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Flagge: Germany Geschichtlicher Rückblick Las Vegas (Teil 9) ISA-Casinos

Veröffentlicht am 22.03.2004 04:37 Uhr



(rs) Steve Wynn gilt als einer der erfolgreichsten Geschäftsleute der Welt. Über ihn könnte man Seiten füllen, und über seinen Beitrag in der Casinowelt von Nevada und anderen Staaten geht es in diesem Bericht. Sein Aufstieg in der Casinowelt ist einzigartig, ebenso wie seine Fähigkeiten zur Kommunikation mit Medien und Geschäftsleuten, und nicht zuletzt, seine Art, die eigenen Mitarbeiter zu Höchstleistungen zu motivieren und sie als langjährige Mitarbeiter an seine Unternehmen zu binden.
Als Sohn eines Bingo-Betreibers von der Ostküste, wuchs Steve Wynn schon als Kind im Umfeld von Casinos auf. Mit einem Abschluss in Englischer Literatur an der Pennsylvania State University zog es ihn später nach Las Vegas, wo er einiges bewegen sollte.

Einer seiner engsten Freunde und Geschäftspartner, der Las Vegas Banker E. Parry Thomas, half ihm bei der Finanzierung seiner Casinoprojekte. Bereits 1971 begann Wynns Einfussnahme und Geschäftsbeteiligung im Golden Nugget im Downtown, Las Vegas. E. Parry Thomas verhalf Steve Wynn zu Krediten, womit er schliesslich die Kontrolle des Downtown-Juwels übernehmen konnte. Mit einer Umstrukturierung und Vergrösserung des Hotels um weitere 600 Zimmer wandelte er das Golden Nugget in ein Luxus Hotel um, welches auch heute noch seinen Reiz im Old Las Vegas nicht verloren hat.

Weitere Investitionen sollten folgen, unter anderem. an der Ostküste, wo er das Golden Nugget in Atlantic City übernahm, später aber wieder mit massivem Gewinn veräusserte. Mit diesen Geldern sollte sein grösstes Projekt den Anlauf nehmen, welches in Las Vegas wiederum neue Standards setzen würde: "The Mirage".
[bild:1] Nach einer Bauzeit von rund 2 Jahren eröffnete das Mirage Hotel and Casino Resort am 22. November 1989. Die Baukosten betrugen rund 600 Millionen Dollar. Die Rekrutierung der Mitarbeiter fand in einem monatelangem Prozess statt, bei welchem Steve Wynn persönlich Interviews und Seminare veranstaltete. Nur wer 100% motiviert und von seinem Konzept überzeugt war, sollte für ihn arbeiten. Das ist mitunter einer der Gründe, warum man auch heute noch Mitarbeiter findet, welche vor 10 Jahren bereits im Mirage gearbeitet haben, eine Seltenheit in der Berufstätigkeit eines Durchschnitts-Amerikaners.

Das Mirage Hotel wurde fertiggestellt und war nie geplant, jemals ausgebaut und vergrössert zu werden. Es besteht aus 3049 Zimmern und einem 30stöckigen Hotelkomplex, bestehend aus 3 Flügeln, zwecks Stabilisierung. Diese Bauweise ist sehr typisch in Las Vegas.
Im Mirage gibt es nebst den regulären Standard Rooms, Suiten, Luxus Suiten, Super Luxus Suiten, daneben aber auch 6 Bungalows mit einem privaten Garten und eigenem Swimming Pool. Die oberen 5 Stockwerke des Hotelkomplexes, welche von aussen einen goldenen Anstrich haben, sind für die Penthouse Suiten, die teilweise durch private Lifte erreicht werden.
Dem Besucher, der nach Las Vegas kommt, wird das abendliche Spektakel vor dem Mirage auffallen, ein Vulcano, der in regelmässigen Abständen ausbricht und die Massen anzieht. Ebenfalls bemerkenswert ist die Pool- und Wasserlandschaft des Mirage, ein grosses Delphinarium, als zusätzliche Attraktion für die Massen, welches nicht unter skeptischen Protesten von Umweltschützern eröffnet wurde.
Das Mirage Hotel und Casino war über Jahre hinweg das erfolgreichste Casino von Las Vegas. Der Poker Room galt damals als Zentrale der Pokerprofessionals der Welt, und ist auch heute noch ein sehr gut besuchter Ort für Kartenspieler. Die geschickte Marketing-Strategie sollte voll aufgehen. Mit einem Private Casino für High Rollers, wo man ohne Einladung gar keinen Einlass hat, oder einem regulären High Limit Bereich, in den man im Vorbeigehen sehen kann, galt das Mirage als Anziehungspunkt für die betuchten Spieler aus Übersee. Innerhalb des ersten Jahres vom operativen Geschäft generierte das Mirage rund 125 Millionen Dollar an den Slotmaschinen und denselben Betrag noch einmal nur vom Baccara. Das zeigt, dass damals für diesen hart umkämpften Markt ein sehr starkes Marketing geführt wurde, die High Limit Baccara Spieler aus dem Fernen Osten anzuziehen.
Darüber hinaus wurden rund 250 Millionen Dollar aus dem "non gaming"-Bereich generiert, welches auch den Trend zeigt, dass die Las Vegas Touristen nicht mehr ausschliesslich wegen des Spieles nach Las Vegas kommen, sondern auch bereit sind, ihr Geld für andere Dinge, wie Luxus, Essen, Anschaffungen, usw. auszugeben.

