Gesellschaft für Spielerschutz und Prävention – Ein Dienstleistungsangebot für Alle?

Reinhold Schmitt
ISA-GUIDE Chefredakteur (V.i.S.d.P.)
E-Mail: info@isa-guide.de


Nun ist es amtlich und die Handelsregistereintragung ist erfolgt. Löwen Entertainment, Löwen Play und die Schmidt Gruppe bündeln ihre Präventionsarbeit in der neu gegründeten Gesellschaft für Spielerschutz und Prävention mbH (GSP). Der Sitz des Unternehmens ist in Bingen am Rhein, in Berlin wird es ein weiteres Büro geben. Geschäftsführer des Unternehmens ist Josef Kron, seit vielen Jahren ein erfolgreicher Unternehmer im Spielstättenbereich und ein Vordenker in Sachen Jugend- und Spielerschutz.

ISA-GUIDE spricht zu diesem Thema mit Robert Hess M.A., alleinvertretungsberechtigter Geschäftsführer der Schmidt Gruppe Entertainment GmbH.

Chefredakteur Reinhold Schmitt, ISA-GUIDE: Warum gehen die drei Filialunternehmen in Sachen Spielerschutz und Prävention diesen Weg?

Robert Hess

Robert Hess

Robert Hess M.A.: Jedes der beteiligten Unternehmen verfügt über viel Erfahrung in Sachen Spielerschutz. Die Schmidt Gruppe hatte das Thema bereits 2007 aufgegriffen und gemeinsam mit einem externen Beratungsunternehmen ein Spielerschutz-Konzept entwickelt. Auch die beiden anderen Unternehmen hatten sich schon sehr früh mit Fragen des Spielerschutzes auseinandergesetzt.
Im Laufe der letzten Jahre wuchs aber die Überzeugung, dass die Wirksamkeit der Aktivitäten gesteigert werden kann, wenn wir nicht nebeneinander herlaufen, sondern miteinander kooperieren. Für Spielstätten der beteiligten Unternehmen in einer bestimmten Region soll nun nur noch ein Präventionsberater Verantwortung tragen. Dies schont Ressourcen und steigert die Effizienz der Präventionsarbeit

Reinhold Schmitt, ISA-GUIDE: Erschöpft sich die Tätigkeit der GSP nur in Präventionsberatung?

Robert Hess: Nein. Neben der Arbeit der Präventionsberater ist es gelungen, ein gemeinsames Sozialkonzept zu erarbeiten und in den Unternehmen zu implementieren. Auch die unterschiedlichen gesetzlichen Vorgaben zur Spielersperre in den einzelnen Bundesländern wurden praxisnah in ihrem Handling vereinheitlicht. Zusätzlich wird das geforderte Berichtswesen effizienter gestaltet. Die Schulungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden gemeinsam geplant und realisiert. Natürlich soll die GSP auch aktiv die Kommunikation mit dem Hilfebereich, der Suchtwissenschaft und der Politik führen.

Reinhold Schmitt, ISA-GUIDE: Sie sprechen von einem professionellen Angebot auch für andere Glücksspielanbieter. Bedeutet dies, dass man Dienstleistungen ‚einkaufen‘ kann?

Robert Hess: Zurzeit hat die Gesellschaft 17 top-ausgebildete Präventionsberater, die zunächst einmal Ansprechpartner für die Servicekräfte in den Spielstätten der eigenen Unternehmen sind. Ferner halten sie Kontakt zu örtlichen Beratungsstellen und stehen Spielgästen bei Problemen mit unserem Produkt ‚Automatenspiel‘ zur Verfügung. Sie sollen die Hand zur Hilfe reichen und betroffene Menschen dem Hilfesystem zuführen. Therapie ist ausdrücklich nicht Aufgabe der Präventionsberater. Dieses Knowhow, in einer ernsthaften und professionellen Präventionsarbeit, wollen wir für andere Marktteilnehmer öffnen. Ich denke, dass das Unternehmen zum Ende der zweiten Jahreshälfte in der Lage sein wird, anderen Spielstättenbetreibern und später auch anderen Glücksspielanbietern diese Dienstleistung entweder in Bausteinen oder komplett anzubieten. Natürlich ist eine ganz entscheidende Voraussetzung, dass sich die Unternehmen zu den Inhalten des Sozialkonzeptes bekennen und die notwendigen Strukturen in ihrem Unternehmen schaffen. Damit wird eine qualitativ hochwertige Dienstleistung in immer mehr Bereiche des Glücksspiels einziehen. Unser Motto: Anderen Helfen, Erfolg zu haben.
Um dies zu gewährleisten, bauen wir zurzeit einen wissenschaftlichen Beirat auf und werden uns einer kontinuierlichen Evaluation unterziehen.

Reinhold Schmitt, ISA-GUIDE: Soll damit die Qualität des Angebots zum Maßstab der Regulierung werden?

Robert Hess: Zurzeit haben wir in der Automatenwirtschaft das Problem, dass die Politik zur Jahresmitte 2017 unter rein quantitativen Aspekten den Spielstättenmarkt neu gestalten will (Mindestabstand / Verbot der Mehrfachkonzession). Am Ende, das ist eine reale Gefahr, bleiben vielleicht die übrig, die die Politik eigentlich nicht haben will, wenn sie sich an den Zielen des Glücksspielstaatsvertrages orientiert. Wenn wir es schaffen, mit der Arbeit der GSP ein Umdenken in den Köpfen von quantitativen Regulierungsansätzen hin zu qualitativen Regulierungsansätzen zu bewirken, dann hätten wir viel erreicht und unsere Arbeit hätte sich auf jeden Fall gelohnt.

Reinhold Schmitt, ISA-GUIDE: Viele Kritiker sehen in diesen Bemühungen aber nur ein Feigenblatt. Wie begegnen Sie diesem Argument?

Robert Hess: Wenn es ernstgemeinte Argumente wären, könnte man sich damit inhaltlich auseinander setzen. Vorwürfe, unsere Spielerschutzaktivitäten beschränkten sich auf die Herstellung von Hochglanzbroschüren, entbehren jeder Grundlage. Wir meinen es ernst und waren und sind bereit, für Präventionsarbeit auch Geld zu investieren. Wir stellen uns jedem konstruktiven Dialog insbesondere mit Suchthilfeeinrichtungen und der Suchtwissenschaft. Dort, wo es Optimierungspotential gibt, werden wir die letzten sein, die sich wissenschaftlichen fundierten Verbesserungen verschließen. Alle Kritiker sind herzlich eingeladen, in diesen Dialog mit uns einzutreten.

Reinhold Schmitt, ISA-GUIDE: Herzlichen Dank für das Gespräch.

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