Glücksspiel in Europa – Über die aktuelle Situation und Herausforderungen

Es ist ein kontroverses Thema, das vielen Vorurteilen ausgesetzt ist. Glücksspiel findet in Europa unter besonderen Bedingungen statt, die einen speziellen gesetzlichen Rahmen voraussetzen. Das mag gerechtfertigt sein oder nicht – in jedem Fall müssen Online Casinos, Wettplattformen und Spieler sich danach richten. Wie die unterschiedlichen Länder in Europa mit dem Thema umgehen, erfahren Sie hier anhand einiger Beispiele.

Großbritannien

(Foto: Benjamin Lambert on Unsplash.com)
Im Stammland des Wettens hat sich das Glücksspiel unter einem konstruktiven gesetzlichen Rahmen gut entwickelt. Wetten und Spielen hat sich hier zu einer Industrie entwickelt, die über 100.000 Arbeitsplätze geschaffen hat. Es gibt über 9.000 Wettbüros und 146 Casinos. Zusammen mit den rund 2.000 Online-Angeboten erwirtschaftete die Branche im letzten Jahr etwa 17 Milliarden Euro – mit steigender Tendenz.

Diese spiel-freundliche Situation verdankt Großbritannien einem liberalen Glücksspielgesetz, das von der nationalen Glücksspielkommission beaufsichtigt wird. Sie nimmt Lizenzanträge von Betreibern auf der ganzen Welt entgegen. Voraussetzung für die Erteilung ist das verbindliche Bekenntnis zur nationalen Glücksspiel-Strategie. Ihre Hauptpunkte sind das Spielverbot für Jugendliche und Hilfsmaßnahmen für Problemspieler. Die dafür ins Leben gerufene Hilfsorganisation GambleAware finanziert sich durch Abgaben der Spielindustrie in einer Höhe von etwa 10 Millionen Euro jährlich.

Besonders tolerant geht Großbritannien mit ausländischen Online Casinos um. Netzsperren, wie sie aus anderen Ländern bekannt sind, gibt es hier nicht. Dieses vernünftige Konzept hat sich längst ausgezahlt: Ein Schwarzmarkt für illegale Casinos ist so gut wie nicht vorhanden.

Konflikte gibt es derzeit auf einem anderen Gebiet: Soweit das Unterhaus außerhalb des Brexit- Konflikts noch Zeit findet, versucht eine Mehrheit im Parlament eine Gewinnobergrenze bei Automaten durchzusetzen, die bei 100 von 2 Pfund liegt, also etwa 122 von 2,40 Euro. Der Ausgang des Konflikts ist noch offen.

Italien

Den Europarekord in Sachen Spielfreude hält das Land südlich der Alpen. Rund 17 der rund 60 Millionen Italiener haben sich im letzten Jahr mindestens einmal an einem Glücksspiel versucht – das sind immerhin rund 28 Prozent der Bevölkerung. Der gesamte Spieleinsatz, der dabei über die echten und digitalen Spieltische ging, beläuft sich auf rund 100 Milliarden Euro – und das nur in den legalen, nicht vom organisierten Verbrechen kontrollierten Spielstätten.

Wegen des mangelhaften gesetzlichen Rahmens hat sich insbesondere der graue und schwarze Markt bei den Spielbetreibern überdurchschnittlich entwickelt. Entsprechend hoch ist mit rund 400.000 die Anzahl der Problemspieler. Das hat die italienische Regierung im Jahr 2017 dazu veranlasst, die Behandlung von Spielsucht als kostenlose Basisbehandlung in die gesetzliche Krankenversicherung aufzunehmen.

Besonders Onlinespiele verzeichnen in Italien hohe Zuwachsraten. Zwischen 2013 und 2016 haben sich die Einsätze hier etwa verdreifacht, aufgebracht meist von jungen Spielern auf Ihren Smartphones.

Formal gesehen benötigen Betreiber von Glücksspielportalen eine Lizenz der staatlichen Monopolgesellschaft für Glücksspiel und müssen in Italien ansässig sein. Allerdings sind die Kontrollen nicht effektiv – wenn sie überhaupt erfolgen. Auch die Gesetzgebung befindet sich in Verzug. Zwar gibt es ein Gesetz, das die Gesamtzahl der Spielautomaten im Land von 400.000 auf 265.000 begrenzen soll. Allerdings lässt sich das Gesetzt derzeit nicht umsetzen – die Ausführungsbestimmungen sind noch immer nicht fertiggestellt.

