Platzt der Traum vom Spielcasino?
Veröffentlicht am 30.03.2006 06:14 Uhr
Projekt neu diskutiert - Mit dem neuen Glücksspielgesetz, das im Landtag beschlossen werden soll, wackelt das Projekt Casino Kreuzenstein.
VON VERONIKA LÖWENSTEIN
LEOBENDORF / Als vor zwei Jahren die Entscheidung fiel, dass Casinos Austria am Fuße der Burg Kreuzenstein eine Spielcasino errichtet, strahlte ÖVP-Bürgermeister Karl Stich vor Glück. 300 Arbeitsplätze und ein Steueraufkommen von 3,5 Mio. Euro wurden der Gemeinde in Aussicht gestellt. Als sich das Projekt wegen dem Bau der S1 und den damit verbundenen Zufahrten zum Spieltempel verzögerte, zogen erstmals dunkle Wolken über dem Projekt auf. Und als Casinos Austria-Generaldirektor Dr. Leo Wallner letzter Woche das Casino gänzlich in Frage stellte, verfinsterte sich die Glücksspiel-Zukunft am Fuße der Burg gänzlich.
2.300 Automaten erlaubt: "Völlig neue Umstände"
Diese Woche soll im niederösterreichischen Landtag das neue Spielautomatengesetz beschlossen werden, das die Aufstellung von 2.300 Glücksspielautomaten in eigens gekennzeichneten Automatensalons erlaubt. Damit hätten sich die Umstände für das Casino Kreuzenstein geändert, betonte Wallner gegenüber der NÖN. Man müsse das Projekt jetzt in den Gremien neu diskutieren, "denn wir haben es begonnen, als es in Niederösterreich keine Automaten gegeben hat. Das war mit eine Voraussetzung". Jetzt stehe man vor einer völligen neuen Situation, denn überall können Betriebe mit Spielautomaten aufmachen. "Jeder aus dem ganzen EU-Raum kann kommen und so einen Betrieb aufmachen.
Nachdem eine höhere Klage im Raum steht, werden sicher viele kommen, weil sie sagen, das muss ein gutes Geschäft sein, sonst kann man nicht so hoch klagen", gibt er zu denken. Das Projekt sei zwar noch nicht gefallen, aber man müsse die neuen Marktverhältnisse ausloten und diskutieren, bevor es zu einer endgültigen Entscheidung kommt. Das Einzugsgebiet Wien sei mit der neuen Situation jedenfalls stark umstritten. Bürgermeister Karl Stich steht der Causa derzeit machtlos gegenüber: "Wenn rund 2.500 Spielautomaten aufgestellt werden dürfen, dann ist das eine höhere Sache."
Stich: "Grundstücke haben eher an Wert gewonnen"
Er setzt seine Hoffnungen in Landeshauptmann Erwin Pröll, mit dem er vergangenes Wochenende gesprochen hat. "Der Landeshauptmann steht weiter zu dem Projekt und wird alles daran setzen, dass das Casino realisiert wird", berichtet Stich, der jetzt abwarten will. "Natürlich hätten wir gerne das Casino, das wäre eine einmalige Sache." Sollte das Projekt aber nichts werden, müsse man sich um Alternativen umsehen. "Die Grundstücke gehören der Gemeinde und sie haben eher an Wert gewonnen als verloren."
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