IMA: Neue Ideen und praxisnahe Lösungen sind gefragt

Jedes Jahr im Januar ist die IMA für ihre Aussteller und Besucher der Auftakt ins neue Geschäftsjahr: Wer hier nicht ist, der ist in den kommenden Monaten außen vor. Denn die Messe ist traditionell der Treffpunkt der Branche. In den Hallen 8a und 8b des Düsseldorfer Messegeländes präsentieren die Hersteller ihre neuesten Produkte; hier werden Pläne für das beginnende neue Jahr geschmiedet, Geschäfte abgeschlossen und Informationen ausgetauscht.

Vor allem sind es natürlich die Innovationen der Aussteller sowie auch der rege Austausch mit den Branchenkollegen gerade vor dem Hintergrund der politischen Diskussion in Deutschland, die die Besucher nach Düsseldorf locken. So zum Beispiel Daniel Günderoth, Geschäftsführer Top Game Spielothek GmbH in Lampertheim bei Worms: „Von der IMA 2012 erwarte ich neue innovative Spielsysteme und selbstverständlich praxisbasierende, funktionierende Ideen zur Umsetzung der im Glücksspielstaatsvertrag angekündigten Regulierungen wie Spielerkarte und Speerzeiten – und nicht zuletzt spannende Gespräche mit Kollegen über die Vergnügungssteuerproblematik.“ Zur aktuellen Branchensituation meint Günderoth: „Jede Krise bietet auch neue Chancen. Diese sind zukünftig zum einen eine intensivere Diversifikation des eigenen Unternehmens im Bereich Sportwetten und Systemgastronomie sowie weiterhin eine gesunde Expansion in marktgerechte – Spielhallen mit zwölf Spielgeräten – Entertainmentobjekte. Denkbar ist für mich auch, die angesprochenen Bereiche in einem Objekt zusammenzuführen.“

Ähnlich sieht das auch Freddy Fischer, geschäftsführender Gesellschafter msp GmbH & Co. KG und Gründer der „freddy fischer stiftung“ aus Essen: „Durch die Gesetzesvorlagen gehen wir in eine ungewisse Zukunft, die nächsten Jahre werden gekennzeichnet sein von dem Ausgang der aktuellen Prozesse. Gerade in dieser Zeit ist die IMA als Branchentreffpunkt wichtig. Ich erwarte mir viel vom Austausch mit Kollegen über mögliche Zukunftszenarien und geschäftliche Inspiration über alternative Konzepte und Ideen.“ Seine Unternehmensgruppe wird ihren Investitionsschwerpunkt 2012 auf neue Geräte für die Gastronomieaufstellung mit intelligentem Geldmanagement legen. „Wir setzen hier auf unsere deutschen und holländischen Industriepartner und freuen uns mit diesen Unternehmen gemeinsam nach vorne zu schreiten.“

Elfriede Lauser, Geschäftsführerin Gustav Lauser GmbH Stuttgart und 2. Vorsitzende Deutscher Automaten-Großhandels-Verband (DAGV), wird auf der IMA 2012 ebenfalls vor allem nach neuen, umsetzbaren Ideen suchen, wie der politischen Situation begegnet werden kann: „Der Gedankenaustausch unter Kollegen wird auf dieser Messe umso wichtiger sein. Von der Industrie erwarte ich Lösungen und Unterstützung – wir sitzen schließlich alle in einem Boot: Industrie, Großhandel und Aufsteller.“

Branche ist gut aufgestellt: Industrie präsentiert neue Produkte
Lösungen halten die Aussteller der IMA bereit und sehen der Zukunft mit souveräner Gelassenheit entgegen. So auch Mario Hoffmeister, Leiter des Zentralbereichs Kommunikation der Gauselmann AG: „Die Branche ist im Prinzip in Deutschland hervorragend aufgestellt. Die aktuelle politische Situation bereitet selbstverständlich Sorge, doch wir sind sicher, dass die geplanten und zum Teil völlig unangemessenen Maßnahmen sich nicht durchsetzen lassen werden. Daher gehen wir – trotz der dunklen Wolken am Horizont – mit Zuversicht in das Jahr 2012.“ Dabei blickt die Gauselmann AG auch über den Tellerrand. Hoffmeister: „Grundsätzlich sind für uns nur die Märkte interessant, die ein legales und gesetzlich geregeltes Angebot ermöglichen. Als international tätiges Unternehmen richtet sich unser Blick natürlich nicht nur auf die verschiedenen Angebotsformen in Deutschland, sondern wir beobachten die Entwicklungen im Glücks- und Gewinnspielmarkt international sehr genau.“

