote (Ortsvorsteher Gestringen), Karin Gauselmann, Monika Schaefer (Bürgerverein Gestringen e.V.), Landschaftsarchitekt Christhard Ehrig und Nils Rullkötter (Gauselmann AG).

Paul Gauselmann (4. v. r.) eröffnet feierlich den neuen Rundweg vor den Toren von Schloss Benkhausen im Beisein von (v. l.) Nicole Schröder (Gauselmann AG), Addi Schaefer (Bürgerverein Gestringen e.V.), Kirsten Beste (Geschichtsverein Benkhausen e.V.), Max Grote (Ortsvorsteher Gestringen), Karin Gauselmann, Monika Schaefer (Bürgerverein Gestringen e.V.), Landschaftsarchitekt Christhard Ehrig und Nils Rullkötter (Gauselmann AG).

Espelkamp/Lübbecke. Nach umfangreichen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen am Schloss Benkhausen und der Neugestaltung der dazugehörigen Parkanlage konnte nun auch die Wiederherstellung der historischen Begräbnisstätte der Barone von Schloss Benkhausen und deren Zuwegung, die sich unmittelbar südlich vor den Toren des Anwesens befindet, erfolgreich abgeschlossen werden. Am Dienstag, den 29. April 2014, weihte Schlossherr Paul Gauselmann gemeinsam mit seiner Frau Karin Gauselmann bei einer Banddurchschneidung im feierlichen Rahmen den neuangelegten Rundweg zur Begräbnisstätte ein.

„Schloss Benkhausen zeigt, was wir hier in der Region noch an alten Kulturschätzen und -reichtümern beherbergen“, so Paul Gauselmann in seiner Begrüßungsrede. „Darum haben wir alle möglichen und verfügbaren Mittel für den Erhalt des Anwesens eingesetzt. Und das hat sich, wie man klar sehen kann, gelohnt!“

Der wiederhergestellte Erbbegräbnishügel wird von Hängebuchen als Symbol für die Trauer umsäumt.

Der wiederhergestellte Erbbegräbnishügel wird von Hängebuchen als Symbol für die Trauer umsäumt.

Zu den Gästen für die Einweihung der wiederhergestellten Begräbnisstätte zählten neben der lokalen Presse auch Max Grote, Ortsvorsteher von Gestringen, Addi Schaefer vom Bürgerverein Gestringen e.V. sowie Kirsten Beste vom Geschichtsverein Benkhausen e.V. Die Landschaftsarchitekten Christhard und Eike Ehrig aus Bielefeld-Sennestadt, die auch für die Parkanlage von Schloss Benkhausen verantwortlich zeichnen, erläuterten den Pressevertretern und Besuchern mit einer kurzen Präsentation das durchdachte Gestaltungskonzept des Rundgangs zur Erbbegräbnisstätte. „Das Schloss lebt nie für sich alleine. Es braucht einen passenden Rahmen, damit es wirken kann“, so Eike Ehrig.

Historische Aufzeichnungen belegen, dass die Landstraße von Alswede (Benkhauser Straße) ursprünglich als Allee auf die Gräftenbrücke von Schloss Benkhausen führte. „Ziel der Wiederherstellung der Erbbegräbnisstätte der Barone von Schloss Benkhausen war es, den historischen Begräbnishügel mit dem Gräftenring und Eibentunnel wieder erlebbar zu machen“, sind sich Paul Gauselmann und die Landschaftsarchitekten Christhard und Eike Ehrig einig. So beginnt der neue Rundweg heute direkt vor den Toren des Schlosses als Weiterführung einer Achse, die ebenfalls in der Parkanlage und im Hof deutlich zu erkennen ist. Der Achsweg wird durch eine Säulen-Eichenreihe markiert und führt direkt auf den Vorplatz des Eibentunnels, dem historischen Zugang zur Begräbnisanlage der ehemaligen Inhaber von Schloss Benkhausen.

Die Landschaftsarchitekten Christhard (2. v. r.) und Eike (l.) Ehrig erläutern die starke Symbolik des engen Eibentunnels und des Gräftenrings.

