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Flagge: Germany Geschichtlicher Rückblick Las Vegas (Teil 3) ISA-Casinos

Veröffentlicht am 03.03.2004 06:29 Uhr



(rs) Die Entstehung von Las Vegas Boulevard, auch "The Strip" genannt, ist ebenfalls eine interessante Sache. Um 1940 war Las Vegas eine Kleinstadt mit weniger als 16.000 Einwohnern. Die Casinos waren verteilt in Downtown, dem alten Stadtkern von Vegas. Aber die Stadt erlebte jetzt einen regelrechten Boom. Innerhalb von nur 2 Jahren verdoppelte sich die Einwohnerzahl auf 32.000.

Um zu den Casinos und Gambling Halls in Downtown Las Vegas zu kommen, musste man die ganze Strasse, die heute als Interstate 15 bekannt ist, entlangfahren. Natürlich gab es damals nur eine Strasse, die letzten Endes zum "Strip" werden sollte. Die Autobahn wurde erst viel später gebaut.

Einer Legende zufolge war Thomas Hull im Sommer 1939 unterwegs in seinem Auto von Los Angeles nach Las Vegas. Wegen einer Reifenpanne an seinem Fahrzeug stand er stundenlang in der glühendheissen Sonne kurz vor Las Vegas und wartete auf den Mechaniker, der ihm seinen Reifen auswechseln sollte. Während er also im Auto wartete und wartete, kam ihm die sensationelle Eingebung! So viele Autos, die ständig auf dem Weg in Richtung Downtown, Las Vegas an ihm vorbeifuhren. Warum denn nicht ein Hotel-Casino bauen, welches bereits hier steht??? Warum sollten ausgerechnet alle Spieler nach Old Las Vegas fahren? Hier gab es genug Platz für Hunderte von Casinos - und der Zeitpunkt war perfekt!

Diese legendäre Reifenpanne war der Meilenstein unzähliger Hotelprojekte am Las Vegas Boulevard. 1941 eröffnete das El Rancho Hotel als erstes Casino am frisch entstandenen Las Vegas Boulevard. The Last Frontier Hotel öffnete nur wenig später, am 30.Oktober 1942. Ähnlich wie der Meadows Supper Club, so wurde auch das El Rancho Opfer eines tragischen Feuers. Es wurde nie wieder aufgebaut, wie es in der ursprünglichen Form einmal stand.

