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Kranzl gegen Klublinie

Glücksspiel – Christa Kranzl (SPÖ) bleibt bei ihrem Nein zum „Kleinen Glücksspiel“ und liegt damit nicht auf Parteilinie.

„75 Prozent der Bürger sprechen sich gegen die Einführung des Kleinen Glückspiels in Niederösterreich aus.“ SPÖ-Landesrätin Christa Kranzl fühlt sich durch eine beim IFES-Institut in Auftrag gegebene Umfrage (1000 Befragte) in ihrer Haltung gegen die Einführung des „Kleinen Glücksspiels“ bestätigt. Demnach sind 80 Prozent der Jugendlichen bis 19 Jahre gegen die Aufstellung von Glücksspielautomaten. Die ÖVP plädiert seit wenigen Wochen für die Legalisierung des „Kleinen Glücksspiels“, um „die Automaten aus den Hinterzimmern zu holen“ und strenger und besser kontrollieren zu können. Auch die SPÖ zeigt sich gesprächsbereit.

Lediglich Kranzl sieht allein „wirtschaftliche Überlegungen“ im Vordergrund. Für sie gibt es „moralische Grenzen“, die nicht überschritten werden dürfen. Unterstützung bekommt sie vom Manager des Casino Baden, Christoph Fuchs. „Der Anteil der Spielsüchtigen steigt bei der Freigabe. Fast alle Menschen, die wir sperren, gehen ins Kleine Glücksspiel“, sieht Fuchs die Möglichkeit effizienter Kontrollen eingeschränkt.

VP-NÖ-Klubchef Klaus Schneeberger wiederum ortet bei Kranzl „eine Flucht nach vorne“, weil aus ihrem Büro erst kürzlich die Genehmigung für 2500 Spielautomaten hinausging. Ein Fehler eines Beamten. Jetzt liegt der Akt beim Obersten Gerichtshof.