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Casino Wiesbaden: Schlechte Mimik zu gutem Spiel!

Wiesbaden, den 15.06.07. Poker ist ein so schönes und abwechslungsreiches Spiel, alle Nuancen der Spannung und der Emotionen werden abgedeckt, im positiven wie auch im negativen Sinn. Ob nun online oder live gespielt ist diesbezüglich zunächst einmal egal (wenn auch nach deutschem Recht nicht immer legal!!!), soweit gibt es keinen Unterschied beim Pokerspiel. Live pokern aber, gerade dieses Auge in Auge mit dem Gegner, bedeutet im Gegensatz zum Online-Poker eine Erweiterung des Erlebniswertes um mehrere Dimensionen.

Adrenalin setzt Glückshormone frei, die aber leider das Glück im weiteren Spielverlauf nicht immer auch beflügeln. Ihr unwillkürlicher Einfluss auf Mimik und Körpersprache des Beglückten verrät nur allzu häufig ungewollt den Wert des eigenen Blattes. Bei auf die Stirn tretenden Schweißperlen muss daher oft die scheinbar ungünstige Raumtemperatur herhalten und verbale Gefühlsausbrüche werden häufig gerade noch in der ersten Silbe unterdrückend korrigiert: Schei.. äh schade!

Aber wie bekommt man diese zwar allzu menschliche, aber unerwünschte Körpersprache in den Griff? Oder noch besser, wie setzt man sie zu seinem eigenen Vorteil gezielt und systematisch ein? Welche schlechte Mimik zu gutem Spiel? Setzen einige Spieler auf Sonnenbrillen und/oder tiefsitzende Caps als zusätzliches Hilfsmittel, tendieren andere zur verbalen Ableckungstaktik. Smalltalks über aktuelle Börsenkurse gehören ebenso dazu, wie anerkennende, vermeintlich wohlwollende Worte über zuvor gewonnene Partien des Gegners. Oder doch lieber zum Kopfhörer des MP3-Player greifen? Pokerspieler jedweder Spielstärke wissen: Bei diesen Skills trennt sich die Spreu vom Weizen. Das richtige „Lesen“ der „Tells“ des Gegenspielers, aber – ebenso wichtig – die aktive Beherrschung der eigenen Körpersprache, ihr bewusster Einsatz, verweisen auf die Klasse eines Spielers. Und in Einem sind sich alle einig: Das Live-Spiel steht und fällt mit der Konzentration und der Fähigkeit des genauen Beobachtens und wirkungsvollen Verschleierns.

Zurück zum gestrigen Donnerstags-Turnier und dem Thema Mimik: Vollbesetzter Tisch, die Blinds 40/80. Vor dem Flop passen alle Spieler bis zum Button, der called. Der Small Blind (die einzige Rookie-Dame am Tisch) called ebenfalls, der Big Blind checkt. Im Flop erscheinen 6-6-5. Der Small Blind checkt. Der Big Blind (5-8 unsuited auf der Hand) geht mit 700 All-In. Der Button passt und Frau Small Blind called nach kurzer Überlegung. Es kommt zum Show-down. Der Big Blind zeigt seine 5-8. Frau Small Blind dreht in aller Bescheidenheit A-A um. Nachdem weder Turn noch River halfen, konnten die Zuschauer von den Lippen des Big Blinds nur das bedauernde „Schei.. äh schade“ ablesen. Sein Gesichtsausdruck dagegen war die Mimik des Abends. Leider gelang es der Turnierleitung nicht, diesen im Bild festzuhalten. Wirklich schade!

Pascal Liesy, Gewinner des Turniers, konnte sich zusätzlich zu seiner Freude über das gewonnene Preisgeld von 1.570,- € auch noch eines sicher sein: Er hat heute als Einziger bis zuletzt die richtige Mimik und Körpersprache zu einem guten Spiel bewiesen. Das Poker-Team der Spielbank Wiesbaden gratuliert dazu herzlich und wünscht allen anderen Pokerfans stets eine „Gute Mimik zum guten Spiel!“

Die Mimik ständig prüfend im Blick