Benjamin Siegel, auch bekannt unter dem Namen "Bugsie" Siegel, eröffnete 1946 das Flamingo, circa 12 Kilometer südlich von Downtown, Las Vegas. Auch hier gibt es einige wissenswerte Informationen zu berichten. Zu Beginn der Casino-Aktivitäten - mit der Einführung der Assembly Bill 1931 - gab es noch keine gesetzlichen Grundlagen, die das Wetten auf sportliche Ereignisse wie Pferde- oder Hunderennen über Telegraphen-Leitungen erlauben und legalisieren sollten. Dieses Geschäft begann erst 10 Jahre später zu boomen und war in festen Händen der an der Ostküste domizilierten Trans America Wire Corporation. Nur wer Zugriff auf diese Dienstleistung hatte, konnte in das überregionale Wettgeschäft einsteigen. Trans America Wire wurde durch Al Capone kontrolliert - und Benjamin Siegel war der Vertreter dieser Gesellschaft an der Westküste in Los Angeles. Zusammen mit seinem Freund Moe Sedway kam Ben Siegel 1941 nach Las Vegas, um dort den Markt zu erschliessen und die Telegrafen-Dienstleistungen zu promoten. Der perfekte Deal war, dass Trans America Wire Corporation das alleinige Monopol hatte. Dies bedeutete, dass Ben Siegel und seine Freunde die alleinige Kontrolle über das Wettgeschäft hatten. So gesehen war Las Vegas genau der richtige Ort für Ben Siegel und seine Gangster Freunde.
Zunächst musste Benjamin Siegel Kontakte knüpfen und sich mit den örtlichen Gepflogenheiten rund um das organisierte Glücksspiel vertraut machen. So kaufte er sich eine Beteiligung am El Cortez Hotel und Casino, veräusserte später jedoch seinen Anteil wieder mit massivem Gewinn. Später begann sein Projekt für ein elegantes Luxus Hotel am Südrand des Las Vegas Boulevard. Während die meisten Casinos in Las Vegas im Wild West Stil gebaut waren, mit wenig Luxus, fehlendem Swimmingpool usw., so sollte sein Projekt, das Flamingo Hotel & Casino, sämtliche bisher operierenden Casinos übertreffen. Im Januar 1945 begannen die Bauarbeiten für das Grossprojekt. Das Hotel bekam seinen Namen nach dem Hollywood Starlet Virginia "Flamingo" Hill, welche gleichzeitig Ben Siegels Geliebte war. Die Fertigstellung verschlang Unsummen Geld. Meyer Lansky und der Rest vom Chicago Mob mussten mehr Geld in das Projekt stecken, als anfänglich geplant war, und darüber hinaus soll Benjamin Siegel Anteile vom Flamingo veräussert haben, die das mehrfache des Wertes des Hotels entsprachen. Am Ende sollen 300% des Aktienwertes im Umlauf gewesen sein. Die Kosten bis zur Fertigstellung betrugen am Ende circa 6 Millionen Dollars, aber zu Beginn war die Rede von lediglich einer Million!
[bild:1] Das Casino öffnete schliesslich am 26. Dezember 1946. Entgegen aller Warnungen, dass eine Eröffnung um die Weihnachtszeit selten eine gute Idee ist, glaubte Ben Siegel an den Erfolg und öffnete am 2. Weihnachtstag. Die Grand Opening Party war ein spektakulärer Anlass mit Scharen von Hollywood Stars wie William Holden, Ava Gardner, Jimmy Durante, und vielen anderen und sonstiger Prominenz. Dennoch sollte sich alles als Flop herausstellen. Die High Rollers, die nötig waren, um für grosse Umsätze an den Würfeltischen zu sorgen, blieben trotz der Festlichkeiten aus und das Casino verlor von Anfang an Geld. Einer der möglichen Ursachen dafür war die Tatsache, dass die 97 Hotelzimmer noch nicht bereit waren, und somit mussten die Gäste im benachbarten El Rancho oder Last Frontier übernachten, wo sie wohl auch ihr Geld liessen. Ein anderer Grund für das Ausbleiben der Gäste war sicherlich auch der vom Management auferlegte Dress Code an die Gäste. Eine Krawatte und ein Anzug war nötig, um im Flamingo spielen zu dürfen. Diese Regelung sollte jedoch später schnell wieder abgeschafft werden.
Alleine in der Eröffnungsperiode, innerhalb weniger Tage verlor das Flamingo über 100.000 Dollar, welches damals ein substanzieller Betrag war.
Aus diesem Grund entschloss man sich am 1. Februar 1947, nur gerade 1 Monat nach Eröffnung des Casinos, zur vorübergehenden Schliessung, um die Bauarbeiten zu Ende zu führen.
Zwei Monate später, am 27. März 1947 waren sämtliche Hotelzimmer fertig gestellt und das Casino eröffnete zum zweiten Mal. Aber die Pechsträhne schien nicht abzubrechen. Das Haus verlor weiterhin Geld. Siegels Geldgeber aus der Unterwelt waren längst desillusioniert und hatten den Verdacht, dass Bugsie Siegel über seine Freundin Virginia Hill Geld aus den Spielgewinnen unterschlagen würde. Nachforschungen ergaben, dass Virginia Hill in Zürich Bankkonten eröffnen liess, dorthin das Geld schickte und davon Immobilien in der Schweiz und Österreich kaufte. Im Auftrag von Meyer Lansky, einem der Mafia-Bosse aus Chicago, wurde Benjamin Siegel am 20. Juni 1947 in seinem Haus in Beverly Hills durch einen Killer beseitigt. Virginia Hill musste das Geld, welches sie nach Europa schaffte, zurückgeben, und beging kurze Zeit später in Österreich Selbstmord.

Die Beerdigung Ben Siegels fand in einem äusserst bescheidenen Rahmen statt, mit weniger als 10 Anwesenden. Gerade viele Freunde schien Bugsie Siegel nicht gehabt zu haben.
Benjamin Siegel wurde beseitigt, und zeitgleich, sogar noch wenige Minuten, bevor Ben Siegel in seinem Haus in Los Angeles erschossen werden sollte, betraten 3 bedeutende Führer des organisierten Verbrechens die Büro-Räumlichkeiten des Flamingos und übernahmen die Kontrolle. Darunter niemand geringerer als Gus Greenbaum, Morris Rosen und Moe Sedway.

Rückblickend kann erwähnt werden, dass das Flamingo der eigentliche Start für ein explodierendes Wachstum in Las Vegas war. Es bedeutete den Wendepunkt in der Geschichte des Glücksspieles. Ein Luxus-Hotel nach dem anderen sollte fortan gebaut werden, und auch heute dauert dieser Trend noch an. Wichtige Personen wie Bob Stupak oder Steve Wynn sollten der Stadt Las Vegas weitere Merkmale aufsetzen, worauf wir noch zu sprechen kommen werden. Andere Personen glaubten, mit Geld alleine könne man sich die Kontrolle über Las Vegas erkaufen, darunter beispielsweise Howard Hughes, über den wir im nächsten Bericht schreiben werden.

Rundgang durch Las Vegas

Siehe auch:
Neue Reportagen: Gambling in Las Vegas
Geschichtlicher Rückblick Las Vegas (Teil 1)
Geschichtlicher Rückblick Las Vegas (Teil 2)

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Quelle: ISA CASINOS Presseagentur

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