Zwischen nostalgischem Flair und modernen Vertriebskonzepten positioniert sich das Unternehmen von Frank Mietke erfolgreich im ostsächsischen Presse- und Lottohandel. Mit mehreren Standorten in der Oberlausitz verbindet der Unternehmer traditionelle Verkaufsformen mit zeitgemäßen Handelsstrukturen.

Rund die Hälfte derer, die das Geschäft in der Bautzener Karl-Marx-Straße 22 betreten, sind Stammkunden. Wohl auch weil das Lädchen tatsächlich etwas ganz Besonderes, fast Heimeliges hat: den Duft nach Zigarren und Pfeifen-Tabak und nach frisch Gedrucktem, nostalgische Werbung, Regale aus braunem Holz und für die stilvollen Pfeifen ausgepolsterte Vitrinen… Im Kontrast dazu – als seien Ufos gelandet – unzählige bunte Zeitschriften und das Sachsenlotto-Kompakt-Terminal. Auch für Osterservietten, Postkarten und Bastelhefte findet sich noch ein Plätzchen auf den wenigen Quadratmetern des „Bautzener Tabakladens“, der mit drei Kunden und deren Einkaufstaschen schon gut gefüllt ist.
Start in den Wende-Wirren

Doch um diese Zweigleisigkeit zu verstehen, muss man ein paar Schritte zurück in der Unternehmensgeschichte: In den Wende-Wirren suchten die Eltern von Frank Mietke wie so viele in der Region neue Arbeit. Aus ihren früheren Jobs brachten sie betriebswirtschaftliche Erfahrung mit. Rückenwind gab ihnen das Verlangen der Ostdeutschen, sich in der großen buntglänzenden Zeitschriftenwelt umzuschauen. Ein paar Verkaufstests aus dem Auto und der Garage heraus – und das Abenteuer Zeitschriftenhandel startete. Ein paar Gesetze, ein paar Abwicklungsmodalitäten, ein paar Umbenennungen und mehrere Strukturveränderungen später wurde daraus die Mercura-Pressegroßhandel Mietke GmbH & Co. KG, zu dessen Abnehmern noch heute viele der Lotto-Annahmestellen Ost-Sachsens zählen.

Mit Moos was los
Zu diesen Ideen gehörte die klare Abgrenzung zweier Geschäftstypen: der nostalgische „Tabakladen“ einerseits und die neuzeitliche „Pressewelt“ andererseits. Wie die „Pressewelt“ aussieht und funktioniert kann man nicht nur in Löbau und Niesky, sondern auch in Bautzen in der Reichenstraße sehen. Das Sortiment, das der „Tabakladen“ sozusagen im Mini-Format präsentiert, hat hier richtig viel Platz: 140 Quadratmeter. Es umfasst Zeitungen, Zeitschriften, Romane, Comics, Rätselhefte und Taschenbücher von rund 230 Verlagen. Hinzu kommen regionale Leckereien von Senf und Konfitüre bis zu Kaffeebohnen aus der ortsnahen Rösterei , „…die wir nicht mehr suchen müssen, weil die Hersteller sie uns inzwischen anbieten“, so Mietke. Viel Raum und damit Aufmerksamkeit wird zudem den Dynamo-Dresden-Fanartikeln eingeräumt.

„Keine unserer Angebots-Säulen wäre ohne die andere stabil“, erläutert der Unternehmer. „Wer einen Lottoschein kauft, den fragen meine Mitarbeiter nebenbei, ob er die neue Zeitschrift schon kennt. Und manch einer spielt auch mal mit, obwohl er eigentlich nur ein Spielzeug kaufen oder ein Paket abholen wollte.“
Beispielsweise „Rubbel-Niesky“

Und noch etwas erzählt der Chef über seine Leute: „Sie haben ein Gespür für die Menschen. Wenn beispielsweise mal einer enttäuscht ist, dass er wieder nichts gewonnen hat, ist der Kunde aufzumuntern mit einem Hinweis darauf, was Lotto mit seiner Hilfe alles unterstützt.“
Text: Marlis Heinz
Quelle: Sachsenlotto