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Die World Series of Poker Europe startet heute in London

Die World Series of Poker richtet ihren Blick diese Woche nach London, wo heute die WSOP Europe startet. Die Turnierserie hat sich in Europa seit ihrem Start 2007 sehr gut etablieren können. Zu Anfangszeiten waren gerade mal drei Events auf dem Plan. In den zwei darauffolgenden Jahren waren es bereits vier und dieses Jahr sind es schon fünf Events die wir miterleben dürfen. Auch wenn der Schritt von drei zu fünf Events nicht sehr groß erscheint, ist es fast die doppelte Anzahl an Events. Wenn man einmal die Größe der Veranstaltungen und den derzeitigen Wechselkurs in London betrachtet, bieten diese fünf Events wohl eine überzeugende Turnieraction für diese Woche. Sie sind auch deshalb so wichtig, denn jedes der Events hält jeweils ein Gold-Bracelet für den Gewinner bereit.

Die WSOP Europe Turnierserie, die nun schon drei Jahre auf dem Buckel hat, häufte bereits ein Gesamtpreisgeld von £15.166.890 an. Bei den letzten 11 Events nahmen bereits 2.924 Spieler teil und dies wird sich dieses Jahr noch steigern. Im Jahre 2007 lag die durchschnittliche Teilnehmerzahl bei 207,67. Im Jahre 2008 erhöhte sich das Ganze auf 261,75 Spieler. Das Event was in dem Jahr dazukam, nämlich das £1.500 No-Limit Hold‘em Event, war wohl der Hauptgrund für den Anstieg. Allein dieses Event war mit seinen 410 Anmeldungen ein voller Erfolg. 2009 stieg der Durchschnitt weiter an, diesmal auf 313,5 Spieler, trotz gleichbleibender Anzahl an Events.

Mit den fünf Events, die dieses Jahr geboten werden und der immer weiter ansteigenden Zahl an Spielern, kann sich jeder denken, dass sich die Anzahl der Anmeldungen auch dieses Jahr wieder erhöhen wird. Auch die Teilnehmerzahl der WSOP in Las Vegas wuchs diesen Sommer und einige Spieler haben es leider nicht geschafft, sich ein Bracelet zu sichern und sie werden einen Trip nach London sicher nicht verpassen wollen. Selbst wenn der Durchschnitt bei 313,5 Spielern dieses Jahr bliebe, hieße dass einen Anstieg von 1.567 und mehr Anmeldungen. Das wäre – grob geschätzt – die Hälfte aller 11 WSOP Europe Events seit 2007 zusammen.

Die WSOP Europe bot 2007 und 2008 ein H.O.R.S.E Event, was jedoch letztes Jahr nicht mehr gespielt wurde. Diese Events hatten beide ein £2.500 Buy-In, lockten aber jeweils nur 105 und 110 Spieler an. Ein £2.500 Pot-Limit Hold‘em/Omaha Event, das 2009 statt fand, schaffte dann die Spielerzahl auf 158 Anmeldungen für dieses Event zu erhöhen. Erneut wurde das Event gestrichen und es gab nur noch ein Event, in dem kein Hold‘em gespielt wurde: Das £5.000 Pot-Limit Omaha Event. Dieses scheint das Beliebteste der großen Namen zu sein, die jedes Jahr dafür nach London kommen. Ungefähr 160 Spieler nehmen daran jährlich teil.

Auch wenn das Hold‘em/Omaha Split Event vom Turnierplan gestrichen wurde, hat sich die Turnierleitung zwei andere Events einfallen lassen, die ein interessantes Spielerfeld erwarten lassen. Ein £2.500 No-Limit Hold‘em Six-Handed Event, zusammen mit einem £10.000 No-Limit Hold‘em High Roller Heads-Up Event wurde hinzugefügt. Ersteres wird die Spielerzahl wohl maßgeblich steigern, letzteres jedoch wird sich auf die Spieler Elite konzentrieren.

Sehen wir uns nun an, wer sich auf britischem Boden seit 2007 behaupten konnte. Wir haben grob die interessantesten Statistiken für Sie zusammengetragen und werden Sie nicht mit jeder Kleinigkeit langweilen. Hier sind die wichtigsten Ergebnisse, die man von den Spielern der WSOP Europe wissen muss:

Aus dieser Gruppe haben es nur drei Spieler geschafft, jedes Jahr ins Geld zu kommen: Chris “Jesus” Ferguson und John Juanda. Ferguson hat sich ziemlich gut geschlagen in dieser Turnierserie. Er kam drei mal ins Geld und schaffte es zwei mal an den Finaltisch, aber er schaffte es in London noch nicht den großen Gewinn zu landen. Juanda gewann das WSOP Europe Main Event 2008. Er ließ damit 362 andere Spieler hinter sich und nahm eine Summe von £868.800 mit nach Hause. Howard Lederer schaffte es sogar weiter als Ferguson, doch auch er konnte noch keinen ersten Platz erreichen. Lederer schaffte es von den drei Malen, die im Geld landete, auch an den Finaltisch. An einem Finaltisch beendete er das Turnier mit dem neunten Platz, bei den anderen beiden jedoch auf dem zweiten und dritten Platz, was sein Scheitern wohl umso schlimmer machte.

Daniel Negreanu und Chris Bjorin führen die Tabelle der meisten Cashes an, beide schafften es insgesamt vier Mal. Negreanu schaffte es 2007 nicht, aber er erreichte die anderen beiden Jahre jedes mal den Finaltisch des Main Events in London. Das eine Mal beendete er 2008 das Turnier als fünfter und das zweite Mal als Runner-Up 2009, als er sich Barry Shulman geschlagen geben musste. Bjorin kam 2009 drei mal ins Geld und erreichte zwei Finaltische, einen davon im Main Event, das er als sechster beendete. Die Beiden scheinen in London den richtigen Nährboden gefunden haben, also halten Sie auch dieses Jahr nach ihnen Ausschau.

Annette Obrestad gewann den Auftakt des WSOP Europe Main Events und sicherte sich £1,000,000, was sie ganz nach oben auf die Liste setzte. Auch wenn viele Leute an den Namen Obrestad dachten, als sie die Worte „World Serien of Poker Europe“ hörten, war dies der einzige Cash von Annette Obrestad in der WSOP Europe. Shulman und John Tabatabai haben ebenfalls beide nur einen Cash, dennoch schaffen auch sie es in die Top 5.

Ihnen wird bestimmt aufgefallen sein, dass dort kein Phil Ivey, Jeffrey Lisandro, Phil Hellmuth, Tom Dwan, Roland de Wolfe oder viele andere große Namen zu finden sind. Das führt uns zu unserer nächsten Liste, die über die Prominenten berichtet, die seltener Top Platzierungen erreicht haben. Werfen Sie einen Blick auf die großen Namen und wie diese in den letzten drei Jahren abgeschnitten haben. Die Liste ist in keiner bestimmen Reihenfolge.

Selbst wenn all diese Spieler nur ein mal das Geld erreicht haben, so sind sie doch stets bei allen Zuschauern auf dem Schirm und sie bleiben nie unbeachtet wenn sie sich an einen Tisch setzten. Ivey, Dwan und Antonius dürften mit all der Cash-Games-Action viel zu beschäftigt sein, um sich um die Turniere zu kümmern. Doch mit all den Bracelet-Side-Bets, die Dwan und Ivey stets auskämpfen, liegt kein Zweifel darin, dass sie andauernd ihr Bestes geben und für das goldene Bracelet kämpfen.