Betfair muss dem Fiskus 40 Millionen Euro Steuern zurückzahlen

Nach einem Urteil des Hessischen Finanzgerichts muss das Glücksspielunternehmen Paddy Power Betfair Steuerschulden von 40 Millionen Euro dem deutschen Staat zurückzahlen. Auch die griechischen Steuerbehörden fordern 15 Millionen Euro von dem Wettanbieter.

Fehlstart einer Läuferin bei einem Leichtathletik-Wettbewerb
Den Schuss zu früh gehört – Betfair kann seiner Steuerpflicht nicht entkommen. (Bildquelle: Free-Photos / Pixabay)

Ausgang ist die 2012 eingeführte Wettsteuer auf Gewinne bei Sportwetten

Bis die Wettsteuer eingeführt wurde, mussten Gewinne bei gelegentlichen Sportwetten nicht versteuert werden. Folglich war alles, was man sich von seinem Wettkonto hat auszahlen lassen, Eigentum des Gewinners. Die Wettsteuer erhebt einen Anspruch von fünf Prozent vom Bruttoeinsatz oder Bruttogewinn. Zu zahlen ist die Steuer von jedem Menschen, der seinen Wohnsitz in Deutschland hat, unabhängig ob das Wettunternehmen seinen Sitz in Deutschland oder im Ausland hat. Diese Steuern müssen von den Anbietern von Sportwetten, wie sie auf wettbonus360.com gelistet sind, entweder übernommen werden oder an die Spieler weitergeleitet werden. Hierbei können die Unternehmen frei entscheiden, ob sie die zusätzliche Steuerlast übernehmen oder Gebühren erheben, um das Geld von den Spielern zu erhalten.

Aufgrund der neu eingeführten Wettsteuer hat Betfair nach 2012 seine Geschäfte in Deutschland eingestellt. Dennoch muss das Unternehmen die in diesem Geschäftsjahr fälligen Steuern nachzahlen. Schon damals hat Betfair Einspruch gegen die Forderung des deutschen Finanzamtes eingelegt, welcher nun jedoch von dem Hessischen Finanzgericht abgewiesen worden ist. Paddy Power Betfair kündigte jedoch an, den Gerichtsbeschluss anfechten zu wollen.

„Das Unternehmen wendet sich entschieden gegen die Grundlagen des Steuerbescheids, weshalb wir nach Beratung mit unseren juristischen Beratern und Finanzexperten zuversichtlich in die Berufung gehen werden.”

Auch der griechische Staat fordert von dem Anbieter für Sportwetten Geld. Insgesamt 15 Millionen Euro an Steuern, Strafzinsen und Gebühren werden von Betfair für die Geschäftsjahre 2012 bis 2014 gefordert, jedoch gab Anfang 2019 der Sprecher des Unternehmens bekannt, dass alle Forderungen des griechischen Finanzministeriums beglichen worden seien.

Zusätzlich zu den deutschen und griechischen Forderungen hat im Oktober 2018 auch die britische Glücksspielaufsicht das Sportwetten-Unternehmen zu einer Strafe von 2,5 Millionen Euro verurteilt. Grund dafür ist, dass Paddy Power Betfair seine Kunden nicht ausreichend vor den Gefahren von problematischen Spielverhalten gewarnt habe.

Major Player Paddy Power Betfair PLC

Seit der acht Milliarden Euro teuren Fusion von Betfair und Paddy Power in 2016, gehört der Sportwetten-Anbieter Paddy Power Betfair PLC zu einem der größten Unternehmen in der Branche. 2017 machte das Unternehmen einen Umsatz von zwei Milliarden Euro und zählt neben Paddy Power und Betfair noch Sportsbet, FanDuel und TVG zu seinen Unternehmenszweigen.

Weltweit werden Sportwetten beliebter und auch in den USA wurde das Geschäft im Mai 2018 legalisiert, doch bekommen die Anbieter von Sportwetten auch Gegenwind. Neben neuen Steuern, wie sie mit der Wettsteuer 2012 in Deutschland erhoben worden sind, verschärfen die Staaten auch ihre Auflagen gegenüber der Glücksspielsucht. So gibt es Überlegungen, die Werbemöglichkeiten für die Wettindustrie einzuschränken. All dies sorgt auch dafür, dass die Aktienkurse der Sportwetten-Unternehmen straucheln.

Lag der Aktienkurs kurz nach der Fusion von Paddy Power Betfair PLC im Februar 2016 bei knapp 140 Euro, sank der Wert der Aktie im Verlauf der letzten Jahre kontinuierlich. Derzeit liegt der Wert der Aktie bei etwa 72 Euro. Auch die Aktienwerte anderer großer Wettanbieter wie QVC Holding und Tipico haben in den letzten Jahren an Wert eingebüßt. Es bleibt daher spannend zu sehen, wie der Sportwettenanbieter Paddy Power Betfair PLC mit den aktuellen, rechtlichen Schwierigkeiten im Bereich Steuern auch zukünftig umgehen wird und inwiefern sich das auch auf den Aktienwert auswirken wird.