Poker und Casinoszene London

Ich bin endlich wieder einmal in London, meiner Lieblingsstadt. Endlich wieder einmal in dieser tollen Stadt, welche außer dem Zocken einem Spieler Alles bietet, was man sich wünschen kann. Tolle Shows und einige fantastische Flohmärkte. Bermondsey und Portobello sind nur die größten, die ich einmal nennen möchte. Hinzu kommen Hotelantiquitätenmessen an Wochenenden (Informationen dazu liefert die Antiques Gazette) und viele Auktionshäuser mit Kunst und weiteren Versteigerungen. Restaurants, die viel besser sind, als der Ruf der englischen Küche und und und.
Die Zeitschrift TIME OUT informiert über alles, was man in London unternehmen kann. Es ist für Jeden etwas dabei.

Natürlich ist London teuer – sonst wäre es nicht London. Aber über das Internet kann man günstige Hotels finden und für die Spieler gibt es hier einige interessante Möglichkeiten.

In London gibt es etwa 20 Casinos. Sie sind alle als Privatclubs organisiert und werden vom sehr strengen Gaming Board überwacht. Die Regeln hier sind sehr streng und es wird sehr darauf geachtet, dass der Spieler nicht so benachteiligt wird, wie in anderen Ländern. Zudem ist es VEROBTEN, TRINKGELD zu geben! Die Casinos müssen ihre Angestellten aus den Gewinnen bezahlen und man wird auch nicht krumm angesehen, wenn man nichts gibt. Keiner erwartet es, keiner schaut einen schief deswegen an. Beim Roulette verringert sich der Nachteil des Spielers von 5.4% auf 2.7% für das Spiel auf Nummern und Chevals. Es gibt auch keine 00 und bei 0 wird der Satz bei einfachen Chancen, wie in Zentraleuropa geteilt.
Es ist also nicht wie in vielen Casinos der USA, wo der Satz bei 0 oder 00 weg ist.

Beim Black Jack ist die Versicherung verboten, was auch die Chancen des Spielers verbessert.

Wenn man allerdings als Counter auffällt, wird man am Spielen gehindert. Auch überwachen die Angestellten das Spiel genau und wissen, was und wie jeder spielt. Die Kameras und Mikrofone sind immer eingeschaltet und bei Streits über die gesetzten Chetons (was aber sehr selten ist), werden sie sofort konsultiert. Jeder hat automatisch seine Farbe, wenn keine Farbe mehr da ist, darf man auch nicht spielen. Die Spielfolge ist sehr schnell.
Es gibt in London Casinos für jede Kategorie, zum Beispiel das Cromwell Mint und das Victoria Casino. Sie sind groß und decken das kleinere Spiel ab. Aber auch hier beträgt das Maximum auf eine Nummer £ 500, bei einem Minimum-Einsatz von £ 1. Richtig gelesen, das 500-fache des Minimums.
Die Auswahl der Casinos ist, wie schon gesagt, groß: Angefangen bei den mittleren Casinos, wie dem Palm Beach, dem Rendez Vous und dem Colony, bis hin zu den superexklusiven Clubs Clermont, Les Ambassadeur, dem Ritz und last, but not least, dem 50 St. James.
Allerdings ist es recht schwer, in den letzteren Clubs Mitglied zu werden.
Als Spiele werden Roulette, Black Jack, Carebean Stud, 3 Card Poker und manchmal Craps, angeboten.

Nun zum Poker: Soweit mir bekannt, gibt es drei sichere, legale Casinos. Das Victoria, das Palm Beach und das Sportsman, die regelmäßig Poker anbieten. Die anderen Kartenclubs sollen keine Lizenz besitzen, es läuft ein Rechtsstreit über die Rechtmäßigkeit.

