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Staatliche Lotterie beklagt weniger Gewinn

Die privaten Glücksspielanbieter graben der staatlichen Lotterie immer mehr das Wasser ab. So habe sich der Gewinn der Toto-Lotto Niedersachsen GmbH im vergangenen Jahr um etwa zehn Prozent im Vergleich zu 2004 verringert, berichtete das Unternehmen am Mittwoch in Hannover. Besonders auffällig sei der enorme Rückgang bei der Kombi-Sportwette („oddset“). Im Januar und Februar habe es ein Minus von 25 Prozent gegeben.

Lotterie-Geld kommt dem Sport und der Kultur zugute

„Wir kommen in eine Todesspirale, wenn illegale Anbieter, wie ‚betandwin‘, nicht verboten werden oder den Wettbewerb nicht unter den gleichen Bedingungen bestreiten“, befürchtet Geschäftsführer Rolf Stypmann. Die Lotteriegesellschaft sei klar im Nachteil. Sie müsse etwa 32 Prozent des Umsatzes an Steuern und Konzessionsabgaben leisten. Mit diesem Geld werde unter anderem Sport, Kultur und Altenpflege gefördert. Die Gewinnausschüttung bei „oddset“ liege daher nur bei etwa 60 Prozent. Die private Konkurrenz schütte gut 92 Prozent aus. Und das hat natürlich Folgen. Der Spieler reagiere eben auf die besten Quoten, sagte Stypmann.

Chancengleichheit nicht in Sicht

Von dem für kommenden Dienstag erwarteten Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu dieser Problematik erwartet Stypmann keine Verbesserung: „Die illegalen Anbieter werden sich an Gesetzesvorlagen nicht halten und ihre Produkte weiter über das Internet vermarkten.“ Helfen könne nur die Sperrung der Seiten.

Die Spieler riskieren weniger

Neben der privaten Konkurrenz mache aber auch die Konjunkturschwäche der Lottogesellschaft schwer zu schaffen. 2005 ging sowohl die Anzahl der Lotto-Spiele, als auch der Einsatz pro Tipp zurück. 2004 hatten die Spieler im Schnitt noch 6,21 Euro riskiert. Im vergangenen Jahr waren es lediglich 6,08 Euro.