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Deutsche Meisterschaft: Der Lokalmatador gewann

40 träumen vom Titel

Es liegt ein wenig Tristesse über dem Ammerland. Graue Regenwolken am Himmel, ein paar Nebelschwaden über dem Bad Zwischenahner Meer und ein kühler Wind, der einen frösteln lässt – vor dem Finale zur Deutschen Pokermeisterschaft im Casino von Bad Zwischenahn regt dieses Wetter nicht gerade zum Träumen an. Doch für die 40 Finalteilnehmer ist der Traum vom Titelgewinn noch erhalten. Bis zum Sonntagmorgen werden allerdings 39 dieser Träume zerplatzt sein, denn Champion kann nur einer werden.

Das Finale der qualifizierten 40 Spieler beginnt um 17 Uhr und die Blinds im fünften Level (200/400), sodass auch die Short Stacks nicht chancenlos sind. Auch die Länge der Blindphasen wird angehoben, zunächst auf 45 und dann sogar auf 60 Minuten. Es sieht also alles danach aus, dass wir einen spannenden Pokerabend erleben werden im Casino Bad Zwischenahn, bei dem die Spieler wesentlich mehr Spielraum als in der Vorrunde haben.

Gäbe es eine Familienmeisterschaft, dann wäre der Titel bereits vergeben. Das Ehepaar Severine und Oliver Neumann qualifizierten sich beide für den Finaltag. Zunächst schien die familieninterne Konkurrenz groß. Nach der Qualifikation und den Glückwünschen ihres Ehemannes sagte sie ganz stolz: „Ich glaube, ich liege vorn. Ich habe 12.100 Chips.“ Doch Oliver konterte ganz cool: „Da bin ich klar besser mit meinen 12.300.“ An der Freude über die Finalteilnahme konnte man bei dem Paar aber erkennen, dass der Wettbewerb intern doch nicht ganz so verbissen gesehen wird…

Maximillian erreicht souverän das Finale

Die Teilnehmerliste für das Finale der Deutschen Pokermeisterschaft 2007 ist komplett. Es waren einige bekannte Gesichter unter den 80 Startern an Tag 1B im Casino Bad Zwischenahn zu finden, von denen wir eine ganze Reihe am Sonnabend wiedersehen werden, wenn um den Titel und die Siegprämie von €71.680 gespielt wird.

Sebastian Ruthenberg hat es leider nicht geschafft. Der Hamburger musste sich ziemlich früh um Platz 70 verabschieden. Sein Chipstapel war bereits mehr als halbiert und als der Flop [Ace of hearts] [Five of spades] [Four of hearts] zeigte schob er seine restlichen 1.980 Chips in die Mitte. Sein Gegner callte, zeigte [Four of diamonds] [Four of clubs] zum Set, während Ruthenberg [Ace of spades] [Nine of hearts] umgedreht hatte.

Nicht viel besser erging es Marten Jensen. Marten verlor früh einen größeren Pot, als er mit Assen gegen Könige verlor. Wenig später pushte er seine verbliebenen 1.400 Chips mit [Ace of hearts] [Five of hearts] , ein Gegner callte und zeigte Pocket-Achten. Das Board half dem Hamburger nicht. Im Gegenteil, sein Widersacher traf sogar eine [Eight] zum Set.

Von Beginn an sehr gut lief es für Max Bracht, der seinen Stack bereits in den ersten drei Levels fast verdreifacht hatte. Gegen Ende des Tages eliminierte er dann mit Pocket-Zehner einen weiteren Spieler, der das All-in von Bracht mit [Ace] [Jack] gecallt hatte, aber sich nicht verbessern konnte. Bracht wird mit 29.300 Chips in das Finale gehen.

Alexander Jung aus Berlin hat es ebenfalls geschafft. Er baute im Verlauf des Tages zweimal ein Paar Neunen zu einem Full House aus und gehörte lange Zeit zu den Big Stacks. Am Ende lief es dann aber nicht besonders gut. „Ich bin überhaupt nicht zufrieden mit meinem Spiel, weil ich am Ende viel zu passiv gespielt habe“, ärgerte sich Jung, der mit 7.000 in Chips im Finale zu den Short Stacks gehört.

Ganz eng wurde es auf den letzten beiden Blindstufen auch für Sebastian Zink. Der Bochumer war bei Blinds von 700/1.400 mit einer Ante von 100 bereits auf 5.000 Chips runter, ging dann hohes Risiko und wurde belohnt. Mit [Queen] [Three] pushte er All-in, ein Gegner callte mit [Ace] [Queen] und Zink traf am Turn eine [Three] . Danach sammelte Zink noch einige Male die Blinds ein und schloss den Tag mit 21.000 in Chips ab.

