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Stellungnahme : 15.000 Spielsüchtige – ORF

Sehr geehrter Herr Dr. Pirker.

Mit Bedauern lesen wir die ORF Meldung http://kaernten.orf.at/stories/2444458 , vom 20.11.2007, wo Sie mit falschen Angaben über die Anzahl der Spielsüchtigen in Kärnten zitiert werden.

In der Annahme, dass Ihnen bewusst ist, dass mit dem Wort Spielsüchtige gemeinhin etwaige Problemspieler und die eigentlichen bedauernswerten Fälle von pathologischen Spielern in einen Topf geworfen werden, erlauben wir uns Sie darauf hinzuweisen, dass Kärnten bezogen auf seine Einwohnerzahl damit den weltweit höchsten Prozentsatz an Spielsüchtigen hätte.

Und das bei etwa 600 aufgestellten Geldspielgeräten mit langer Spieldauervorschreibung, sowie mit dem begrenzten Einsatz und Gewinn des Kleinen Glücksspiels – ganz im Gegensatz zu den nicht von Sachverständigen kontrollierten Geldspielgeräten ohne Limits von Einsatz und Gewinn in den privaten Casinos – gegen welche Sie bislang keine Einwände haben.

Anlässlich der Glücksspielenquete im steirischen Landtag am 2. November dieses Jahres ermächtigte mich der Herr Primarius, Univ. Prof. Dr. Herwig Scholz (von der Suchtklinik de La Tour in Treffen), auf die wiederholten falschen Zahlenangaben angesprochen, ihn folgendermaßen wörtlich zitieren zu dürfen :

„ 15.000 Spielsüchtige in Kärnten sind ein absoluter Irrwitz“

Tatsächlich gibt es eine Reihe von seriösen wissenschaftlichen Untersuchungen in Europa, die zu sehr viel niedrigeren Zahlen, deutlich unter 1 %, in verschiedenen Ländern kommen – wenn man eben neutral nach streng wissenschaftlichen Kriterien vorgeht und nicht aus durchsichtigen wirtschaftlichen oder ideologischen Gründen zwecks Bereicherung oder politischer Irreführung (wie die KPÖ in der Steiermark z. Bsp.) maßlos übertreibt.

Gerne stellen wir Ihnen solche Studien zur Verfügung, denn wir befürworten sowohl die kleine Anzahl pathologischer Spieler, meist von multiplen Problemen geplagt, selbstverständlich zu unterstützen als auch gezielte Prävention, besonders von Jugendlichen, zu betreiben.

Mit Ihrer Forderung, das Kleine Glücksspiel generell zu verbieten, machen Sie sich leider zum kostenlosen Lobbyisten für ausländische Online-Glücksspielanbieter, welche aus Steueroasen mit höchsten Auszahlungsquoten zum bequemen Spielen per anonymer Kreditkarte vom nächsten Postamt oder von diversen Handelsketten locken.

Jeder der Ihnen erzählt man könne das verbieten bzw. unterbinden hat entweder keine Ahnung oder lügt Sie an.

Dass dann das Geld der Spieler in der Karibik fließt und etwaige Probleme im Land verbleiben kann doch nicht ernsthaft Ihre Absicht sein.

Für Rückfragen und Informationen stehe ich gerne zu Verfügung :

Helmut Kafka,
Pressesprecher,
www.automatenverband.at