English Freitag, 12. März

Flagge: Austria Knalleffekt: Aus für Card-Casino

Von Thomas Schindler

Gänserndorf - Aus wirtschaftlichen Gründen, so das Unternehmen, wird geplantes Karten-Casino doch nicht realisiert. War die unsichere Rechtslage das Problem?

Wie die NÖN exklusiv berichtete, wollte die Firma Cashpoint neben der bauMax-Filiale ein so genanntes Karten-Casino mit acht Pokertischen und einem Gastronomie-Bereich errichten. Für beide Einrichtungen war ein 24-Stunden-Betrieb mit Eröffnung Anfang Dezember geplant. Jetzt kommt alles ganz anders. "Das Projekt ist gestorben", so Tassilo Tanzer vom Cashpoint-Vertrieb.

Seitens der Geschäftsführung gibt es folgenden Kommentar: "Wirtschaftliche Überlegungen haben das Unternehmen zu der Entscheidung gebracht, vom Betrieb eines Card-Casinos in Gänserndorf Abstand zu nehmen. Der Umbau des Objekts wird jedoch mit vollem Elan weiter vorangetrieben. In dem Bereich des ursprünglich geplanten Card-Casinos wird eine andere Attraktion entstehen, die ein breiteres Publikum ansprechen wird."
Über den genauen Grund für das Aus will das Unternehmen nichts sagen. Gerüchten zufolge soll der Betrieb eines Karten-Casinos in NÖ künftig verboten werden. Und zwar innerhalb der nächsten vier Monate. Vielleicht war diese mögliche Entwicklung für Cashpoint zu riskant. Das ist aber nur eine Theorie.

Bedauerlich: 20 Arbeitsplätze wären im Casino entstanden

Fest steht, dass der Gastro-Bereich auf jeden Fall fertig gebaut wird. Auch die bestehenden Automaten und das Wettbüro bleiben erhalten. Das Dach des Gebäudes hätte übrigens sowieso saniert werden müssen. Mehr als bedauerlich für die Bezirkshauptstadt: An die 20 Arbeitsplätze wären im Card-Casino entstanden. Und zwar für die Croupiers und im Management-Bereich.

Noch einmal zur Erinnerung: Im Vergleich zu einem herkömmlichen Casino hätte man in Gänserndorf nicht gegen die Bank spielen können. Die Poker-Spieler wären nur gegeneinander angetreten. Tanzer damals: "Bei uns steht die Unterhaltung im Vordergrund. Mit 5 Euro Einsatz können die Menschen hier stundenlang spielen. Es geht nicht ums Abzocken der Leute. Bei uns fressen die großen Haie nicht die kleinen Fische."
Unerfahrene Spieler wären geschützt worden. "Es hätte eigene Runden gegeben, wo nur Anfänger spielen. Poker gilt als Geschicklichkeitsspiel, Roulette hingegen ist ein klassisches Glücksspiel. Vielleicht hätten wir unser Angebot später einmal auf Tarock oder Schnapsen erweitert."

Casino- und Gastro-Bereich wären mittels Sichtschutzwand getrennt worden. Keiner wäre somit durch den anderen gestört worden. Wie hätte sich das Geschäft eigentlich finanziert, wenn man nicht gegen die Bank spielen und verlieren hätte können? Tanzer: "Bis zu 5 Prozent der Einsätze bzw. ausgespielten Summe hätte das Haus erhalten. Dazu wären noch die Einnahmen aus dem Gastro-Bereich gekommen."

Betriebsleiter wäre ins Marchfeld übersiedelt

Durch die Finger schauen jetzt auch die Croupiers. Für sie gab es einen eigenen Kurs. Tanzer: "Vom AMS Gänserndorf hatte ich sechs Personen für den Kurs bekommen." Mehr als frustriert ist auch Tanzer selbst. Er hätte der künftige Betriebsleiter in Gänserndorf werden sollen. Er wollte sogar seinen Wohnsitz von Wien ins Marchfeld verlegen.
Übrigens: Geplant war auch eine große Silvester-Party mit Feuerwerk. Zu Weihnachten hätte man das Karten-Casino eventuell auch geöffnet. "Schließlich gibt es viele Singles, die es alleine zu Hause nicht aushalten", so Tanzer voller Tatendrang im NÖN-Gespräch, kurz bevor sein Unternehmen das Projekt-Aus bekannt gab.

Quelle: Noen.at
veröffentlicht am: 15.10.2008 08:42

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