Bei Bally Wulff widmet man sich verstärkt dem Gastronomiesektor, das wird sich auch auf der IMA zeigen: „Mit unserer GameStation Wandversion und den speziellen Gastro-Spielepaketen wie „Action Star solid“ haben wir dem Gastronomiesektor ganz besondere Aufmerksamkeit gewidmet, die von Spielgästen wie Automatenunternehmern gleichermaßen honoriert und als Gastrokonzept auf höchstem Niveau anerkannt wird. Dies hat zu den erwarteten Umsatzsteigerungen geführt und das Vertrauen unserer Kunden gestärkt. Das größte Augenmerk lenken wir dennoch auf innovative Spielstätten. Unsere Spielepakete und vor allem der neue Magic Cashpot bringen den Markt inzwischen in Bewegung, neue Marktanteile mit eingeschlossen“, sagt Bernhard Eber, Presse- & Öffentlichkeitsarbeit Bally Wulff Entertainment. Für die Branche stelle die derzeitige ungewisse politische Situation die Herausforderung dar, 2012 die Betriebe in allen Bereichen auf ein möglichst modernes Niveau zu bringen. Eber: „Nur so kann die verbleibende Zeit, ganz gleich wie die politischen Entscheidungen ausfallen, optimal genutzt werden. Es wäre jetzt völlig falsch, die Hände resigniert in den Schoß zu legen.“

Volker Isenmann, Pressesprecher NSM-Löwen Entertainment und Tochtergesellschaft Crown Technologies sagt zur Branchensituation: „Die aktuelle Branchensituation wird übergreifend überschattet von der Unsicherheit, die durch die verschiedenen politisch motivierten Gesetzesvorhaben ausgelöst wurde. Zu nennen sind hier neben dem Glücksspieländerungsstaatsvertrag auch die einzelnen bereits in Kraft getretenen Landesspielhallengesetze in Berlin und Bremen und die in Vorbereitung befindlichen Landesspielhallengesetze in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen oder Schleswig-Holstein. Auf das operative Tagesgeschäft von Aufsteller und Hersteller bezogen, ist hingegen die Branchensituation aktuell sicherlich als zufriedenstellend anzusehen.“ Besonders interessante Absatzmärkte sieht man bei NSM Löwen und Crown in ihrem Kerngeschäft – also Geld-GewinnSpiel-Geräte für die Spielstätte sowie für die Gastronomie. Isenmann: „Hinzu kommen Cashmanagement-Systeme der Crown-Tochtergesellschaft Hirscher Moneysystems. Auch das Electronic Dart ist und bleibt für Löwen ein fester Bestandteil des Produktportfolios. Viel Potenzial hat zudem unser Admiral Sportwettenangebot, wobei auf dessen Entwicklung der regulatorische Rahmen signifikanten Einfluss haben wird.“

Chancen auf internationalen Märkten
Zum ersten Mal mit einer Gerätezulassung kommt das österreichische Unternehmen APEX zur IMA. Udo Nickel, General Sales Manager APEX Germany: „Mit unserem Auftritt werden wir zeigen, wie wichtig wir den deutschen Markt nehmen. Wir glauben an die Zukunft und werden das auch zeigen. Wir haben in den letzten Monaten die Saat gesät und wollen jetzt ernten. Wir haben einen breiten Test gewählt, weil wir von unseren Geräten und Spielen überzeugt sind.“ Natürlich seien viele Aufsteller aufgrund der politischen Diskussionen verunsichert. „Es gibt dennoch eine Reihe von Aufstellern, die dies auch als Herausforderung und Chance verstehen“, sagt Nickel. „Unsere Branche ist schon mehrfach unter Druck geraten, aber unsere Branche ist schon immer schnell und innovativ gewesen.“ Auf den internationalen Märkten tue sich laut Nickel einiges: „Die Regierungen brauchen Geld. Griechenland wird wieder Geldspielgeräte erlauben und andere Länder diskutieren darüber. Die Zukunft beim Geldspiel in vielen Ländern liegt meiner Meinung nach bei den VLTs (Video Lottery Terminals). Hier behält der Staat die Kontrolle und kann auf Knopfdruck genau sehen wie sich Einnahmen entwickeln. Wir sind hier, wie z. B. in Italien, ganz vorn mit dabei.“