Das Victoria Casino in der Edgeware Road. Hier kannte ich früher Jeden, aber ich komme nur noch selten nach London und es gibt viele neue Spieler. Jeden Abend gibt es bis zu 7 Cash-Game-Tische mit Buy-ins von £50. Die Spieler teilen Die Kosten belaufen sich auf £ 10 bei £ 100, £ 15 bei 250, £ 20 bei £ 500 und noch £ 25 bei £ 1000 Buy-in und keine Trinkgelder.

Turniere werden jeden Abend im Victoria angeboten von, £ 20 bis £ 250 Buy-in.

Im Palm Beach werden Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Sonntag Turniere gespielt, mit Buy-ins von 100-300. Im Sportsman gibt es montags ein £ 250
Freeze-out Turnier und freitags ein £ 100 Rebuy-Turnier. Für Anfänger gibt es sonntags ein £ 33 Rebuy-Turnier Somit ist für Jeden etwas dabei.

Und wieder zurück in Deutschland – wieder zurück im Alltag. Meine Gedanken verweilen jedoch schon wieder in London, wo mir bei den dortigen Pokerturnieren einige Eigenheiten aufgefallen sind, die ich gerne einmal darstellen möchte.

Bei den Rebuy-Turnieren erhält jeder Spieler ein elektronisch auslesbares Ticket. Bei einem Rebuy sieht man auf den großen Bildschirmen dann auch direkt, welche Rebuy’s getätigt wurden, jederzeit aktualisiert. Durch dieses System ist es unmöglich, dass Rebuy’s verschwinden, was bei einigen Turnieren schon vorgekommen sein soll und in einem solchen Falle nur schwer nachvollziehbar und nachweisbar ist. Zudem kann man auf den Bildschirmen jederzeit die Entwicklung der Gewinne nach Rebuys und Add-on’s verfolgen.
Auch der durchschnittliche Chipstand wird am Bildschirm angezeigt.

Für den Spieler hat das System ohne Zweifel seine Vorteile. Es ist allerdings fraglich, ob sich deutsche Casinos den Aufwand machen werden und sich solche Geräte anschaffen. Poker hat hierzulande für die Casinos einen noch zu geringen Stellenwert.

In englischen Casinos gibt es auch einige interessante Regeln, die mit dem englischen Gaming Board in Zusammenhang stehen. So muss man die erste Hand des Turniers spielen, andernfalls wird man disqualifiziert. Dafür jedoch bekommt man den Einsatz wieder zurück erstattet. Eine andere, in meinen Augen komische, Regel besagt, dass der Spieler für jede Runde, die er vom Tisch weg ist, ihm bei jeder Karte ein Big Blind abgezogen wird. Zumindest für das Victoria Casino gilt diese Regelung. Nunja, andere Länder, andere Sitten.

Seite Jüngstem versucht ein neues, sehr exklusives Casino in London in der Pokerszene Fuß zu fassen: Das 50St. James. Am 28. März fand dort ein ₤1.000 Buy-in-Turnier, mit einer maximalen Beteiligung von 80 Spielern, statt. Es gab einen Champagnerempfang und es wurden, sehr zur Freude der Spieler, Canapes gereicht. Vom Beginn des Turniers an und auch in den Pausen. Der tolle Rahmen hat mich sehr imponiert.
In der Zukunft will das Casino weitere Turniere und auch Cash Games anbieten, bisher ist mir jedoch nichts Näheres bekannt.

Das 50 St. James hat 2 tolle Restaurants. Ein asiatisches im Erdgeschoss und ein sehr exklusives. Die Preise sind –selbst für englische Verhältnisse- sehr hoch angesiedelt. Allerdings ist man, wenn man spielt, eingeladen. Des Weiteren gibt es eine tolle Bar und zudem ist ein Nachtclub vorhanden. Das 50 St. James soll zwar immer gut besucht sein, das Casino selbst geht aber nicht so gut wie es sich die Betreiber erhoffen.

Ich wünsche euch viel Spaß bei eurem nächsten Aufenthalt in London.

Euer Henry Nowakoski