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Wenn Postkarten Automatengeschichte erzählen

**Automatenmuseum mit neuer Sonderausstellung**

Freuen sich über die neue Sonderausstellung: Dr. Henning Vieker (von links), Stephan Leonhardt, Bianca Winkelmann, Michael Großkurth, Dr. Oliver Vogt und Sascha Wömpener. (Foto: Oliver Krato)
Freuen sich über die neue Sonderausstellung: Dr. Henning Vieker (von links), Stephan Leonhardt, Bianca Winkelmann, Michael Großkurth, Dr. Oliver Vogt und Sascha Wömpener. (Foto: Oliver Krato)
Espelkamp – Seit mehr als 150 Jahren ist die Postkarte ein wichtiger Begleiter und hat auch im Zeitalter von Instagram und Co. ihre Daseinsberechtigung nicht verloren. Dass sie auch als Dokument der Zeitgeschichte fungieren kann, beweist das Deutsche Automatenmuseum in Espelkamp mit einer neuen Sonderausstellung, die kürzlich feierlich eröffnet wurde. Unter dem Motto „Gruß und Kuß, dein Ludwig“ wird Automatengeschichte anhand von Postkarten und Ansichtskarten erzählt. Denn die unterschiedlichen Motive zeigen, dass Münzautomaten früher selbstverständlich zum Stadtbild – und damit zum täglichen Leben – dazugehört haben.

„Wir freuen uns, dass wir die neue Sonderausstellung nun endlich eröffnen konnten“, erklärte Museumsleiter Sascha Wömpener. Aufgrund der Pandemie und den damit verbundenen Einschnitten in das kulturelle Leben sei die Ausstellung zwei Jahre später als geplant gestartet. Rund 4.000 Postkarten aus ganz Deutschland wurden dahingehend gesichtet, ob und in welcher Form Automaten auf ihnen zu erkennen sind. Da Ansichtskarten häufig Innenstädte, Bahnhöfe oder auch Gaststätten zeigen, kommt es durchaus vor, dass an einer dieser Wände auch ein Münzautomat zu sehen ist. Daraus lässt sich ableiten, wie weit verbreitet bestimmte Automaten in gewissen Gegenden waren und an welchen Standorten sie bevorzugt aufgestellt wurden. 41 Postkarten werden nun mit den dazugehörigen Automaten im Museum ausgestellt.

Automatengeschichte zum Anfassen: Annika Maucher an einem Münzautomaten, der Schokolade, Bonbons und Ansichtskarten zur Verfügung stellt.
Automatengeschichte zum Anfassen: Annika Maucher an einem Münzautomaten, der Schokolade, Bonbons und Ansichtskarten zur Verfügung stellt.
Auch Espelkamps Bürgermeister Dr. Henning Vieker würdigte die neue Ausstellung: „Die Automatengeschichte über Ansichtskarten zu erzählen, ist für mich ein spannender Perspektivwechsel.“ In diesem Zusammenhang bedankte er sich auch bei Familie Gauselmann für ihr Engagement rund um das Schloss Benkhausen sowie das Automatenmuseum. „Ich bin froh, dass die Vergangenheit damit lebendig gemacht wird.“ Neben dem Espelkamper Stadtoberhaupt waren auch der Bundestagsabgeordnete Dr. Oliver Vogt, die Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann, der stellvertretende Landrat Michael Großkurth sowie der stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Stemwede, Stephan Leonhardt, vor Ort.

Auf den Postkarten sind zahlreiche historische Standorte zu sehen, die dokumentieren, wie omnipräsent münzbetriebene Automaten in der Zeitspanne vom Deutschen Kaiserreich bis zur jungen Bundesrepublik waren. Auch wenn die Ansichtskarten Orte aus ganz Deutschland zeigen, liegt ein Hauptaugenmerk der Ausstellung auf den Städten Espelkamp und Lübbecke. „Dadurch können Besucher noch einmal stärker mit ihrer Erinnerung an die Motive anknüpfen“, so Sascha Wömpener. Die Sonderausstellung ist noch bis August 2023 zu sehen.