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Flagge: Germany Geschichtlicher Rückblick Las Vegas (Teil 6) ISA-Casinos

Veröffentlicht am 12.03.2004 06:53 Uhr



(rs) Wir schreiben das Jahr 1968: Jay Sarno, der ja Caesars Palace bauen liess und seine Anteile und Geschäftstätigkeiten an Clifford Perlman für sagenhafte 60 Millionen Dollar übertrug, hatte schon eine neue Vision: The World of Circus Circus!

[bild:1]Anfänglich noch ohne Hotelzimmer, so eröffnete dieses Casino 1968 in einem authentischen Circus Zelt, ursprünglich nur mit Casino-Spielen und einigen Circus-Attraktionen. Das Zelt, damals wie heute noch im klassischen Pink-Weiss, mit einem Carnival-Level für Kinder, verschiedenen Restaurants und anderen kleinen Geschäften und Attraktionen, traf voll den Geschmack der Vergnügungs-orientierten Wochenend-Touristen aus Kalifornien. Trapez-Künstler, Clowns, Jongleure, Zauberer, alles sollte angeboten werden, um die Casino-Gäste zu begeistern. Das Konzept ging auf. Der Erfolg schlug ein wie eine Bombe. Ein Spieler, der damals zum ersten Mal als kleiner Junge in Las Vegas war, erinnert sich: "Es war unglaublich. Ich erinnere mich an die Hochseil-Akrobaten und an den Attraction-Level, wo ich wie auf einem Jahrmarkt an verschiedenen Ständen spielen konnte. Meine Eltern gaben mir einige der Quarters, die sie aus den Slotmaschinen gewonnen hatte, damit ich mich oben im Kinder-Level an den Ständen vergnügen konnte. An irgend so einer Schiessbude gewann ich einen riesigen Pink Panther, der jedoch im Flugzeug auf der Heimreise etlichen Platz beanspruchte. Unten auf dem Casino-Level sah ich Reihen von piepsenden und klimpernden Spielautomaten und Tische, an denen Leute sassen und Karten gespielt haben. Ich wusste genau, dass ich eines Tages einer dieser Menschen sein würde, der auch dorthin zum Spielen geht. Ich kannte die Spiele natürlich nicht, wusste jedoch schon damals, dass dies meine Mission sein würde, warum ich hier auf der Welt war. Und Jahre später war ich dann in Las Vegas und Circus Circus war noch fast so wie früher, einfach viel grösser, und halt etwas vom Alter gezeichnet. Aber der Reiz dieses Casinos ist noch immer derselbe geblieben für mich."

Wie dem Beobachter vor 20 Jahren aufgefallen war, so fand das Glücksspiel damals wie auch heute noch nur auf dem untersten Level des Casinos statt. Darüber befindet sich auch heute noch ein Netz, welches als Sicherheit dient für die Hochseil-Akrobaten. Die Anzahl Hotelzimmer wurde von anfänglich 400 auf heute über 3000 aufgestockt. Circus Circus hat inzwischen 2 Hotel Türme und einen zusätzlichen Trakt mit weiteren Zimmern, die an den Wochenenden mehrheitlich ausgebucht sind.
Circus Circus gilt mitunter zu den bestgeführtesten Casinos im operativen Geschäft. Zu dieser Firma, die später umbenannt werden sollte auf Mandalay Bay Group, zählen u.a. auch das kleine Casino, direkt vor Circus Circus, das Slots-a-Fun und natürlich auch das Mandalay Bay, Luxor, Excalibur, und weitere.
[bild:3] Circus Circus verfolgte im übrigen eine andere Unternehmens-Philosophie als beispielsweise Caesars Palace oder Las Vegas Hilton. Im C-C sollte die Mittelschicht angesprochen werden. Das breite Geschäft für die Masse, welches letztendlich mehr Geld generieren würde als die paar Highrollers, die mit dem Privatjet eingeflogen werden wollten und für die stets eine Luxus Suite mit Butler bereitstehen muss. Ok, mit dem Wandel der Zeit muss natürlich erwähnt werden, dass die Standards etwas angehoben werden mussten. Mandalay Bay gilt natürlich heute als eine der ersten Adressen von Las Vegas, ist quasi das Flagschiff von Circus Circus Enterprises geworden, daher dann ja auch die Namensänderung des Unternehmens auf Mandalay Bay Group. Im Mandalay Bay werden auch High Limit Players angesprochen, und die Hotelpreise übersteigen den Durchschnitt bei weitem.

Eine nächste Persönlichkeit, die Las Vegas neue Massstäbe aufgesetzt hat, das ist Kirk Kerkorian. Der ehemalige Jet Pilot der US Airforce begann recht früh, mittels einer eigens gegründeten Fluggesellschaft, die den Namen Trans International Airlines, mit einem Touristen Transfer zwischen Kalifornien und Las Vegas. Die Fluggesellschaft wurde 1968 für 104 Millionen verkauft, und mit Teilen vom Erlös kaufte sich Kirk Kerkorian grössere Anteile der MGM Studios in Los Angeles, sowie weitere Anteile der Western Airlines, die auch heute noch existiert. Darüber hinaus erwarb er sich eine Parzelle in Nevada, wo später ein neues Grossprojekt seinen Anfang nehmen sollte…. Die Parzelle war leicht östlich vom Las Vegas Boulevard, an Paradise Road, also genau 1 Block östlich, auf der Höhe zwischen Sahara und Riviera Hotel and Casino.
Im Jahre 1969 erwarb Kirk Kerkorian das Flamingo Hotel und benutzte dieses Casino als Ausbildungsstätte für seine Mitarbeiter für das neue Super Hotel, welches noch immer eine Baustelle war.

