Trotz Verbot – Online-Casinos bieten nach wie vor Dienst in Deutschland an

Spieler können immer noch in Online-Casinos um Geld spielen, obwohl der Dienst in Deutschland verboten ist. Grund ist die Schwierigkeit, das Verbot durchzusetzen, vor allem, weil die Online-Casinos aus Sicht europäischer Richtlinien legal sind.

Bis vor kurzem haben Online-Casinos Sonderregelungen und Gesetzeslücken nutzen können

Unterschiedliche Casino-Chips aufgereiht auf einem Poker-Tisch
In Deutschland stehen Casinos unter strengen Auflagen, Online-Casinos sind sogar komplett verboten. (Bildquelle: 10741031 / Pixabay)
Trotz Verbot konnte ein Online-Casino selbst im deutschen Fernsehen für sein Angebot werben. „Profitiere von der offiziellen Glücksspiel-Lizenz“, hieß es im Werbeslogan und ganz so falsch war diese Aussage nicht. 2012 hat Schleswig-Holstein Sonderlizenzen für Online-Casinos vergeben, die bis Anfang 2019 noch gültig waren. Das Problem ist nur, dass diese Lizenzen nur für das Angebot in dem nördlichsten Bundesland galten und nicht für ganz Deutschland. Viele Anbieter ließen sich von der Einschränkung nicht abhalten, ihr Angebot auch im kompletten Bundesgebiet anzubieten.

Der Grund des Verbotes liegt nicht darin, dass die Online-Casinos in betrügerische Machenschaften verstrickt wären, sondern weil sich online das Suchtpotential von Glückspiel schlecht kontrollieren lässt. Seriöse Online-Casinos erkennen Sie auf Vergleichsseiten wie casinoheld.com. Diese mögen zwar in einer gesetzlichen Grauzone liegen, sind allerdings vertrauenswürdig und im restlichen EU-Raum legal.

Die Behörden vermeiden einen Rechtsstreit

Obwohl die letzten Lizenzen aus Schleswig-Holstein mittlerweile abgelaufen sind, werben Online-Casinos immer noch in Deutschland. Selbst die Größen der Online-Sportwetten-Branche Bwin und Tipico bieten ihren Spielern auch Casino-Dienste an. Die Anbieter verfügen über Lizenzen aus Gibraltar, der Isle of Man oder Malta, mit denen sie aus Sicht der EU-Regulierungen ihre Online-Casinos im kompletten EU-Raum anbieten dürfen.

Um gesetzliche Sicherheit zu schaffen, hat sich das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig dieser Sache angenommen und bestätigte die Gültigkeit des deutschen Verbotes von Online-Casinos und erklärte, dass dieses Verbot trotz EU-Recht gültig sei.

„Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat entschieden, dass das Verbot, Casino-, Rubbellos- und Pokerspiele im Internet zu veranstalten oder zu vermitteln, auch nach der teilweisen Öffnung des Vertriebswegs „Internet“ für Sportwetten und Lotterien mit Verfassungs- und Unionsrecht vereinbar ist.“

In diesem Beschluss bezog sich das Bundesverwaltungsgericht auf drei Arten von Glücksspiel: Casinospiele, Rubellosspiele und Pokerspiele sind demnach verboten. Zu den Casinospielen gehören Spielautomaten, Kartenspiele wie Black Jack und Roulette.

Online-Casinos sind ein Milliarden-Geschäft

Der Markt für Online-Casinos in Deutschland befindet sich im steten Wachstum. Laut einem Bericht der Glücksspielaufsichten der Länder gab es 2017 über 730 Online-Casino-Angebote, die für deutsche Spieler verfügbar waren. Der Bruttospielertrag lag bei 1,76 Milliarden Euro und lag damit um 36 Prozent über dem Vorjahreswert.

Um rechtlichen Konsequenzen zu entgehen, hat zum Beispiel ein Anbieter eine Lizenz aus Schleswig-Holstein genutzt. Spieler aus anderen Bundesländern wurden von dem eigentlichen deutschen Online-Portal auf das identisch aussehende Europaportal weitergeleitet. Hier können Spieler unabhängig von ihrem Standort um echtes Geld spielen.
Das Europaportal wird jedoch nicht von dem in Deutschland ansässigen Anbieter betrieben, sondern von einer Firma mit Sitz in Malta, wozu der deutsche Anbieter laut eigener Aussage keine gesellschaftsrechtlichen Verbindungen unterhält. Ob die beiden Firmen dennoch gemeinsame Geschäfte machen, wurde nicht beantwortet.

Um ein Verbot durchzusetzen, könnten die Aufsichtsbehörden auch den Zahlungsstrom zwischen Spielern und Online-Casinos unterbinden, jedoch entgehen die Anbieter derartigen Konsequenzen, indem sie bewusst Malta und Gibraltar als Firmensitze wählen. Hier fehlt es an einem völkerrechtlichen Übereinkommen, welches die Vollstreckung deutschen Rechts erlauben würde. Die rechtliche Grauzone, die durch die Widersprüche europäischer Richtlinien sowie dem nationalen Gesetz, in Deutschland dem Glücksspielstaatsvertrag, entstanden ist, wird die Branche sicherlich auch in den nächsten Jahren noch beschäftigen.