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European Poker Tour in London – 1. Platz für Vicky Coren

Ein Artikel von Alex Lauzon

Vicky CorenVicky Coren ist Engländerin. Als Journalistin schreibt sie für mehrere Magazine, vor allem Poker-Magazine, kommentiert fürs Fernsehen, spielt natürlich selbst, raucht leidenschaftlich gerne Zigaretten, und stellt all das dar, was man von einem Bad Boy erwarten könnte. Natürlich ist sie keineswegs ein Boy, sondern ein Girl – und noch dazu ein ausnehmend hübsches!

Von 21. bis 24. September wurde im Londoner Grosvenor Victoria Casino der zweite Bewerb der 3. Saison der European Poker Tour abgehalten. Insgesamt 400 Teilnehmer investierten die £ 3.500 Buy-in. Wie in jedem Turnier, verabschiedete sich Spieler um Spieler, bis sich der harte Kern herauskristallisierte hatte. An 26. Stelle, gerade im Geld, landete der österreichische Profi, Erich Kollmann, der, während der vergangenen vier Jahre, immerhin Turniereinnahmen von mehr als einer halben Million Dollar erzielen konnte.

Sobald sich das Feld auf 8 Spieler reduziert hatte, begannen die Fernsehaufzeichnungen. Und hier die Liste der Finalisten mit ihrem Spielkapital:

Chad Brown – 759.000 Chips
Emad Tahtouh – 680.000 Chips
Vicky Coren – 600.000 Chips
Michael Muldoon – 570.000 Chips
Jan Slavik – 460.000 Chips
Peter Hedlund – 380.000 Chips
Sid Harris – 270.000 Chips
Jules Kuusik – 240.000 Chips

Nach nur wenigen Spielen musste sich Sid Harris verabschieden. Seine 9 – 9 fanden keine Verbesserung durch das Board und seine Chips wanderten zu Vicky, die J – J vorzuweisen hatte.

Es folgte eine spektakuläre Konfrontation zwischen Chad Brown und dem Schweden Peter Hedlund, der mit einer Erhöhung eröffnete. Chad Brown callte vom Small Blind. Es kam der Flop:

Nach Chads Check investierte der Schwede 50.000 Chips. Chad ging mit und es folgte:

Wieder kam der Einsatz von Chad Brown. Dieses Mal bereits 120.000. Peter Hedlung nahm sich lange Zeit, um schließlich doch den Einsatz zu halten. Nach dem River lag folgendes Board auf dem Tisch:

Als Chad Brown nun wieder 170.000 in den Pot schob, warf Peter Hendung verärgert seine Karten quer über den Tisch und passte. Mit A – 3 in Pik hatte er sein Flush verpasst. Chad Brown präsentierte freiwillig sein Blatt, Q – J, und kassierte den Pot!

Nicht lange überlebte Peter Hendung mit seinem bescheidenen Stack. Mit K – Q verlor er gegen A – K und verabschiedete sich an 7. Stelle.

Jules Kuusik, ebenfalls aus Schweden, beendete das Turnier als Sechster, als sein A – 5 von Michael Muldoons A – J geschlagen wurde.

Chad Brown, der sich während des ganzen Turniers über in Spitzenposition halten konnte, verlor, in mehreren unglücklichen Pots, einen beträchtlichen Teil seiner Chips. Als sich sein Q – 8 nicht gegen Jan Slaviks 9 – 9 verbesserte, verließ er schließlich den Tisch als Fünfter, begleitet von seiner attraktiven Freundin, Vanessa Rousso.

Nach der Dinner-Pause war die Chipverteilung der verbleibenden vier Spieler folgende:

Emad Tahtouh – 1.820.000
Jan Slavik – 1.240.000
Michael Muldoon – 570.000
Vicky Coren – 370.000

Vicky Coren konnte ihren Stack zuerst leicht verbessern und dann beinahe verdoppeln, als sie mit A – 10 in der Hand Michael Muldoon, an 4. Stelle, nach Hause schickte. Muldoon hielt 7 – 7. Der River brachte Vicky ein Ass.

Eine der entscheidendsten Begegnungen des Abends ereignete sich zwischen Vicky Coren und Jan Slavik. Zuerst kam die Erhöhung von Jan. Es folgte Vickys Reraise auf 250.000 und Jans Call. Als 10 – 10 – 9 im Flop fiel, ging Vicky All-in. Jan Slavik brauchte ganz 5 Minuten, um sich zum Mitgehen zu entscheiden.

„Good Call!“, bemerkte seine hübsche Gegnerin, als er 3 – 3 präsentierte und sie nichts besseres als A – J in die Konfrontation bringen konnte. Allerdings, der heilige Pokerus scheint Geschmack zu haben, was das Aussehen schöner Frauen betrifft! Am Turn fiel ein Jack und der River änderte nichts an der Situation. Jan Slavik kassierte GBP 168.600 und die letzten zwei Spieler saßen sich, Heads-up, gegenüber.

Schon im ersten Spiel verbesserte sich Vickys Stack dramatisch. Ihr halbes Spielkapital dabei einsetzend, ging sie Runde um Runde mit, um Emad Tahtouh, bei einem Board von 5 – 8 – 10 – 2 – 9, Q – 10 zu zeigen. Schon am Flop hatte sie das Top-Paar und ließ ihren Gegner, mit J – 8, in Sicherheit wiegen und vermutlich an einen Draw ihrerseits glauben.

Nun hatte Vicky Coren deutlich die Führung über den, in Australien lebenden, Emad Tahtouh errungen. Schon im nächsten Spiel meinte es der heilige Pokerus wieder besonders gut mit ihr. Bei einem Flop von 3 – 4 – 5 setzte Emad All-in. Mit Freuden ging sie mit und zeigte, 6 – 7 in der Hand, ihre Straße. Mit 8 – 6 hatte ihr Gegner noch eine kleine Chance auf eine 7, zur höheren Straße, doch diese Chance blieb ihm versagt. Um GBP 285.900 reicher, wurde Emad Tahtouh Zweiter im EPT London.

Vicky Coren, die zwar in einigen kleineren Turnieren recht gut abgeschnitten hatte, die großen bis jetzt aber nur kommentieren durfte, kassierte für ihren Sieg exakt eine halbe Million Pfund und wurde gleichzeitig zur ersten Frau, die einen Bewerb der Eropean Poker Turnier gewinnen konnte.