Betrüger zapften 400.000 deutsche Konten an

Bis zu 400.000 Lotto-Spieler in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Thüringen sind Opfer von unrechtmäßigen Kontoabbuchungen geworden. Mehrere Tippgemeinschaften buchten nach Angaben der Postbank insgesamt über 14,4 Millionen Euro illegal von Girokonten ihrer Kunden ab.

Laut einem Zeitungsbericht haben fünf in Deutschland tätige Lotto-Tippgemeinschaften in der Vorweihnachtszeit insgesamt 370.000 Abbuchungen zu je 39 Euro von Konten jetziger und ehemaliger Mitspieler vorgenommen, ohne dass dafür ein Abbuchungsauftrag erteilt wurde. Die Transaktionen wurden von den Anbietern „Tele-Tipp direkt“, „Eurovox Telecom“, „Phoenix88“, „Dialog Tipp-Service und Systeme“ sowie „Die Glücksmillion“ vorgenommen und auf Konten der Saarbrücker Postbank transferiert.

Nach den bisherigen Ermittlungen hätten die Tippgemeinschaften die Kontodaten ihrer Kunden ohne deren Genehmigung verwendet, um ihnen eine überteuerte „Travel-Card“ per Lastschrift zu verkaufen. Ein Postbank-Sprecher bestätigte, dass es rund 370.000 Kontobewegungen gegeben habe, was einer Gesamtsumme von 14,43 Millionen Euro entspreche. Die Konten seien mittlerweile gesperrt und die Postbank habe Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen Betrugsverdachts gestellt.

Die Polizei geht inzwischen von fast 400.000 Opfern aus. Der Großteil der Geschädigten habe früher an unterschiedlichen Tippsystemen teilgenommen und hierfür die Kontoverbindungen mitgeteilt, sagte ein Polizeisprecher. Offensichtlich sei gerade die Vorweihnachtszeit genutzt worden, da in diesem Zeitraum viele Kartenzahlungen die Kontoauszüge unübersichtlich machten.

Anmerkung der [key:IC] Redaktion:

Lesen Sie dazu die Presse-Meldung des Lotterie-Treuhandgesellschaft Thüringen