[bild:2]Anstatt das Mirage zu vergrössern und auszubauen, entschied man sich für den Bau eines neuen, angrenzenden Ressorts. Am 27. Oktober 1993 eröffnete das Treasure Island Hotel and Casino Resort, ein weiteres Mega Casino mit 2900 Hotelzimmern. Die Eröffnung fand zeitgleich mit der Implosion des Dunes Hotels statt und sollte ein neues Zeitalter einläuten, das Zeitalter der Themen-Casinos. Das Treasure Island umfasst einen 36stöckigen Hoteltrakt und kostete etwas weniger als das Mirage - "nur" 430 Millionen Dollar. Der Besucher kann mit einer Monorail zwischen den beiden Casinos hin- und herfahren. Der Players Club ist der gleiche, im Grunde genommen ist es dasselbe Unternehmen, welches heute zur MGM Mirage Gruppe gehört.

Ähnlich wie beim Mirage, so wird auch vor dem Treasure Island eine Show angeboten, die die Massen anziehen, und natürlich danach ins Casino an die Slotmaschinen und die Black Jack Tische einladen. Die Piratenshow, die im übrigen einen ganz besonderen Grund hat, warum sie angeboten wird, zieht seit Jahren die Massen an. Es geht um eine Schlacht zwischen Piraten und einer Britischen Fregatte, der "H.M.S. Britannia". Am Ende siegen die Piraten und die Britischen Soldaten gehen unter. Das ganze hat effektiv einen Hintergrund. Steve Wynn, der ursprünglich Interessen an einem Casino-Projekt in London verfolgte, einem Golden Nugget Casino, scheiterte kurz vor Abschluss der Verhandlungen, nachdem das Projekt ausgearbeitet und das Gebäude bereits erworben war. Eine Lizenz wurde schliesslich verweigert - man befürchtete wohl, der Einfluss dieses Casino-Managers im lokalen Markt könne für die anderen Betreiber zu einer ernsthaften Konkurrenz werden. Aus diesem Anlass wird spekuliert, Steve Wynn und seine Marketing Strategen haben die Piratenshow lanciert, um sich über das überhebliche Britische Verhalten zu mokieren.

Im übrigen verfügt das Mirage Hotel über einen privaten Golfplatz, der eigens für die High-Rollers und Bekannte von Steve Wynn - und natürlich für ihn selbst - etwas ausserhalb vom Strip angelegt ist. Gemäss Berichten soll dieser exklusive Golfplatz soviel Geld schlucken und dennoch fast nicht gespielt werden, dass gemunkelt wird, Steve Wynn hat sich hier ein privates Reich geschaffen, wo er und seine Freunde sich zurückziehen können. Wichtige Leute aus der Casinowelt sind dort Lifetime Members und haben ihren privaten Garderobenbereich. Der Zutritt für Nicht-Mitglieder ist nicht gestattet, der Club ist 24 Stunden streng bewacht und umzäunt, damit man unmöglich dort hineinkommt. Einzig die Überflugsrechte sind nicht gesetzlich geregelt, und so kann man einen Eindruck über Steve Wynns Reich bekommen.

Steve Wynns geschäftliche Aktivitäten sind auch nach seinem Ausstieg aus der MGM Grand-Mirage Fusion nicht zurückgegangen. Vor einigen Jahren kaufte er für seine Frau das Desert Inn Hotel und Casino und liess es kurzerhand schliessen. Das Desert Inn, welches erst einige Jahre zuvor für über 20 Millionen Dollar renoviert worden war, wurde später dem Erdboden gleich gemacht. Der Desert Inn Country Club und Golf Platz allerdings besteht in seiner ursprünglichen Form noch immer und wird an das neue Projekt, welches in ungefähr 18 Monaten öffnen soll, angegliedert. Das Wynn Vegas Hotel and Casino soll gemäss Analysten noch einmal ganz neue Standards setzen. Trotz der ursprünglichen Auffassung, die Lokalität des Casinos sei nicht mehr zeitgemäss, so denken andere wiederum, etwas Abstand von der Top-Meile zwischen Flamingo und Tropicana und etwas abseits vom Rummel der Massen und auch vom Flughafen könne durchaus Potential haben. Benachbarte Casinos, wie beispielsweise das New Frontier oder das Stardust Hotel, die schon an Verkauf oder Abriss gedacht haben, könnten nun eine Art Revival erleben und noch einmal das ganz grosse Geschäft anziehen. Jedes Projekt, welches unter Steve Wynn eröffnet wurde, stand am Ende mit massiv schwarzen Zahlen da, und das belegt die erstaunliche Manager-Fähigkeit dieses Casino-Operators. Aus dem Grunde wird auch für das Wynn Vegas eine rosige Zukunft prognostiziert. Lassen wir uns überraschen. Und bleiben Sie dran für die nächsten Berichte über die Veränderungen, die in Las Vegas passieren sollten.

Rundgang durch Las Vegas

Siehe auch:
Neue Reportagen: Gambling in Las Vegas
Geschichtlicher Rückblick Las Vegas (Teil 1)
Geschichtlicher Rückblick Las Vegas (Teil 2)
Geschichtlicher Rückblick Las Vegas (Teil 3)
Geschichtlicher Rückblick Las Vegas (Teil 4)
Geschichtlicher Rückblick Las Vegas (Teil 5)
Geschichtlicher Rückblick Las Vegas (Teil 6)
Geschichtlicher Rückblick Las Vegas (Teil 7)
Geschichtlicher Rückblick Las Vegas (Teil 8)


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Quelle: ISA CASINOS Presseagentur

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