2000 verbotene Automaten - Wehrlos gegen Glücksspiel
Veröffentlicht am 21.06.2005 05:08 Uhr
LINZ - Österreich hat eines der strengsten Glücksspielgesetze Europas - auf dem Papier. Dank zahnloser Vorschriften fehlt der Exekutive eine effiziente Handhabe. Die Zahl der Spielsüchtigen steigt: 45.000 Oberösterreicher gelten als gefährdet.
2000 illegale Glücksspielautomaten warten in Oberösterreich darauf, "gefüttert" zu werden. Razzien sind schwierig, der Exekutive fehlt es an schlagkräftiger Handhabe. "Die Gesetzeslage ist in Österreich reichlich kompliziert", sagen Sicherheitsdirektor Alois Lißl und der zuständige Sozial-Landesrat Josef Ackerl einhellig. Der Bund regelt das so genannte "große Glücksspiel". Zwar übt der Staat eine Monopolstellung aus. Dank Schlupflöchern gedeihen aber gerade im Internet fragwürdige Casino-Spiele - die OÖN berichteten.
Die Länder dürfen das "kleine Glücksspiel" regeln: Automatenspiele mit einem Einsatz von 50 Cent und einer Gewinnaussicht von mehr als 20 Euro. Diese Spiele sind in Oberösterreich verboten.
"Bekommt ein Betreiber Wind von einer Razzia, schaltet er den Spielecomputer kurzerhand um. Kommen die Beamten, läuft ein harmloses Geschicklichkeitsspiel auf dem Bildschirm", berichtet ein Beamter der Bezirkshauptmannschaft Grieskirchen über das Dilemma. Würden Automaten beschlagnahmt, stellen Lokalbesitzer tags darauf den nächsten Münzenfresser auf.
Ackerl hat den Bund aufgefordert, die Gesetze zu verschärfen.
In Oberösterreich gibt es bis zu 5600 krankhafte Spieler, schätzt der Verein für prophylaktische Sozialarbeit in Linz. Bis zu 45.000 gelten als suchtgefährdet. In schweren Fällen fallen dabei mehr als 60.000 Euro Schulden an, schätzen Schuldnerberater.
Hinweis: ISA-GUIDE veröffentlicht auf Ihrem Internet-Portal verschiedene Artikel, Analysen, Kolumnen, Reportagen, Publikationen, Urteile, Interviews und Nachrichten, die aus unterschiedlichen Quellen stammen. Verantwortlich für den Inhalt ist allein der Autor.
Druckbare Version