mybet verfehlt Ziele deutlich und schließt Geschäftsjahr 2013 mit einem negativen EBIT in Höhe von 10,2 Millionen Euro ab

  • Umfangreiche Sonderabschreibungen belasten Ergebnis 2013
  • Rückstellungen und Sondereffekte wirken sich zusätzlich negativ aus
  • Konzernumsatz sinkt um 2,5%
  • Neuer Vorstand und AR unter neuer Führung leiten Turnaround ein

Kiel, 28. März 2014 – Die mybet Holding SE (Deutsche Börse Prime Standard; ISIN DE000A0JRU67) veröffentlicht heute ihre vorläufigen, untestierten Konzernkennzahlen für das Geschäftsjahr 2013. Demnach ist der Umsatz des mybet-Konzerns um 2,5 Prozent auf 67,0 Mio. Euro (VJ 68,8 Mio. Euro) zurückgegangen. Hierbei konnte in den Segmenten Sportwetten und Casino & Poker ein leichtes Wachstum erzielt werden. Zusätzliche Abschreibungen, Rückstellungen und andere, meist einmalige Sondereffekte führten zu einem negativen EBIT in Höhe von 10,2 Millionen Euro.

Bereinigung der Aktivitäten

Der Umsatz mit Lotterien ging infolge des Verkaufs der JAXX-Plattformen im Vorjahr und der anhaltend negativen Entwicklung der spanischen Tochtergesellschaften um 49 Prozent auf 3,2 Mio. Euro (VJ 6,2 Mio. Euro) zurück.

Vor dem Hintergrund der Fokussierung auf Sportwetten- und Casino-Angebote soll das spanische Lotteriegeschäft im Laufe des Jahres 2014 veräußert werden. Bereits zum 30.11.2013 wurden die spanischen Gesellschaften entkonsolidiert.

Belastend wirkte sich darüber hinaus das defizitäre Sportwettgeschäft in Italien aus. Hier wird momentan eine Lösung erarbeitet. Ebenfalls belastend wirkte sich der rechtlich bedingte Wegfall des französischen Onlinemarktes aus.

Rückstellungen und Sondereffekte

Im Geschäftsjahr 2013 haben einige Sondereffekte, die sich auf 7,3 Mio. Euro summieren, das Ergebnis belastet. Neben Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 0,9 Mio. Euro wurden vorsorglich Rückstellungen für Prozesskosten und mögliche Nachforderungen von Glücksspielabgaben in Höhe von insgesamt 3,5 Mio. Euro gebildet. Die Aufwendungen beinhalten auch Rückstellungen im niedrigen sechsstelligen Bereich für die Klage des im Oktober 2013 abberufenen Vorstands Stefan Hänel.

Mit der Entkonsolidierung und Neubewertung der Geschäftspotentiale der spanischen Gesellschaften wurden Darlehen, Goodwill und Beteiligungen in Höhe von 2,4 Mio. Euro abgeschrieben sowie ein Entkonsolidierungsaufwand in Höhe von 0,5 Mio. Euro verbucht.

Konzernumsatz rückläufig

Trotz des insgesamt rückläufigen Konzernumsatzes ist das Online-Geschäft im Sportwettensegment auf www.mybet.com und www.mybet.de mit einem Wachstum des Hold (Wetteinsatz abzgl. Wettgewinne) von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 14,0 Mio. Euro (VJ 11,6 Mio. Euro) positiv hervorzuheben. Der Hold im stationären Bereich ging aufgrund von Systeminstabilitäten zu Beginn des Jahres 2013 sowie einer qualitativen Konsolidierung der Franchise-Struktur um 13 Prozent auf 17,8 Mio. Euro (VJ 20,5 Mio. Euro) zurück. Insgesamt lag der Segmentumsatz im Geschäftsjahr 2013 mit 33,7 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres.

Der Umsatz mit Casino- und Poker-Angeboten konnte trotz der regulatorisch bedingten Einstellung der französischen Aktivitäten ein Plus von 8 Prozent auf 23,4 Mio. Euro (VJ 21,7 Mio. Euro) erzielen.

Der Umsatz im Segment Pferdewetten ging bei einer Verbesserung der Profitabilität leicht auf 5,6 Mio. Euro (VJ 5,7 Mio. Euro) zurück. Die Beteiligung an der pferdewetten.de AG wurde Ende 2013 durch den Verkauf von Aktien auf 52,2 Prozent reduziert. Die strategische Relevanz und Ausrichtung der Beteiligung innerhalb von mybet wird aktuell geprüft.

Liquidität

Mit einer Eigenkapitalquote von 49 Prozent (VJ 65 Prozent) und einem Finanzmittelbestand in Höhe von 9,7 Mio. Euro (VJ 14,9 Mio. Euro), wovon 5,0 Mio. Euro nicht frei verfügbar sind, ist der Handlungsspielraum der mybet-Gruppe derzeit begrenzt. Der Vorstand zieht in Erwägung, mit der Platzierung einer Wandelanleihe, der Veräußerung von Geschäftsbereichen und Beteiligungen oder anderen Finanzierungsmaßnahmen die Kapitalausstattung des Konzerns zu verbessern. Die Aufnahme zusätzlicher Finanzmittel soll den Handlungsspielraum der Gesellschaft, auch vor dem Hintergrund der Vergabe von bundesweiten Sportwett-Lizenzen (E 15), verbessern. Auch produktseitig plant die Gesellschaft Investitionen in Qualität und Innovation. Ferner sollen ausreichend finanzielle Reserven aufgebaut werden, um die Gesellschaft weniger anfällig für saisonale Schwankungen und Sondereffekte zu machen.

Ausblick

Nach einem äußerst unerfreulichen Geschäftsjahr 2013 wird die mybet-Gruppe sich nun auf die notwendigen Aufräumarbeiten sowie auf seine operativen Kernkompetenzen in den Bereichen Sportwette und Casino konzentrieren. Neben Kostensenkungsprogrammen und der Beendigung nicht zielführender Liquiditätsabflüsse, streben der neue Vorstand und der Aufsichtsrat unter neuer Führung darüber hinaus einen nachhaltigen Turnaround an, der durch die zuvor genannte Fokussierung erreicht werden soll. Dies soll von einer neuen Qualität bei den Themen Transparenz und Kommunikation flankiert werden.

Das erste Quartal 2014 zeigt für die mybet-Gruppe bereits erste kleinere Erfolge und ist über Plan angelaufen. Der Start in das neue Jahr kann bisher als vielversprechend bewertet werden. Für das Geschäftsjahr 2014 rechnet der neue Vorstand mit einem leicht steigenden Umsatz zwischen 70 und 75 Mio. Euro. Ergebnisseitig wird ein ausgeglichenes EBIT angestrebt.

Kennzahlen 2013

20132012Veränderung
TEURTEUR%
Umsatz67.03068.751-2,5
Sportwetten33.33733.320+0,1
Casino & Poker23.41921.671+8,1
Lotterien3.1836.236-49,0
Pferdewetten5.6205.685-1,1
Sonstige operative Segmente1.2471.840-32,2
EBITDA-5.41710.992n.a.
EBIT-10.2107.248n.a.


31.12.201331.12.2012
Cash-Bestand9.67314.884
Eigenkapital19.28128.520
Eigenkapitalquote48,7%64,9%

Der Geschäftsbericht 2013 mit dem testierten Abschluss wird voraussichtlich Mitte April veröffentlicht.

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