Für den Fußballprofi von Hannover 96 Thomas Brdaric war auf Platz 36 Endstation. Er ging vor dem Flop mit [Ace of hearts] [King of hearts] All-in und traf im Flop das As, doch sein Gegner, der mit Pocket-Achten gecallt hatte, traf eine Acht zum Set und schnappte sich den Pot.

Im Finale dabei sind auch Titelverteidiger Florian Langmann (30.100), Thang Duc Nguyen (17.200), Shahin Moshirian (27.000) und Horst Koch (13.400). Souveräner Chipleader ist aber Ismail Dagli, der unglaubliche 75.100 Chips eintüten ließ und somit klar vor Roland Specht liegt, der am ersten Startag 55.000 in Chips eingesammelt hatte.

Finaltisch komplett – Sebastian Zink im Pech

Der Finaltisch der Deutschen Pokermeisterschaft im Casino Bad Zwischenahn ist komplett. Zehn Spieler kämpfen zurzeit um den Titel und die Siegprämie von €71.680. Florian Langmann wird seinen Titel aus dem Vorjahr nicht verteidigen können. Der Verdener schied auf dem 24. Platz aus.

Der nicht gerade beliebte Titel des Bubbleboy ging an Sebastian Zink. Der Bochumer erwischte einen guten Start in den Finaltag, eliminierte unter anderem Florian Langmann und dann im Doppelpack Horst Koch und Sevinc Neumann, die als letzte Frau im Turnier den 20. Platz belegte. Ihr Ehemann Oliver musste bereits auf Rang 30 seinen Stuhl räumen.

Neben Alex Jung, Roland Specht und Shahin Moshirian hat es auch Max Bracht an den Finaltisch und damit ins Geld geschafft. Er musste allerdings kurz zuvor den Großteil seiner Chips an Lokalmatador Ismail Dagli abgeben. Mit Tim Gerdes sitzt sogar ein weiterer Pokerspieler aus Bad Zwischenaahn am Finaltisch. Auch der in Frankfurt lebende Mickey Finn ist noch mit von der Partie.

Die Dame auf dem Turn entschied den Titelkampf.

Bis dahin hatte es am Finaltag neuneinhalb Stunden gedauert, ehe bei der Deutschen Pokermeisterschaft im Casino Bad Zwischenahn der Sieger gekürt war. Der neue Deutscher Meister heißt Ismail Dagli, der Lokalmatador. Im mehr als einstündigen Heads-up bezwang er Mickey Finn, einen Amerikaner aus Boston, der seit rund 40 Jahren in Frankfurt lebt und bereits eine Europameisterschaft gewonnen hat.

Der 41-jährige Dagli bezeichnet sich selbst als Bremer und lebt seit seinem siebten Lebensjahr in Norddeutschland. Jetzt sogar nur wenige Kilometer von Bad Zwischenahn entfernt. Für ihn war es erst das dritte Live-Turnier überhaupt. Doch nach seinem vierten Rang beim großen Frühjahrsturnier fand er einen Sponsoren für die Deutsche Meisterschaft. Ismail Dagli gibt offen zu: „Ich hätte mir kein Satellite zur Deutschen Meisterschaft leisten können. Dafür fehlt mir einfach das Geld. Als Hartz-IV-Empfänger kann man sich so etwas nicht erlauben“, gibt der alleinerziehende Vater offen zu. Deshalb geht der größte Teil der €71.680 Siegprämie an den Sponsoren. Ismail Dagli: „Für mich wird sicher etwas für meine Wohnung abfallen. Doch den Titel kann mir niemand mehr nehmen, auch wenn ich es noch gar nicht richtig glauben kann: Ich bin Deutscher Meister.“

So verteilt sich das Preisgeld auf die zehn Gewinner:

1. Ismail Dagli, € 71.680
2. Mickey Finn, € 51.200
3. Alexander Jung, € 38.400
4. Patrik Schulz, € 30.720
5. Denys Drobyna, € 23.040
6. Tim Gerdes, € 15.360
7. Shahin Moshirian, € 10.240
8. Roland Specht, € 7.680
9. Farhad Azadiastara, € 5.120
10. Maximilian Bracht,€ 2.560

Quelle: http://www.intellipoker.com