English Dienstag, 14. Februar

Flagge: The Commonwealth of the Bahamas Zwischenstop auf Paradise Island: Christian Taepper sucht das Abenteuer

Veröffentlicht am 26.12.2007 04:11 Uhr

Im August 2006 fing alles an. Christian Taepper erlitt einen Motorradunfall, lag drei Wochen auf Eis und suchte eine Beschäftigung gegen die Langeweile. "Ich hatte zuvor bei gelegentlichen Homegames mit Freunden Poker um Cent-Beträge gespielt und kam so auf die Idee, mich während der Krankheitstage bei PokerStars anzumelden, um mich abzulenken", erinnert sich chrisrokx. Aller Anfang war aber auch bei dem Münchener schwer und der erste vierstellige Betrag war schnell verzockt, "denn zu Beginn spielt man halt mit viel Herz und hofft, dass am River doch noch das nötige As auftaucht."

Doch genauso wie ihn der Unfall nicht davon abgehalten hat, weiter auf sein Motorrad zu steigen, "allerdings nur noch an Wochenenden auf der Rennstrecke und nicht mehr auf der Straße", so wenig hielten ihn die Verluste davon ab, weiter zu pokern. Christian beschäftigte sich von da an allerdings ausführlich mit der mathematischen Seite des Spiels, schaffte sich die nötige Literatur zur Strategie an und hat die Phase, in der er das berühmte Lehrgeld bezahlt hat, längst hinter sich gelassen: "Harrington on Hold'em und Sit'n Go Strategy haben mir da am besten weitergeholfen, aber die Theorie ist damit natürlich längst nicht abgedeckt." Die ersten Erfolge ließen dann auch nicht lange auf sich warten und im Februar 2007 folgte der erste große Cash beim Monatsfinale der Sunday Million, das der US-Serienjunkie, wie er sich selbst bezeichnet, auf dem sechsten Platz beendete. "Ich schaue gern die amerikanischen TV-Serien, wenn ich Turniere spiele, das hält mich davon ab, marginale Hände zu spielen", verrät Christian mit einem Augenzwinkern.

Auch bei den Single-Table-Turnieren lief es immer besser und langsam reifte die Entscheidung, den eigentlichen Beruf als Mediengestalter an den Nagel zu hängen, um sich als Pokerprofi zu versuchen. "Mein Job hat mich schon länger nicht mehr richtig ausgefüllt und ließ sich zudem nicht mit meinem Vorhaben vereinbaren, im Sommer nach Las Vegas zu gehen. Ich hatte mich für den Main Event der WSOP qualifiziert und den Gewinn ausgecasht, um dort mehrere kleinere Turniere zu spielen", erzählt Taepper von seinen damaligen Plänen, die er dann auch in die Tat umsetzte. Noch im Mai kündigte er seine Anstellung, machte den Trip nach Vegas und verdient seitdem sein Geld mit Poker.

Reich ist er damit bisher noch nicht geworden, "aber es reicht, um davon zu leben. Ich habe mir einen genauen Plan gemacht, wie viel Geld ich im Schnitt pro Tag einspielen muss, um meine monatlichen Kosten zu decken. Wenn es gut läuft, spiele ich dann natürlich auch einige MTTs und vor allem Satellites für die großen Liveevents, wie zum Beispiel die EPT." Davon berichtet er dann auch regelmäßig in seinem Blog chrisrokx.de. Satellites scheinen dem Münchener besonders zu liegen, denn neben der Qualifikation für die World Series of Poker gelang ihm selbiges auch für die Turniere der European Poker Tour in Dortmund und Dublin. Seinen Traum, einen Finaltisch zu erreichen, konnte er sich bisher zwar noch nicht erfüllen, aber im Januar hat Christian Gelegenheit, dies nachzuholen. Die Bahamas stehen auf dem Programm, genauer gesagt das PokerStars Caribbean Adventure im Rahmen der EPT-Turnierserie im Atlantis Resort & Casino auf Paradise Island. Das Preispaket hat er sich nach einer langen Nacht bei PokerStars erspielt, über ein $ 33er-Rebuy-Direct-Qualifier, bei dem er gegen 8:30 Uhr morgens schließlich 194 Konkurrenten hinter sich gelassen hatte.

IntelliPoker wird direkt von der PCA berichten und drückt Christian Taepper fest die Daumen, dass es mit dem ersten Finaltisch bei einem Major-Turnier klappt. Los geht es für ihn ausgerechnet an seinem 31. Geburtstag, dem 6. Januar (Starttag 1B), und sollte sein großer Traum dort tatsächlich in Erfüllung gehen, winkt ein riesiger Zahltag, denn dieser Event zählt zu den absoluten Highligths im Pokerjahr 2008. Bei der letzten Auflage wurde im Atlantis ein Preispool von über $ 7 Millionen ausgespielt (937 Teilnehmer). Sieger Ryan Daut kassierte $ 1.535.255 Preisgeld, und allein über PokerStars sind auch diesmal bereits über 700 Plätze gebucht.
Quelle: http://www.intellipoker.com


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