Die Landschaftsarchitekten Christhard (2. v. r.) und Eike (l.) Ehrig erläutern die starke Symbolik des engen Eibentunnels und des Gräftenrings.

Die historische Begräbnisstätte ist als Rasentumulus gestaltet. Rasenwege führen auf den radialen Grabhügel mit den Gedenksteinen. Im Zuge der denkmalpflegerischen Überarbeitung ist der den Grabhügel umfassende Wassergraben durch Tondichtung wieder hergestellt worden. Nach dem Gesetz der kommunizierenden Röhren wird der Wasserring vom Überlauf der Schlossgräfte gespeist.

Vom Schlossparkplatz erreicht man über den neuen Gehweg, der ehemaligen Straßenführung zum Schloss, den Eibentunnel und gelangt über die Ringgräftenbrücke zum Begräbnishügel. Die Wegestrecke durch den Eibentunnel symbolisiert das Sterben, den Zustand, in dem sich alles verengt und ausweglos auf das Ziel, den Tod, ausgerichtet ist. Mit der Überquerung des Wassers, als Sinnbild des Hades aus der griechischen Mythologie, erreicht der Besucher die sogenannte Todesinsel. Diese wird von Hängebuchen als sichtbares Zeichen der Trauer gesäumt. Über eine zweite neue Brücke und einen schmalen Fußweg führt der Rundweg über den Parkplatz zurück zum Schlosshof. Der ebenfalls neugestaltete Parkplatz an der Neustadtstraße wurde passend zum Schlosshof mit altem Natursteinpflaster ausgebaut und bietet circa 50 Stellplätze für PKW.

Die historische Begräbnisstätte der Barone von Schloss Benkhausen und deren Zuwegung befinden sich unmittelbar südlich vor den Toren des Anwesens. (Bildquelle: L-A-E LandschaftsArchitekten Ehrig & Partner)

Die historische Begräbnisstätte der Barone von Schloss Benkhausen und deren Zuwegung befinden sich unmittelbar südlich vor den Toren des Anwesens. (Bildquelle: L-A-E LandschaftsArchitekten Ehrig & Partner)

Die Arbeiten des vierten Bauabschnittes wurden in nur sieben Wochen von der Firma Rasche/Minden ausgeführt – eine rasante Geschwindigkeit, die bereits an den vorangegangenen Bauabschnitten verdeutlicht wurde. Nach dem Kauf des Schlosses im Herbst 2010 durch die Unternehmerfamilie Gauselmann begannen im Frühjahr 2011 die ersten Sanierungs- und Umbauarbeiten. Heute dient Schloss Benkhausen vornehmlich der ostwestfälischen, familiengeführten Gauselmann Gruppe mit weltweit 8.000 Beschäftigten als Seminar- und Schulungszentrum, das mit seinen 31 modern ausgestatteten Gästezimmern auch Übernachtungsmöglichkeiten bietet. Darüber hinaus umfasst die Schlossanlage auch das Deutsche Automatenmuseum – Sammlung Gauselmann und einen weitläufigen Schlosspark, der in Form eines englischen Gartens gestaltet ist.

Mit der Wiederherstellung der historischen Begräbnisstätte rückt nun der ursprüngliche Charakter des Schlosses noch weiter in den Fokus. „Zusammen mit der eindrucksvollen Parkanlage und dem neuen Rundweg ist Schloss Benkhausen für die Region eine echte Bereicherung. Ich würde sagen, hier ist die Perle Gestringens und der Region entstanden“, gratuliert Ortsvorsteher Max Grote zu dem gelungenen Bauprojekt.

„Mit der Wiederherstellung der alten Straße zum Schloss Benkhausen als Fußweg ist es uns gelungen, die Erbbegräbnisstätte der Barone nahtlos an das Anwesen anzugliedern. So ist er nicht nur eine Bereicherung für Schloss Benkhausen, sondern auch für die Öffentlichkeit. Ich bin mir sicher, dass der neue Spazierweg ebenso wie die Parkanlage viele Besucher anzieht und bei solch schönem Wetter wie heute rege genutzt wird“, so Paul Gauselmann abschließend.

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