Das Milliardengeschäft Sportwetten

Sportwetten sind allgegenwärtig. Nicht eine Halbzeitpause vergeht beim Fußballgucken am heimischen Fernseher, ohne dass die großen Sportwetten-Anbieter für ihre Dienste werben. Das Wetten kann Gelegenheitstippern einen zusätzlichen Kick geben und mit etwas Glück die Monatskasse aufstocken, doch es droht auch einigen Spielern eine Suchtgefahr.

Prall gefülltes Fußballstadion bei einem wichtigen Spiel
Das Stadion ist prall gefüllt, doch spielen heutzutage nicht nur die Athleten, sondern auch Abertausende von Sportwetten-Begeisterten. (Bildquelle: Pexels / Pixabay.com)

Die Umsatzzahlen steigen stetig

Ob bei der Werbung von Sportveranstaltungen oder auch schon auf den Trikots einiger Fußballvereine, Online-Sportwetten sind populärer denn je. Keinem Fan entgeht die zunehmende Präsenz von Sportwetten-Anbietern. Die Anbieter machen jährlich mehrere Milliarden Euro Umsatz. Auch viele Fans profitieren von den leicht zugänglichen Sportwetten über das Internet. Viele genießen den zusätzlichen Reiz eines Fußballspieles, wenn sie etwas Geld darauf wetten, und tippen im Internet auf Seiten von seriösen Sportwetten-Anbietern Vergleich. Dabei kann dank der weltweiten Vernetzung mittlerweile auf fast alles getippt werden, sei es ein Basketballspiel in den USA ist, Pferderennen in England oder ein Fußballspiel der argentinischen dritten Liga.

Es sind auch nicht mehr nur klassische ergebnisorientierte Wetten. Spieler haben die Möglichkeit, auf einzelne Athleten zu tippen, Wetten zu kombinieren, den Tippschein vor Ende des Spieles zu verkaufen und sogar während des Spieles in Sekundenschnelle auf ein Ereignis zu tippen. All diese Möglichkeiten und Freiheiten erhöhen allerdings auch die Suchtgefahr.

„Das Gefährliche an den Sportwetten ist: Sie werden uns in der Werbung nicht als Glücksspiel verkauft, sondern im Rahmen des Sportmarketing“, sagt der Suchtexperte Hartmut Görgen. Hier herrscht auf Seiten der Gesetzgeber und der Anbieter von Sportwetten noch Nachholbedarf, um das Suchtrisiko zu minimieren.

Sportwetten waren aus rechtlicher Sicht lange in der Grauzone

Vor 2010 galten Sportwetten in Deutschland noch als illegal, da es aus rechtlicher Sicht noch Uneinigkeit gab, ob es sich bei den Wetten um ein Geschicklichkeits- oder Glücksspiel handele. Die Anbieter von Sportwetten boten ihre Dienste dennoch an und begründeten deren Legalität damit, dass sie Sonderlizenzen von bestimmten Bundesländern oder Mitgliedstaaten der EU hatten. Erst am 8. September 2010 wurde vom Europäischen Gerichthof Klarheit dazu geschaffen. Die Richter entschieden, dass die deutsche Regelung nicht mit dem EU-Recht vereinbar sei und dass Deutschland Sportwetten zulassen müsse.

Zwar hat seitdem die Bundesrepublik keine Lizenzen an die Anbieter von Sportwetten gegeben, verhindert aber auch nicht das Geschäft. Der deutsche Staat arbeitet jedoch daran, gesetzliche Klarheit im Bereich der Sportwetten zu schaffen. Die Anbieter von Sportwetten, online wie offline, bedienen sich der Lizenzen der europäischen Nachbarländer und können mittlerweile ihre Sportwetten-Dienste ganz legal an Mann und Frau bringen. Auch in den USA wurde das Glücksspielgesetz 2018 reformiert, wodurch Sportwetten nun im ganzen Land erlaubt sind und nicht nur in Sonderregion wie Las Vegas oder Atlantic City.

Mit der Zunahme der Online-Sportwetten ändern sich auch die Gesetze

Seit 2010 hat sich in Bezug auf Sportwetten nicht nur die Gesetzeslage über deren Legalität geändert. Es wurden mit der Zeit auch weitere Punkte geklärt, um den zunehmenden Einfluss der Sportwetten gesetzlich zu regulieren. 2012 wurde ein Gesetz verabschiedet, welches die Besteuerung von Sportwetten regelt. Waren bis dahin die Einsätze und Gewinne von Gelegenheitsspielern noch steuerfrei, muss seit der Einführung des Sportwetten-Gesetzes fünf Prozent der Gewinne oder Einsätze an den Staat abgetreten werden. Dafür zuständig sind die Anbieter der Sportwetten, die mittlerweile meistens die fünf Prozent Steuern über Gebühren von den Spielern wieder einnehmen.

Seit dem 19. April 2017 existiert nun auch nach deutschem Recht der Strafbestand gegen Wettbetrug. Wird jemandem die Manipulation von Sportveranstaltungen nachgewiesen, so drohen der Person drei bis fünf Jahre Haft.