BGH verhandelt heute über Verluste aus unerlaubtem Online-Glücksspiel

Heute richtet sich der Blick der Glücksspielbranche nach Karlsruhe. Der Bundesgerichtshof verhandelt am 17. September 2026 über die Rückforderung von Verlusten aus unerlaubtem Online-Glücksspiel. Das Verfahren mit dem Aktenzeichen I ZR 216/25 hat der BGH zum Leitentscheidungsverfahren bestimmt.

ISA-GUIDE LogoNach aktuellem Stand ist die mündliche Verhandlung vor dem I. Zivilsenat für 10:00 Uhr angesetzt.

Im konkreten Fall verlangt ein Spieler die Erstattung von Verlusten aus Online-Casinospielen in Höhe von 10.092 Euro. Die beklagte Anbieterin mit Sitz in Malta verfügte während des maßgeblichen Zeitraums über eine maltesische Glücksspiellizenz, jedoch noch nicht über die erforderliche deutsche Erlaubnis.

Der Fall reicht weit über den einzelnen Rechtsstreit hinaus. Der Bundesgerichtshof will in dem Leitentscheidungsverfahren mehrere grundsätzliche Rechtsfragen klären. Dazu gehört insbesondere, welche Folgen ein Verstoß gegen das damalige Verbot unerlaubter Online-Casinospiele für die geschlossenen Spielverträge und mögliche Rückzahlungsansprüche hat.

Die Bedeutung des Verfahrens ist entsprechend groß. Beim BGH sind zahlreiche weitere Verfahren zu Rückforderungen von Verlusten aus Online-Glücksspielen anhängig. Der Ausgang des Leitentscheidungsverfahrens dürfte daher auch für viele ähnlich gelagerte Fälle von Bedeutung sein.

ISA-GUIDE hatte bereits im Mai ausführlich über das Verfahren, seine Hintergründe und die vom BGH aufgeworfenen Rechtsfragen berichtet.

Ob sich bereits aus der heutigen Verhandlung eine klare Richtung erkennen lässt und wann eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs ergeht, bleibt abzuwarten.

FAQ – Häufige Fragen zum BGH-Verfahren
Worum geht es im BGH-Verfahren I ZR 216/25?
Im Verfahren I ZR 216/25 verlangt ein Spieler die Rückzahlung von 10.092 Euro, die er bei Online-Casinospielen verloren hat. Der Anbieter verfügte im maßgeblichen Zeitraum zwar über eine maltesische Glücksspiellizenz, jedoch noch nicht über die erforderliche deutsche Erlaubnis.
Warum ist das Verfahren vor dem Bundesgerichtshof so wichtig?
Der Bundesgerichtshof hat den Fall zum Leitentscheidungsverfahren bestimmt. Damit sollen Rechtsfragen geklärt werden, die auch für zahlreiche ähnliche Verfahren eine Rolle spielen. Beim BGH sind weitere Klagen zur Rückforderung von Verlusten aus unerlaubtem Online-Glücksspiel anhängig.
Welche Rolle spielt die maltesische Glücksspiellizenz?
Ein zentraler Streitpunkt ist, welche Bedeutung eine Lizenz aus einem anderen EU-Mitgliedstaat für Glücksspielangebote in Deutschland hatte. Die Anbieter berufen sich dabei unter anderem auf europarechtliche Grundsätze, während für das Angebot in Deutschland eine deutsche Erlaubnis erforderlich war.
Entscheidet der BGH bereits am 17. September 2026?
Am 17. September 2026 findet zunächst die mündliche Verhandlung vor dem I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs statt. Eine Entscheidung muss nicht am selben Tag verkündet werden. Wann der BGH sein Urteil beziehungsweise eine weitere Entscheidung bekannt gibt, bleibt abzuwarten.