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Die Poker Trends des Jahres 2009

Lisa Horn
Wir reüssieren weiter… – denn das haben Jahreswechsel so an sich und so wollen wir ein paar Pokertrends des Jahres 2009 zusammentragen. Es soll eine Top 10 Liste sein, welche Trends haben sich entwickelt und sich positiv auf Poker ausgewirkt, oder was war total abgefahren und herausragend, wie ging es der Branche in einer schlimmsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten? PokerNews hat mal recherchiert und sich ein paar Highlights herausgepickt.

Platz 10:
Trotz schlimmer Wirtschaftskrise – die Glücksspielindustrie muss den Gürtel nicht so eng schnallen, wie befürchtet. Die Quartalszahlen für 2009 sind durchaus erfreulich. Hatte man 2008 durch Rückgänge von ein bis zwei Prozentstellen schon ein Desaster für 2009 erwartet, war es bis dato „doch nicht so schlimm“ wie erwartet.

Platz 9:
Unmittelbar beeinflusst von Platz 10 können weiter neue Pokerspieler/innen unter Vertrag genommen werden. Ob Full Tilt, PokerStars, Ultimate Bet – fast jeder der internationalen Big Player hat sein gesponsertes Spielerteam um mindestens eine Person erweitert. Das gibt jungen Spielern gute Ansatz- und Aufstiegsmöglichkeiten, nämlich mit viel weniger Druck ihr Spiel zu machen, sich weiter zu entwickeln.

Platz 8:

Das Poker Image hat sich weiter verbessert. Haben Anfang des Jahrtausends TV-Übertragungen für einen Imagewechsel gesorgt, wurde dieser von den Online-Anbietern weitergeführt. Poker etabliert sich immer stärker auch als Wettbewerbsspiel mit sportlichem Charakter. Und das obwohl viele den Hype schon über den Zenit sehen.

Platz 7:
Auch Pokerturnier Serien haben sich 2009 weiter etabliert. Von 1-3tägigen Challenges bis Wochen-Events – die Bilanz kann sich sehen lassen und auch die Organisation rund um die Turnierserien, hier wird geklotzt nicht gekleckert. Waren es vor kurzem noch die großen internationalen Turniere wie WSOP, WPT oder EPT erfreuen sich nationale Turnierserien wie z.B. die CAPT (Casinos Austria Poker Tour) immer größerer Beliebtheit. Das CAPT Preisgeld soll 2010 die Summe von € 6 Millionen erreichen und startet schon ab 16. Jänner 2010 in seine neue Saison. Aber auch die EPT will 2010 hoch hinaus: zwischen 2. und 7. März soll sich der Potsdamer Platz in Berlin in ein Poker-Mekka verwandeln. Ein zweistöckiger Glaspalast für medienträchtige Events.

Platz 6:

Er war der einzige Deutsche der uns dieses Jahr ein WSOP Bracelet bescheren konnte: Jörg Preisert. Dank ihm wird die WSOP Statistik 2009, bei Event $ 3.000 No Limit Hold’em – Triple Chance, eine schwarz-rot-goldene Flagge zieren.

Platz 5:
Amateure sind am Vormarsch: das Feld der Spieler/innen vermischt sich zusehends. Waren es sonst die hartgesottenen Profis, sind es jetzt mehr und mehr „Hobbyspieler“ die ihren Vollzeit-Kollegen im Können um nichts nach stehen. Bestes Beispiel, siehe Platz 6: Jörg Preisert. Der Spezialist für Wachstumsmärkte will trotz seines WSOP Erfolges nicht auf seinen Beruf verzichten. Auch „alte Hasen“ wie Eddy Scharf wollen ihren Hauptjob nicht aufgeben. Die Grenze wird fließend, um gut spielen zu können muss man nicht NUR Poker spielen. Vielleicht ist ein „normaler Beruf“ genau der richtige Ausgleich…

Platz 4:

Die Social Networks erobern die Poker Community. Zuerst Facebook, jetzt Twitter. Es wird gezwitschert was das Zeug hält – kaum eine Minute vergeht, dass nicht zahlreiche Pokerspieler/innen ihre Befindlichkeiten posten. Dank mobilem Internet kein Problem mehr… wer’s braucht??! Die Fans können so ihrem Poker Vorbild auf Schritt und Tritt folgen, wozu hier noch zum Stalker werden, wenn man ohnehin alle Infos serviert bekommt?

Platz 3:
Wieder ist der Rekord gebrochen – noch nie gab es soviele verrückte High-Stakes Partien, wie im Jahr 2009. Der höchste Pot: $ 1.356.947, gespielt von Patrik Antonius und Isildur1 am 21. November 2009…

Platz 2:
Joe Cada wird der jüngste WSOP Main-Event Gewinner und beweist: die Jungen sind am Vormarsch. Galt Erfahrung und Spielpraxis als wichtige Komponente, um im internationalen Spielfeld bestehen zu können, wird das von den „jungen Wilden“ mehr und mehr widerlegt. Vielleicht ist es jugendliche Naivität, vielleicht das Denkmuster der neuen Computer-Generation, doch viele junge No-Names katapultierten sich 2009 an die Spieler-Spitze. Von Sandra Naujoks, Thomas Boekhoff, Moritz Kranich , Marco Mattes bis Benny Spindler.

Platz 1:
Gegenwehr zum „Neuen Deutschen Glücksspielstaatsvertrag“. Gerade rechtszeitig zum Jahreswechsel gab es die erfreuliche Nachricht: nicht nur, dass sich Schleswig-Holsteins Ministerpräsident offen gegen den bestehen Glücksspielstaatsvertrag aussprach, auch Bremen, das Saarland, Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Berlin wollen so nicht mehr mitmachen. Bleiben sie bei ihrer Haltung, kommt es 2011 zu einer Neuregelung. Denn wenn nur 3 Länder gegen die Fortsetzung des bestehenden Vertrages stimmen, wird dieser ab 2011 nicht mehr verlängert.