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Isle of Man ändert Casino-Regeln

Als Kronkolonie („Crown Dependency“) ist die Isle of Man zwar in der Außenpolitik vollständig der britischen Regierung unterstellt. Innenpolitisch ist sie aber weitgehend unabhängig. Die aktuelle Entscheidung wurde ebenfalls ohne Einflussnahme der britischen Regierung getroffen.

Dass nun auf der Atlantikinsel auch US-Bürgern das Glücksspiel erlaubt wird, könnte sich als wirtschaftlich sehr bedeutsam erweisen. Denn von den etwa 7,6 Milliarden Dollar, die jedes Jahr bei Online-Wetten verloren werden, geht etwa die Hälfte auf die Kappe der amerikanischen Glücksspieler. Auch wenn die Teilnahme an diesen Spielen streng verboten ist.

Aber die Gültigkeit dieses Verbotes darf bezweifelt werden. Die Welthandelsorganisation WTO hat das Verbot im vergangenen Jahr nach einer Klage der Inselstaaten Antigua und Barbuda ausdrücklich für unrechtmäßig erklärt (vgl.: „WTO bestätigt Glücksspiel-Entscheidung“). Diese Entscheidung wird von den USA zwar angefochten und die WTO muss innerhalb der nächsten drei Monate das Urteil nochmals prüfen. Doch es erscheint unwahrscheinlich, dass es nach der bereits intensiven Prüfung der Rechtslage zu einer völlig anderen Einschätzung kommt.

Sollte das Urteil also wie erwartet Bestand haben, dann dürfen zumindest die klagenden Inselstaaten US-Bürgern Zugang in ihre Online-Casinos geben. Und andere – wie jetzt der Fall der Isle of Man zeigt – haben wohl nicht vor, Antigua und Barbuda das ganze Geschäft kampflos zu überlassen.