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AGI: Konsequent gegen Produktpiraterie

Vor einigen Jahren wurde bei der Moskauer Glücksspielmesse World of Games mit der Zerstörung gefälschter Novomatic-Glücksspielgeräte durch eine Planierwalze ein Exempel statuiert, das im Vorjahr in Bukarest eine Fortsetzung fand. Novomatic hat diesen konsequenten internationalen Kreuzzug gegen die Produktpiraterie neuerlich weiterentwickelt: Dies hat nun auch in Russland zu handfesten Ergebnissen geführt.

Das Thema ist auf allen internationalen Glücksspiel-Messen, vor allem aber in Osteuropa, ständig präsent. Alle großen Hersteller leiden zunehmend unter dieser Problematik. Produktpiraterie und die Verletzung von Rechten des geistigen Eigentums wurden nie zuvor derart unverschämt in aller Öffentlichkeit betrieben, wie in jüngster Zeit. Gefälschte Glücksspielgeräte und Software werden öffentlich und häufig in direkter Nachbarschaft zum Messestand des Originalherstellers präsentiert, Bauteile und Gehäuse auf diversen Internet-Seiten angeboten und die Spielinhalte und -konzepte schlichtweg gestohlen oder schlecht kopiert.

Erfolgreiche Maßnahmen

Bereits vor zwei Jahren startete die Novomatic Group of Companies daher eine in der Gaming Industrie einzigartige Kampagne gegen die internationale Produktpiraterie und hat seither laufend Anstrengungen unternommen, um die Hintermänner dieser illegalen Machenschaften ausfindig zu machen. Voraussetzung für den erfolgreichen Kampf ist die Erlangung und die damit verbundene Registrierung von geistigen Schutzrechten, etwa in Form von Marken, Patenten oder Designs, um derartige Rechte effektiv durchsetzen zu können – eine Strategie, die Novomatic in den vergangenen Jahren konsequent verfolgt hat.

Beispiel Nummer eins

Diese Vorgangsweise hat inzwischen deutliche Ergebnisse erzielt. Die jüngsten Erfolge bei der straf- und zivilrechtlichen Verfolgung solcher Verletzungen wurden in enger Zusammenarbeit von Novomatic mit renommierten Rechtsanwaltskanzleien und lokalen Behörden erzielt.

In Russland wurde etwa im Frühjahr 2008 die Betreiberin einer Fabrik in der russischen Hauptstadt Moskau verurteilt, die sich auf die Produktion gefälschter Gaminator®-Glücksspielgeräte spezialisiert hatte. Gefälschte Bauteile wurden von unterschiedlichen Zulieferern angekauft und montiert, die Geräte mit gefälschten Seriennummern und Dokumenten versehen und schließlich unter anderem nach Russland, Weißrussland, in die Ukraine, ins Baltikum sowie nach Ex-Jugoslawien verschoben.

Mit 30 Mitarbeitern, einer monatlichen Produktion von bis zu 200 Maschinen pro Monat hat das involvierte Unternehmen Safe Games LLC beträchtliche Umsätze erwirtschaftet und so dem Originalhersteller Novomatic einen ebenso hohen wirtschaftlichen Schaden zugefügt, der im Rahmen dieses Verfahrens auch geltend gemacht wurde. Das Gericht hat die angeklagte Unternehmerin aufgrund ihrer schlechten gesundheitlichen Verfassung lediglich zu einer Geldstrafe sowie zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Sämtliche beschlagnahmten Geräte wurden vernichtet.

Beispiel Nummer zwei

Ein weiterer Schlag gegen die Produktpiraterie gelang den russischen Behörden im Sommer dieses Jahres. Ein Angeklagter wurde in Moskau verurteilt, unrechtmäßig und in großem Umfang gefälschte Produkte erworben, gelagert, transportiert und in großen Stil verkauft zu haben. Der Mann bekannte sich außerdem schuldig, auf dem von ihm gemieteten Gelände Kopien von Gaminator®-Geräten produziert zu haben. Diese wurden mit gefälschter Novomatic-Software bestückt.

Der Angeklagte gab bei der Gerichtsverhandlung an, über keinerlei Aufzeichnungen bezüglich verkaufter Stückzahlen, Liefer- oder Kundenadressen oder sonstige geschäftliche Dokumente zu verfügen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten unter anderem zu einer Schadenersatzzahlung sowie zu zwei Jahren bedingter Haft. Auch in diesem Fall wurden alle sichergestellten Spielgeräte zerstört.

Neue Dimension der Kriminalität

Der bislang größte Schlag gegen Produktpiraten gelang den russischen Behörden Ende September in Kasan, der Hauptstadt der Teilrepublik Tatarstan. Die Ermittler staunten nicht schlecht, als sie bei der bisher größten Razzia gegen Kopierer auf eine ganze Fabrik stießen. Eine Spezialeinheit stürmte im Rahmen einer geheimen Kommandoaktion die Produktionshallen, wo umgehend Glücksspielgeräte beschlagnahmt wurden. In den Büroräumen musste eine verängstigte Angestellte vor den Augen der Beamten den Tresor öffnen – wo ihnen große Mengen von Bargeld und Geschäftsunterlagen in die Hände fielen.

Mit einer Produktionskapazität von bis zu 2.500 Maschinen pro Monat handelte es sich bei der illegalen Fabrik um eine vollkommen neue Dimension von Produktpiraterie in der internationalen Glücksspielindustrie.

Konsequenz gefragt

Die Novomatic Group of Companies wird weiterhin in aller Härte mit rechtlichen Schritten gegen jedwede Personen oder Gesellschaften vorgehen, die sich an der Verletzung unseres geistigen Eigentums beteiligen.

Wie bei vielen unserer seriösen Mitbewerber in der Glücksspielindustrie hat der Einsatz diverser Technologien dazu geführt, dass Raubkopien unserer Produkte nicht mehr produziert werden können. Die meisten Kopien sehen daher lediglich aus wie das Original, sodass sie sich nicht wie das Original verhalten und das Spielerlebnis des Gastes entscheidend mindern. Schlimmer noch: häufig finden sich Produkte darunter, die dem Spieler keine faire Gewinnchance gewähren. Nichts könnte für eine Industrie schädlicher sein, deren öffentliches Ansehen und guter Ruf von entscheidender Bedeutung sind. Die Verletzung geistigen Eigentums ist nichts anderes als Diebstahl von Ideen. Es kann keine Rechtfertigung für die illegalen Machenschaften von Personen oder Gesellschaften geben, die sich durch Produktpiraterie bereichern.

Die Ermittlungserfolge in Russland beweisen, wie wichtig der Kampf gegen Produktpiraterie in der Glücksspielindustrie ist. Sie zeigen aber auch, dass der konsequente Schutz von geistigem Eigentum und effektive Kooperation mit den ermittelnden Behörden die Produktpiraterie erheblich unter Druck setzt.