Casinos Austria mit einem Fuß in der Tür
Singapur (pte, 20. Sep 2004 13:06) - Für Jahrzehnte hat Singapur Vorschläge zur Eröffnung eines Casinos verweigert und seiner vorwiegend chinesischen Bevölkerung, die dem Spielen nicht abgeneigt ist, die Möglichkeit zu legalen Wetten verwehrt. Nun ist das Thema wieder auf dem Verhandlungstisch und die Regierung erbittet Vorschläge für die Eröffnung eines Unterhaltungszentrums mit einem Casino, für das sechs internationale Spieleunternehmen Interesse angemeldet haben. "Wir müssen das neu überdenken, weil sich die Situation geändert hat", sagte Premierminister Lee Hsien Loong, nachdem er vergangenen Monat sein Amt angetreten hat. Das berichtet das Wall Street Journal http://www.wsj.com heute, Montag.
Die größte Veränderung besteht darin, dass Spielcasinos weltweit agieren und mittlerweile auch respektabel geworden sind. Viele Touristen möchten erstklassige Unterhaltung genießen, während sie shoppen und touren. Während sich Spielemärkte in den USA und anderen westlichen Staaten zunehmend entwickeln, zeigte sich Asien als größte Wachstumsregion, angeheizt von wirtschaftlichem Erfolg und dem Trend von Regierungen, das Spielen zu legalisieren oder bestehende Regulierungen zu liberalisieren. Chinas Aufstieg hat die soziale Stellung potenzieller Spiele-Touristen begünstigt, die sich aus einer schnell wachsenden, begüterten Klasse zusammensetzen und sich auch relativ frei bewegen dürfen.
Kleinere Länder wie Singapur, die lange Zeit befürchtet hatten, dass die Erlaubnis zum Spielen dem organisierten Verbrechen den Weg ebnen und zu sozialen Spannungen führen könnte, haben nun aktuellere Bedenken: Die Einwohner reisen in die Nachbarländer, um zu spielen, was zu einem Verlust potenziellen Einkommens und Steuergeldes führt. In Macau haben drei der weltgrößten Spielcasinos Investitionen in Höhe vieler Mrd. Dollar getätigt, seit die ehemalige portugiesische Kolonie vor zwei Jahren das lokale Monopol aufs Spielen beendete. Auch Thailand, Japan und Taiwan überdenken derweil die Legalisierung von Casinos, während Vietnam, Südkorea und die Philippinen bestehende Geschäftsbereiche erweitern wollen. In Singapur haben sechs Casino-Unternehmen informelles Interesse bekundet, neben vier US-Firmen und einer von den Bahamas auch die Wiener Casinos Austria International.
Einige asiatische Regierungen verfolgen das Ziel, das Glücksspiel aus dem Untergrund zu holen und zu besteuern und nebenbei die Korruption zu beseitigen, zu der es geführt hat. So genannte schwimmende Casinos, die auf Kreuzfahrtsschiffen operieren, die über Nacht in internationale Gewässer fahren, bringen in Asien mehr als vier Mrd. Dollar jährlich ein. Während Singapur seine Entscheidung hinsichtlich eines Casinos überdenkt, die für Januar erwartet wird, beziffern Experten die Verluste, die dem Stadtstaat bis dahin entgehen, auf 720 Mio. Dollar. Obwohl es Singapur kaum nötig hat, Casino-Einkünfte anzuzapfen, um seine finanzpolitische Position zu verbessern, möchte das Land seine Tourismus-Industrie schützen. Gleichzeitig ist die Regierung mit den Beschwerden von Gemeinschaften konfrontiert, einschließlich religiöser Organisationen, die sich aus dem Grund gegen ein Casino stellen, weil sie fürchten, dass es das Familienleben unterminiert. Die Regierung hat angekündigt, sie werde den lokalen Zugang zu Casinos einschränken, eventuell durch den Ausschluss von Einwohnern mit niedrigem Einkommen, was aber die Investitionen für die Spielefirmen weniger attraktiv macht.
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