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Nach Abramoff-Skandal erhält Glücksspiel-Verbot wieder Aufwind

Bob Goodlatte, republikanischer Angeordneter im US-Repräsentantenhaus, macht wieder mit einem Gesetzesvoschlag von sich reden, mit dem er das Online-Glücksspiel verhindern will.

Wie der viele Jahre währende Rechtsstreit mit Antigua und Barbuda vor dem Schiedsgericht der Welthandelsorganisation allerdings annehmen lässt, würde ein solches Gesetz vermutlich nicht sehr lange Bestand haben. In dieser Angelegenheit müssen die USA ohnehin noch eine Frist einhalten, die von der WTO gesetzt wurde: Bis zum 3. April müssen laut Urteil des Schiedsgerichts die bereits bestehenden Gesetze einzelner US-Bundesstaaten angepasst werden, sofern sie zu einer Benachteiligung anderer Länder führen.

Das Gesetzesvorhaben Goodlattes dürfte daher nur eingeschränkte Erfolgsaussichten haben.

Dabei kämpft er schon seit 10 Jahren für ein Verbot der Glücksspiele auf Bundesebene und es wäre ihm im Jahr 2000 fast gelungen, seinen Entwurf im Repräsentantenhaus durchzudrücken. Doch ein Lobbyist der Casino-Industrie konnte damals genügend Abgeordnete davon überzeugen, dem Entwurf nicht zuzustimmen.

Der Name dieses Mannes ist seit einigen Wochen bestens bekannt, denn es handelte sich um den geständigen Betrüger Jack Abramoff. Dieser steht zur Zeit der US-Staatsanwaltschaft Rede und Antwort, denn er hat sich bereit erklärt, über seine bisherigen Aktivitäten auszupacken. Es wird vermutet, dass er in mehreren Fällen Kongress-Angeordnete mit Geld dazu brachte, ihm Sinne seiner Auftraggeber zu handeln.