Spielbankenprivatisierung – Kabinett beschließt Verkauf der Spielbanken an Casinos Austria

HANNOVER / BRAUNSCHWEIG. In der heutigen Kabinettssitzung hat die Landesregierung grünes Licht für die Veräußerung der Spielbanken Niedersachsen GmbH (SNG) an die Casinos Austria International Holding GmbH (CAI) gegeben. „Das europaweite Bieterverfahren steht damit vor seinem erfolgreichen Abschluss“, so der niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring.

Nach intensiver Prüfung hat sich das Angebot der CAI konzeptionell und finanziell gegen mehr als 20 Wettbewerber aus dem In- und Ausland durchgesetzt. CAI zahlt einen Kaufpreis von 90,6 Millionen Euro für 100 Prozent der Geschäftsanteile der SNG. Zusätzlich wird CAI in den nächsten Jahren mehr als 40 Millionen Euro in die niedersäch-si-schen Spielbankbetriebe investieren. Erklärtes Ziel von CAI ist es, damit Arbeitsplätze zu sichern und das zuletzt rückläufige Abgabe-aufkommen des Landes langfristig wieder zu steigern.

CAI ist eine hundertprozentige Tochter der Casinos Austria AG. Die Unternehmens-gruppe verfügt über eine 70jährige Erfahrung im Betrieb von öffentlichen Spielbanken. Sie betreibt derzeit 67 Casinos in 15 Ländern. Mit circa 9.100 Mitarbeitern wurde 2003 ein Umsatz von 2,324 Milliarden Euro erwirtschaftet. CAI genügt unter anderem den hohen Anforderungen der Spielbankenregulierung in Österreich und der Schweiz, die neben denjenigen in Deutschland zu den strengsten weltweit gehören.

Die SNG betreibt derzeit 10 Spielbanken in Niedersachsen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2003/04 wurde ein Bruttospielertrag von circa 108 Millionen Euro erwirtschaftet.

Die Landesregierung setzt mit der Privatisierung der SNG ihre Koalitionsvereinbarung weiterhin konsequent um. Möllring: „Der Betrieb von Spielbanken gehört nicht zum Kernbereich staatlicher Aufgaben. Mit diesem Verfahren und der Neugestaltung des Nieder-sächsischen Spielbankengesetzes werden wir die Voraussetzungen dafür schaffen, dass die SNG in zuverlässige private Hände übergeben wird.“ Die Veräußerung bedarf noch der Zustimmung des Landtags und der Spielbankenaufsicht.

Nina Hacker
Nds. Staatskanzlei

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