English Montag, 13. Februar

Flagge: Germany Politiker gegen Sportwetten- Liberalisierung

Veröffentlicht am 30.03.2006 06:28 Uhr

Nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Oddset-Sportwetten haben Sport-Experten aus SPD und Union Forderungen nach einer Umgestaltung des staatlichen Monopols gestellt. Der Vorsitzende der Sportministerkonferenz der Länder, Bremens Innensenator Thomas Röwekamp (CDU), verlangte eine bundeseinheitliche Neuregelung.

"Wir müssen uns jetzt rasch länderübergreifend verständigen", sagte Röwekamp in Bremen. Er empfahl einen "unaufgeregten Umgang" mit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts. Dieses habe das staatliche Wettmonopol "glücklicherweise" nicht aufgehoben.

Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hatte ein staatliches Monopol nur mit strengen Vorgaben zum Spielerschutz für zulässig erklärt. In seiner "derzeitigen Ausgestaltung" sei das Wettmonopol verfassungswidrig, weil eine effektive Bekämpfung von Spielsucht dadurch nicht sichergestellt werde.

Bekämpfung der Suchtgefahr


Peter Danckert (SPD), der Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, schloss eine völlige Liberalisierung des Wettgeschäfts aus: "Mit grenzenlosem Wettbewerb und marktschreierischen Angeboten würde die Suchtgefahr, die von Wetten ausgeht, nur noch vergrößert", sagte er der "Passauer Neuen Presse".

"Die Suchtgefahr muss aktiv bekämpft werden, zum Beispiel durch verstärkte Aufklärung und Prävention", forderte Dankert. Private Wettanbieter aus dem Ausland sollten mit einer Abgabe belegt werden. Nur bei konsequentem Vorgehen gegen die Suchtgefahr lasse sich das staatliche Monopol auf längere Sicht rechtfertigen.

Baden-Württembergs Bundesratsminister Wolfgang Reinhart (CDU) sprach sich klar für den Erhalt des Monopols aus. Eine Suchtbekämpfung lasse sich besser erreichen, "wenn der Staat bereits als Veranstalter und nicht erst als Kontrolleur auftritt".

Ähnlich argumentierte Maria Eichhorn (CSU), die drogenpolitische Sprecherin der Unions-Fraktion im Bundestag: Spielsucht sei eine lange unterschätzte Abhängigkeit. Ihr zufolge gelten bundesweit 180.000 Menschen als spielsüchtig - mit wachsendem Trend.

(N24.de, Netzeitung)


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