Das International öffnete schliesslich am 2. Juli 1969, die Baukosten bis zur Fertigstellung sollen über 60 Millionen betragen haben, eine damals unvorstellbar hohe Summe. Das Hotel bestand aus einem 24stöckigen Turm und galt damals als das allergrösste jemals gebaute Hotel und Casino. Das Casino alleine hatte über 10,000 Quadratmeter Spielfläche, welches in dieser Grösse noch nie da gewesen war. Es gab die unterschiedlichsten Restaurants mit Deutscher, Italienischer, Japanischer und Mexikanischer Küche. Zur Eröffnungsparty waren führende Politiker geladen, und natürlich auch andere Persönlichkeiten wie Cary Grant, Phyllis Diller, George Raft, Nancy Sinatra, Nataly Wood. Zur Unterhaltung der Gäste wurden Superstars wie Elvis Presley oder Barbara Streisand engagiert.. Elvis Presley bekam sein eigenes Theater und füllte in den 7 Jahren, in denen er mit dem International unter Vertrag stand, sein 2000-plätziges Show-Theater permanent. Das International ging bereits 1970 zusammen mit dem Flamingo an die Hilton-Gruppe über. Aus dem International wurde das Las Vegas Hilton, welches auch heute noch den Namen trägt.
In der Annahme, dass aus Paradise Road eine Art "Parallel-Strip" entstehen sollte mit Casinos, die den Las Vegas Boulevard schmückten, gab K. Kerkorian bekannt, dass mit dem Erlös aus den beiden Casino-Verkäufen ein neues Projekt entstehen sollte, wovon die Welt bisher noch nicht geträumt hätte. Gemeint war damit K. Kerkorians Traum vom MGM Grand.

Das MGM Grand, heute bekannt unter dem Namen Bally's, welches an der Ecke Flamingo, Las Vegas Boulevard, zwischen Paradise Road und Vegas Strip steht, war der nächste Streich. Die Bautätigkeiten begannen 1972. Die Eröffnung fand am 5. Dezember 1973 statt. Das Hotel bestand aus 2100 Zimmern, einer unvorstellbaren Zahl, wie sie auch heute noch als gross gilt. Das Casino kostete bis zur Fertigstellung 106 Millionen Dollar. Dean Martin war zur [bild:2] Eröffnungsfeier geladen. Jedes Hotel zieht seine Sterne an. Im MGM Grand wurden 4000 Mitarbeiter beschäftigt, 7 Küchen waren für das leibliche Wohl der Gäste verantwortlich. Das Casino galt nun als das grösste der Welt mit 10 oversize-Craps Tischen und über 70 Black Jack tischen, 6 Roulette Tischen, was aufzeigt, dass die Amerikaner nie besonders am Spiel mit der kleinen weissen Kugel interessiert waren und eher die Karten liebten. Daneben gab es noch einen Poker Room mit 16 Tischen und andere Spiele.
Donn Arden's Show "Jubilee" sollte sich zur Supershow über Jahrzehnte hinaus positionieren und wird auch heute noch gezeigt. Mit der Fertigstellung des MGM Grand galt die Ecke Flamingo/Las Vegas Boulevard als "The Dynamic Corner" von Las Vegas. Auch heute noch ist dies der meistbesuchte Platz der Stadt. Kleine Casinos wie das Barberry Coast oder Burbon Street profitieren von dieser Tatsache und verkaufen ihren Besitz nicht an übermächtige Konkurrenten wie die Park Place Entertainment Group, die längst eine Übernahme machen würden. Doch die Lokalität ist die reinste Goldgrube, so dass kein Investor der Welt hier verkaufen würde. Das Barberry Coast Casino läuft quasi voll-automatisch, muss den Gästen nicht einmal etwas besonderes bieten, ausser der Tatsache eben, dass man dort spielen kann. Die Tische sind jeden Abend voll und die Automaten rasseln vor sich hin. In den 80er-Jahren kaufte die Bally's Corporation das MGM Grand von Kirk Kerkorian, der sich neuen Projekten und Plänen widmen wollte.

Während sich also am Las Vegas Strip ein Hotel an das andere reihen sollte und die Konkurrenz ständig grösser wurde, entstand in Downtown, Las Vegas, dort, wo einst alles anfing, ein anderer American Dream: The World Series of Poker, ein auch heute noch geschützter Begriff für das prestigeträchtigste Poker Tournier der Welt, nahm seinen Anfang im Binion's Horseshoe Hotel and Casino. Etwas mehr darüber über die lokalen Begründer vom Downtown und über die weitere Entwicklung der Stadt in den 80er-Jahren können Sie in unserem nächsten Bericht erfahren.

Rundgang durch Las Vegas

Siehe auch:
Neue Reportagen: Gambling in Las Vegas
Geschichtlicher Rückblick Las Vegas (Teil 1)
Geschichtlicher Rückblick Las Vegas (Teil 2)
Geschichtlicher Rückblick Las Vegas (Teil 3)
Geschichtlicher Rückblick Las Vegas (Teil 4)
Geschichtlicher Rückblick Las Vegas (Teil 5)


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Quelle: ISA CASINOS Presseagentur

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