Im aktuellen Wochenrückblick steht die Glücksspielbranche erneut im Spannungsfeld zwischen Regulierung, juristischen Entwicklungen und strukturellem Wandel. Besonders die Diskussion um den Schwarzmarkt und die Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags 2026 gewinnt weiter an Dynamik.
Schwarzmarkt bleibt zentrales Thema
Eine neue Studie zeigt, dass der illegale Online-Glücksspielmarkt weiterhin wirtschaftlich relevant ist. Rund 23 Prozent der Einsätze bzw. Verluste sowie etwa 547 Millionen Euro Bruttospielertrag werden dem Schwarzmarkt zugerechnet. Damit bleibt die Kanalisierung eines der entscheidenden Themen für die Regulierung.
Schlussanträge im EuGH-Verfahren
Im Fokus stehen die Entwicklungen rund um Tipico und das EuGH-Verfahren C-530/24. Nun wurden die Schlussanträge des EuGH-Generalanwalts Nicholas Emiliou veröffentlicht. (Artikel von Rechtsanwalt Dr. Reichert / Artikel der Kanzlei CLLB)
Weitere Klagen gegen Zahlungsdienstleister
Parallel dazu nehmen auch Klagen gegen Zahlungsdienstleister zu. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Anbieter von Zahlungsdiensten für Transaktionen im Zusammenhang mit illegalem Online-Glücksspiel haftbar gemacht werden können.
Regulierung: Neue politische Diskussionen
Auch politisch bleibt die Regulierung in Bewegung. In Bremen wird diskutiert, Online-Glücksspiel erst ab 21 Jahren zu erlauben und in Österreich sorgt die Neuvergabe von Lizenzen weiterhin für politische Spannungen. Gleichzeitig prüft die Evaluierung 2026, ob Marktstruktur, Lizenzsystem und Besteuerung den legalen Markt stärken – oder unbeabsichtigt den Schwarzmarkt fördern.
Glücksspiel-Symposium und GGL-Position
Beim 23. Glücksspiel-Symposium in Hohenheim bezog die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) klar Stellung zur Evaluierung. Im Mittelpunkt stehen Fragen zur Wirksamkeit der Regulierung und zur zukünftigen Ausrichtung des Marktes.
Wandel in den Spielbanken schreitet voran
Spielbankdirektoren stehen dabei zwischen Konzernstrategie und regionaler Verantwortung und treiben die Modernisierung aktiv voran.
Merkur Group stärkt Markenpräsenz
Mit der Umbenennung der Wunderino Arena in „Merkur Ostseehalle“ setzt die Merkur Group ein deutliches Zeichen für ihre Markenstrategie und regionale Präsenz.
Poker zwischen Boom und Realität
Ein Blick auf die Entwicklung der Pokerszene zeigt den Wandel vom Boom der 2000er-Jahre hin zu einer nüchterneren Gegenwart. Große Plattformen, TV-Formate und Events prägten die Szene nachhaltig – heute steht wieder stärker das Spiel selbst im Fokus.
Historische Wurzeln der Casino-Kultur
Auch die Geschichte bleibt Teil des Gesamtbildes: Städte wie Baden-Baden, Homburg und Wiesbaden prägten im 19. Jahrhundert Europas Casino-Kultur maßgeblich, bevor das Spielbankenverbot von 1872 die goldene Ära beendete.
Lootboxen und Jugendschutz im Fokus
Das europäische Bewertungssystem PEGI plant strengere Altersfreigaben für Spiele mit Lootboxen. Künftig sollen entsprechende Titel erst ab 16 Jahren freigegeben werden – ein weiterer Schritt in der Debatte um Glücksspielmechaniken in Videospielen.
Las Vegas und neue Projekte
In Las Vegas entsteht ein spektakuläres neues Hotel in Form einer riesigen Gitarre. Das Projekt knüpft an die traditionsreiche Geschichte des Standorts an und zeigt den ständigen Wandel der Casino-Metropole.
Lotto sorgt für neue Millionäre
Auch das klassische Glücksspiel bleibt präsent: Ein Spieler aus dem Westerwald gewann knapp 2,9 Millionen Euro im LOTTO 6aus49. Weitere hohe Gewinne wurden unter anderem in Rheinland-Pfalz erzielt.
Haben Sie den letzten Wochenrückblick verpasst? Lesen Sie hier, was die Branche in der Vorwoche bewegt hat.
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