Dänemark

Das skandinavische Land hat eine beispielhafte Gesetzgebung zur Regulierung des Glücksspiels auf den Weg gebracht. Bereits seit 2012 dürfen auch ausländische Casinos alle gängigen Spielarten anbieten. Derzeit sind in Dänemark 28 Casinos ansässig, die im letzten Jahr einen Gesamtspielertrag von etwa 270 Millionen Euro erwirtschafteten.

Insbesondere die Online-Anbieter verzeichneten in den letzten Jahren ein starkes Wachstum, wogegen die klassischen Casinos keine Zuwächse generieren konnten. Die Entscheidung der Regierung, auch ausländische Betreiber zuzulassen, hat sich als rentabel erwiesen, denn auch sie sind der zwanzigprozentigen Steuer für Glücksspielbetriebe unterworfen.

Alle Anbieter müssen eine Lizenz der dänischen Spielbehörde erwerben. Das Kontrollverfahren ist streng: Die Unternehmen müssen eine solide wirtschaftliche Grundlage und den einwandfreien Spielbetrieb nachweisen. Die Behörde erhält einen Kontrollzugang zu allen angebotenen Spielen.

Um zu spielen, ist die Registrierung obligatorisch. Problemspielern steht die Möglichkeit offen, sich selbst in eine Sperrliste einzutragen, die sie vom Zugang zu allen Spielangeboten ausschließt.

Wie in Großbritannien ist auch in Dänemark ein Schwarzmarkt so gut wie nicht vorhanden. Zusätzlich ermittelt die Behörde selbst und sperrt illegale Angebote, sobald sie ausfindig gemacht werden.

Frankreich

In Frankreich sind Online-Spielangebote in beschränktem Umfang bereits seit 2010 zugelassen. Derzeit sind nur Sportwetten, Pferdewetten und Poker erlaubt. Das Genehmigungsverhalten der staatlichen Überwachungsbehörde ist äußerst restriktiv. Online Casinos sind in ihrer Gesamtheit nicht zugelassen. Das allerdings veranlasst viele Franzosen, auf ausländische Anbieter auszuweichen. Die unklare Rechtslage kann allerdings dazu führen, dass Spielern von staatlicher Seite ihre Gewinne vorenthalten werden.

Mittlerweile wächst die Erkenntnis, dass ein zu restriktives Genehmigungsverhalten die Bürger nur auf die Seiten unseriöser, nicht kontrollierter Anbieter treibt. Das verstärkt die Tendenz zu einer liberaleren Glücksspiel-Verordnung.

Österreich

Obwohl die teilstaatliche Casino Austria AG das Monopol auf Glücksspiel in Österreich hält, ist der Markt weitgehend unreguliert. Es hat sich ein nur schwer überschaubarer Schwarzmarkt entwickelt, der sich bisher wirksam gegen gesetzliche Initiativen zu einer besseren Regulierung des Glücksspiels zur Wehr setzt.

Entsprechend umfangreich ist der illegale Markt für Online-Anbieter. Die Aufsichtsbehörde spricht von rund 2.000 Online-Plattformen, die derzeit in Österreich aktiv sind.

Deutschland

Hierzulande sind Online-Gewinnspiele nicht zulässig, was im Grunde auch alle Casinospiele einschließlich Spielautomaten einschließt. Lediglich Sportwetten und Lotterien sind erlaubt, wenn sie über eine staatliche Lizenz verfügen.

Wie auch in anderen Ländern mit einer restriktiven Glücksspiel-Gesetzgebung hat sich in Deutschland ein alternativer Markt entwickelt, meist über Anbieter mit europäischer Lizenz, die in der Regel in Malta oder Gibraltar ansässig sind.

Die Gefahr, in diesem Umfeld an nicht seriöse Anbieter zu geraten, ist hoch. Spieler sollten sich in jedem Fall zuvor bei einem kompetenten Bewertungsportal informieren, um jedes Risiko auszuschließen. Eines der bekanntesten Bewertungs-Portale ist FindFairCasinos. Hier sehen Sie, welche Online Casinos Sie aus Deutschland gefahrlos ansteuern können.