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Brüssel nimmt staatliche Sportwett-Monopole unter die Lupe

BRÜSSEL – Die EU-Kommission nimmt die staatlichen Monopole für Sportwetten in sieben Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, unter die Lupe. „Die Kommission muss dafür sorgen, dass die Rechtsvorschriften in den Mitgliedsländern mit dem EU-Recht in Einklang stehen“, sagte Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy am Dienstag. Daher hat der EU-Kommissar eine offizielle Anfrage an Deutschland, Dänemark, Finnland, Ungarn, Italien, die Niederlande und Schweden gerichtet und um detaillierte Informationen über Sportwetten gebeten.

„Wir haben mit diesen Briefen nicht die Absicht, den Markt (für Wetten) in irgendeiner Weise zu liberalisieren“, unterstrich McCreevy. Er habe aber mehrere Beschwerden von Sportwett-Anbietern aus den EU-Ländern erhalten und müsse diesen jetzt nachgehen. Dabei gehe es um Einschränkungen bei der Konzession bzw den Lizenzen für die Anbieter sowie bei der Werbung für Sportwetten.

Die Kommission wolle nicht das allgemeine Monopol von Regierungen im Glücksspielbereich anprangern, versicherte McCreevy. Doch müssten die EU-Länder ihre Vorschriften beim Glücksspiel konsequent und nachvollziehbar anwenden. Ein Mitgliedstaat könne nicht Glücksspiele einschränken, um seine Bürger zu schützen und gleichzeitig für staatliche Lotterien oder Wetten werben