Interview mit Otto Wulferding, Geschäftsführer der Baden-Württembergischen Spielbanken zur aktuellen Corona-Krise

Die Korona-Krise stellt insbesondere die Glücksspielbranche vor große Herausforderungen. [key:IG] spricht mit Verantwortlichen Managern und Direktoren, aus verschiedenen Bereichen der Glücksspielbranche, über Herausforderungen und Konsequenzen aus der aktuellen Situation.

*Ulli Schmitt, [key:IG]: Nach der Schließung Ihrer Häuser, was passiert mit den Angestellten? Sind diese freigestellt oder nutzen Sie die Zeit für interne Schulungs-/Trainingsmaßnahmen (soweit möglich)?*

*Otto Wulferding:* Die Führungskräfte in unseren drei Häusern in Baden-Baden, Konstanz und Stuttgart arbeiten weiter. Auch die Haustechnik verrichtet weiter, allerdings eingeschränkt, ihre Aufgaben. Die Kommunikation erfolgt überwiegend via Telefonkonferenzen. Die Angestellten sind derzeit freigestellt, wir führen Gespräche mit der Arbeitnehmervertretung über Regelungen zur Kurzarbeit. Interne Schulungen und Trainingsmaßnahmen sind aufgrund der Bestimmungen der Landesregierung nicht möglich. Wir nutzen die Schließung zu Renovierungen und zur Großreinigung; auch, damit den Fremdfirmen kein weiterer finanzieller Schaden entsteht.

*Ulli Schmitt, [key:IG]: In wie weit waren die Baden-Württembergischen Spielbanken auf eine solche Situation vorbereitet?*

*Otto Wulferding:* Aus unserer Sicht sehr gut. Wir hatten bereits vor der Schließung entsprechende Hygienemaßnahmen getroffen, Besucher und MitarbeiterInnen auf die neuen Hygieneregeln hingewiesen und beispielsweise Spender mit Desinfektionsmittel für unsere Gäste und MitarbeiterInnen aufgestellt. Außerdem wurden alle Flächen häufiger mit speziellen Reinigern geputzt. Jetons wurden gereinigt, Spielkarten schneller als üblich ausgetauscht. Und als immer mehr Experten von größeren Personenansammlungen warnten, haben wir verantwortungsvoll gehandelt und unsere Spielbanken bereits freiwillig am 13. März geschlossen, also noch bevor die Anordnung von Seiten des Landes kam.

*Ulli Schmitt, [key:IG]: Wie ist die Stimmung unter den Mitarbeitern?*

*Otto Wulferding:* Angesichts der allgemeinen Lage durch die Corona-Pandemie und die Ungewissheit, wie lange die Schließung der drei Spielbanken erfolgt, natürlich nicht euphorisch. Alle MitarbeiterInnen sind und werden über die aktuelle Situation informiert, wir haben Telefon-Sprechstunden eingeführt, um Fragen zu beantworten und Probleme zu lösen. Trotz der schwierigen Lage wollen wir Kündigungen vermeiden, da wir unser bewährtes, eingespieltes und hervorragendes Team nach der Wiederöffnung der Casinos für einen reibungslosen Betrieb brauchen. Wir müssen jetzt mal abwarten, wie sich die Dinge entwickeln, in zwei, drei Wochen sind wir hoffentlich schlauer.

*Ulli Schmitt, [key:IG]: Halten Sie die derzeitigen Maßnahmen der Landesregierung für ausreichend?*

Die Landesregierung handelt aus unserer Sicht verantwortungsvoll und angemessen auf die schwierige Situation.

*Ulli Schmitt, [key:IG]: Gibt es bereits Pläne wie verfahren wird wenn die Schließung länger andauert als bisher absehbar ist?*

*Otto Wulferding:* Wir sind keine Propheten und haben auch keine Glaskugel, um in die Zukunft zu schauen. Fakt ist, dass nicht wir über die Dauer der Schließung entscheiden, sondern die Landesregierung. Derzeit laufen Gespräche mit den Betriebsräten, wie wir die Situation meistern und Lösungen zum Wohle aller finden können.

*Ulli Schmitt, [key:IG]: Vielen Dank für das Gespräch.*