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Investor aus Las Vegas plant erste europäische Niederlassung – Mega-Kasino soll 600 Mio.€ kosten

Maastricht – Der bedeutendste Kasino-Betreiber der Welt plant in Maastricht eine Investition von 600 Millionen Euro. In Maastricht soll ein riesiger Spielkomplex mit angegliederter Geschäftsgalerie, sowie Hotels, Kinos und Fitness-Center entstehen.

Bei dem Investor handelt es sich um die Harrah’s Gruppe, die im amerikanischen Spielerparadies Las Vegas etliche Kasinos betreibt und erst im vergangenen Jahr Barclays Entertainment – es handelt sich um die Gruppe, die das bekannte Caesar’s Palace in Las Vegas betreibt – aufgekauft hat. Seitdem dieses Geschäft perfekt ist, hält Harrah’s weltweit 45 Prozent der Anteile am Kasino-Markt und beschäftigt 100000 Personen.

367 Mio. Nettogewinn

Im vergangenen Jahr konnte die Gruppe, die in den Vereinigten Staaten 40 Kasinos betreibt und zudem diverse Computerspiele anbietet, einen Umsatz von 4,5 Milliarden Dollar verbuchen. Der Nettogewinn betrug offenbar 367 Mio. Dollar (etwa 400 Mio.€).

Casinogebäude Jetzt plant die Gruppe eine Niederlassung in Europa. Hierfür wurde Maastricht auserkoren. Den Informationen zufolge, die in den vergangenen Tagen durchsickerten, ist in den Niederlanden der größte Spiel- und Freizeitbetrieb Europas geplant. Für den Standort Maastricht spricht zweifellos dessen günstige geographische Lage in einer Region, die im Umkreis von 200km Städte wie Brüssel, Köln, Düsseldorf, Antwerpen oder Amsterdam zählt. Hinzu kommen natürlich noch Lüttich und Aachen, die nur einen Katzensprung entfernt sind.

An der Autobahn

Der riesige Komplex soll im Maastrichter Belvedere-Viertel direkt an der Autobahn entstehen. Neben dem Kasino sollen dem Komplex auch ein bis zwei Hotels angegliedert werden. Geschäfte, Kinosäle, ein Festsaal, ein Fitness-Center sowie ein Parkplatz für mehr als 2000 Fahrzeuge sind ebenfalls in Planung. Die Investoren, die immerhin 600 Mio.€ in das Projekt stecken möchten, gehen von zwei Millionen Besuchern pro Jahr aus.

In Maastricht sieht man dem Projekt mit gemischten Gefühlen entgegen. Jedenfalls erklärte der Bürgermeister der Stadt, das Projekt mit Interesse verfolgen zu wollen. Von anderer Seite – so u.a. aus Reihen des Mittelstands – wurde das Vorhaben bereits als »nicht geeignet für eine Stadt wie Maastricht« qualifiziert. Wiederum andere Stimmen brachten die wirtschaftlichen Vorteile ins Spiel. Immerhin könnte das Megaprojekt 3000 direkte Arbeitsplätze mit sich bringen.

Zum Teil wohl berechtigte Ängste wurden derweil aus den bestehenden Kasinos laut. Hierzu gehören auch Chaudfontaine und Spa, doch selbst das Kasino von Namur könnte unter der Harrah’s-Konkurrenz leiden.

Ob das Projekt in Maastricht verwirklicht wird, bleibt abzuwarten, zumal auch die niederländische Regierung noch ihren Segen geben muss. Die Niederlande verfügen zurzeit über zwölf Kasinos, die allesamt in staatlicher Hand sind. Ob das Land bereit ist, diese sicherlich wichtige Einnahmequelle zugunsten eines amerikanischen Großinvestors zu opfern, ist noch fraglich. Noch vor Jahresende wird ein Regierungsentscheid in dieser Sache erwartet.

Seit Mai 2004 gehört auch das berühmte Caesar’s Palace in Las Vegas zur Harrah’s Gruppe, die jetzt eine Niederlassung in Maastricht plant. An der Maas soll das größte Kasino Europas entstehen.

Sollte das Mega-Kasino in Maastricht tatsächlich verwirklicht werden, könnte sich dies negativ auf die Geschäftsergebnisse der umliegenden Kasinos u.a. in Spa und Chaudfontaine auswirken. Mit dem jetzt bekannt gewordenen Konzept des amerikanischen Investors würden in Maastricht schätzungsweise 3000 neue Arbeitsplätze entstehen.