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Im Casino Linz rollt die Kugel ganz neu

Linz/Wien – Heute Abend wird das neue, um vier Millionen Euro umgebaute Casino Linz mit 2000 Gästen groß eröffnet. Mit heuer drei Prozent mehr Besucher trotz Umbaus liegt Linz im Spitzenfeld.

„Das Casino Linz ist nicht wiederzuerkennen“, sagt Direktor Josef Kneifl. Der Institution für gehobene Abendunterhaltung am Schillerpark, in der seit 25 Jahren die Kugel rollt, wurde ein komplettes Face-Lifting verpasst.

Der Automatenpark ist neu, ebenso das Casino-Restaurant und der Event-bereich. 2008 will das Austria Trend-Hotel nachziehen und sein Restaurant runderneuern.

Keine Umbauflaute

Viereinhalb Monate wurde umgebaut. Da der Spielbetrieb weiterlief, kann sich Direktor Josef Kneifl sogar über ein Besucherplus freuen.

Gut drei Prozent und damit 6000 bis 10.000 mehr Gäste als 2006 werden es sein.

Damit liegt das Casino Linz über dem Schnitt der zwölf heimischen Spielstätten. In Linz spielten 223.000 Gäste, 28.000 davon aus dem Ausland.

Das Einspielergebnis betrug 2006 17,2 Millionen Euro und wird heuer laut Kneifl um mehr als fünf Prozent wachsen.

Insgesamt haben die Casinos Austria heuer 30 Millionen Euro in Modernisierung gesteckt. Nachdem eine Weile wenig passiert sei, habe es Nachholbedarf gegeben, so Generaldirektor Karl Stoss.

Nächste Woche wird das um fünf Millionen Euro renovierte Casino Baden eröffnet. Am 13. Dezember folgt das neue Casino Innsbruck. Im Jahr zuvor flossen 13 Millionen Euro nach Velden.

Linz muss sich besonders gegen Konkurrenz in Tschechien behaupten. Seit Anfang 2005 ist das eine Autostunde entfernte American-Chance-Casino der US-Investorengruppe Trans World Corporation unweit des Grenzübergangs Wullowitz offen. „Sicher gehen auch Gäste von uns dorthin“, sagt Kneifl. Doch die steigende Besucherzahl zeige, dass Linz auf dem richtigen Weg sei.

Trotz steigender Besucherzahlen sehen die Casinos Austria schwierigen Zeiten entgegen. Die Glücksspielnovelle 2008 sieht vor, dass für EWR-Ausländer Spielschutzauflagen wie für Österreicher gelten.

Das heißt auch eine Prüfung der Vermögensverhältnisse, was ausländische Gäste in grenznahe Casinos treiben könnte, die dies nicht tun.

Die 30 Prozent ausländische Besucher bringen den Casinos Austria immerhin 70 Prozent der Spiel-Umsätze. Bundesweit sind 100.000 Österreicher gesperrt, entweder auf eigenen Wunsch oder wegen ihrer desolaten Vermögensverhältnisse.